Wahrscheinlich hast du schon vom Begriff „Body Shaming“ gehört. Es ist ein Phänomen, das die meisten von uns mindestens einmal im Leben erlebt haben dürften, und es besteht darin, jemanden aufgrund seines Aussehens zu mobben.
Da es darum geht, jemanden wegen seines Aussehens und seiner Fähigkeiten zu verspotten und zu demütigen, äußert sich Body Shaming in Beleidigungen, Kritik und Erniedrigungen gegenüber Menschen, die aus Sicht derjenigen, die sie beleidigen, zu dick oder zu dünn, zu klein oder zu groß sind, eine Behinderung haben, Sommersprossen haben – und die Liste ließe sich um unzählige weitere Gründe fortsetzen.
Sowohl die Folgen von Missbrauch durch andere als auch die Folgen davon, den eigenen Körper nicht anzunehmen, können zu einem geringen Selbstwertgefühl, Depressionen, Angstzuständen und vielen weiteren psychischen Problemen führen. Denk mal darüber nach: Jedes Mal, wenn du es sich anders überlegt und diesen Bikini am Pool nicht angezogen hast, jedes Mal, wenn du dich hinter weiter Kleidung versteckt hast oder exzessiv ins Fitnessstudio gegangen bist, um eine bestimmte Figur zu bekommen, jedes Mal, wenn du dich nicht schön genug gefühlt hast – da hast du deinen eigenen Körper abgewertet und ihn der Scham ausgesetzt. Und genau das sollte nicht passieren!
Der vielleicht einfachste und direkteste Rat lautet: Erkenne deinen Körper als das an, was er ist – du selbst.
Ohne deinen Körper könntest du nicht existieren. Dein Körper wiederum hat im Laufe der Zeit zahlreiche Veränderungen, Herausforderungen und Schwierigkeiten durchlebt – und hält dich trotzdem am Leben. Und auch wenn du nicht nur ein Körper bist: Es ist dein Körper, der es dir ermöglicht, du zu sein. Wenn du die Bedeutung deines Körpers erkannt hast, hör nicht dort auf! Du kannst ihm auf verschiedene Weise zeigen, dass du ihn liebst und unterstützt. Hier nur ein paar Ideen!
Freu dich über Unterschiede
Wäre es nicht ein bisschen langweilig, wenn alle gleich aussehen würden? Die Welt ist umso schöner, je vielfältiger sie ist. Schließlich reist du an verschiedene Orte, um andere Kulturen zu entdecken und Landschaften zu sehen, die du noch nicht kennst – warum solltest du also ein einziges „Schönheitsideal“ akzeptieren? Es geht darum, dich nicht mit anderen zu vergleichen, sondern all das zu genießen, was dich einzigartig macht – und eben nicht „standardmäßig“!

Schätze deine Besonderheiten
Das Grübchen auf der Wange, die Narbe von damals mit zwölf, dieses Muttermal? Ja, die gehören nur dir. Es sind einzigartige Merkmale, die zu deinem Körper und deinem Aussehen gehören. Jeder, der dich – direkt oder indirekt – dazu bringt, dich für die Besonderheiten deines Körpers zu schämen oder schlecht zu fühlen, betreibt in Wahrheit „Body Shaming“. Sei nicht selbst diese Person!
Wechsle die Perspektive
Es gibt viele Momente und Situationen, in denen du – wenn du achtsam und präsent bist – die Perspektive leicht wechseln kannst. Wenn du sagst: „Werde ich diese Menstruationsschmerzen mein ganzes Leben lang haben?!“, dann sagst du eigentlich, dass dein eigener Körper ein Hindernis gegen dich ist. Was absurd ist! Wechsle die Perspektive und frag dich: „Was kann ich heute für mich tun, damit es mir gut geht? Was hilft mir gegen die Krämpfe?“ (PS: Falls du Menstruationspflaster noch nicht kennst, ist es Zeit, sie zu entdecken.)
Eine weitere Situation für einen Perspektivwechsel: Wenn du auf die Straße gehst – denkst du dann bei anderen Menschen insgeheim, sie seien „hässlich“, „zu dünn“ oder „zu dick“? Nein, das tust du nicht. Warum also bei dir selbst? Betrachte dich von außen: Wie kannst du Body Shaming verabscheuen und es gleichzeitig auf dich selbst anwenden? Denk mal darüber nach ...
Make-up tragen oder nicht? Ein komplexes Thema, denn es gibt so viele Meinungen wie Vorlieben! Doch die einzige Meinung, die zählt, ist deine. Schminkst du dich gern? Fühlst du dich dadurch gut? Ist es für dich eine Form von Kunst? Dann nutze es und hab Freude daran! Und wenn du es als Zwang empfindest und das Gefühl hast, dein Gesicht verstecken zu müssen, dann versuche, alles loszulassen, was dich dazu bringt, dich für deinen Körper zu schämen! Es geht darum, das zu tun, was für DICH angenehm ist – und nicht für jemand anderen.
Dich so anzunehmen, wie du bist, bedeutet nicht, dass du nichts verbessern darfst – besonders wenn es um deine Gesundheit geht! Es ist nicht falsch, sich einen kräftigeren und gesünderen Körper zu wünschen, einen Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, ausreichend Schlaf, Bewegung und so weiter. Und falls du BIO-Menstruationsprodukte aus 100 % Bio-Baumwolle noch nicht ausprobiert hast – Tampons, Binden und Slipeinlagen – dann tu deiner Menstruations- und reproduktiven Gesundheit etwas Gutes! Öko-Menstruation? Ja, das gibt es! Wir haben einen ganzen Artikel darüber geschrieben!

Denn manchmal können soziale Medien auf subtile Weise Körperscham verstärken und der psychischen Gesundheit schaden. Folge nur den Seiten, die dir ein gutes Gefühl in deinem Körper geben – und nicht das Gefühl, du müsstest jemand anderes oder irgendwie anders sein. Entdecke Body Positivity!

Und zum Schluss: Pass gut auf dich auf – auf dich, auf deinen Körper, auf deine Seele und auf die Natur.