Lochien sind vaginale Blutungen, die unmittelbar nach der Geburt einsetzen und mehrere Wochen anhalten können. In den ersten Tagen sind sie am stärksten und nehmen dann allmählich ab, bis sie vollständig verschwinden. Sie ähneln der Menstruationsblutung und haben eine vergleichbare Konsistenz sowie einen ähnlichen, metallischen Geruch.
Lochien bestehen aus einer Mischung von Blut, Sekreten und Gebärmuttergewebe – Rückständen von dem, was während der Schwangerschaft die Entwicklung und das Wachstum des Babys unterstützt hat.
Sie sind keine negative Folge und kein Problem, sondern ein natürlicher Bestandteil des Heilungsprozesses, den der Körper der Mutter im Wochenbett durchläuft. Lochien sind normal und verschwinden in den meisten Fällen ohne Komplikationen oder Anlass zur Sorge.
Unmittelbar nach der Geburt und in den ersten Tagen können die Lochien sehr stark sein – und das kann auch noch so bleiben, wenn du das Krankenhaus verlässt und mit deinem Baby nach Hause kommst. Besonders dann, wenn du dich viel bewegst und deinen Körper überanstrengst. Den Wochenfluss wirst du vor allem im Stehen bemerken, was mit der Form der Scheide zu tun hat.
Erst nach einigen Tagen beginnt der Fluss dieser Blutungen nachzulassen. Sobald die Blutung nur noch gelegentlich auftritt, brauchst du immer weniger Binden und kannst auf Slipeinlagen umsteigen. Wichtig ist, dass du Slipeinlagen aus 100 % Bio-Baumwolle verwendest, wie die von Enroush – mit neutralem pH-Wert und frei von Chemikalien.
Deine Vaginalflora ist grundsätzlich empfindlich, nach der Geburt aber besonders anfällig für Reizungen und Infektionen. Schütze sie daher, indem du ausschließlich Menstruationsprodukte aus reinen Materialien verwendest – ohne Farbstoffe und Bleichmittel.
Der Wochenfluss verläuft bei jeder Frau anders. Grundsätzlich gibt es jedoch drei Phasen der Lochien, die sich wie folgt zeigen:
Lochia rubra (in den ersten 3–4 Tagen): hellroter oder dunkelroter Wochenfluss, starker Fluss ähnlich der Menstruation, leichte Unterleibskrämpfe
Lochia serosa (dauert 4–12 Tage): wässrigerer Wochenfluss in rosa oder bräunlicher Farbe, schwächerer Fluss als in den ersten Tagen.
Lochia alba (dauert von Tag 12 bis Woche 6): letzte Phase der Lochien, zeigt sich als leichter Ausfluss oder Schmierblutung in gelblicher oder weißlicher Farbe, mit sehr wenig oder gar keinem Blut.
Jeder Tag ist anders, und wie lange es dauert, bis die Lochien endgültig verschwinden, hängt von mehreren Faktoren ab. Wie sich der Wochenfluss von Tag zu Tag verändert, erklären wir dir im Detail weiter unten.
Auch wenn die Lochien bis zu 8–12 Wochen nach der Geburt anhalten können, verändern sie sich normalerweise am deutlichsten in den ersten 6 Wochen. Danach kann noch jener leichte Ausfluss zurückbleiben, von dem wir gesprochen haben – die Phase Lochia alba.
Die wichtigsten Veränderungen finden bis zur 6. Woche statt. Hier siehst du, was du an den einzelnen Tagen erwarten kannst:
Tag 1: starker Fluss, rote oder bräunliche Blutungen, kleine Klümpchen
Tag 2 bis 6: hellrote oder dunkelbraune Blutungen
Tag 7 bis 10: ebenfalls hellrote oder dunkelbraune Blutungen, jedoch mit schwankender Stärke
Tag 11 bis 14: schwächerer Fluss, dunkelbraune Blutungen
Woche 3–4: hellere Blutungen, der Fluss nimmt weiter ab
Woche 5–6: bräunliche Schmierblutungen

Oben haben wir dir bereits erklärt, wie sich die natürliche Farbe der Lochien je nach Phase des Wochenbetts verändert. Sie kann von hellrot und dunkelrot über braun und rosa bis zu hellgelb gegen Ende reichen.
Nicht normal ist es, wenn die Blutungen eine andere Farbe haben, zum Beispiel grünlich. Oder wenn sie auch mehrere Tage nach der Geburt noch dieselbe hell- oder dunkelrote Farbe behalten. Nach den ersten zwei Wochen sollten sich Farbton und Stärke verändern. Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, wenn das nicht der Fall ist.
Was die Konsistenz betrifft, ist es normal, dass die Lochien in den ersten Tagen kleine Klümpchen enthalten. Diese sollten jedoch nicht größer als eine Münze sein und mit der Zeit abnehmen. Nach den ersten 3–4 Wochen sollten die Klümpchen nur noch sehr wenige und sehr klein sein oder ganz verschwinden.
Auch wenn es einige Gemeinsamkeiten zwischen Lochien und Menstruation gibt (wie oben erwähnt: Unterleibsschmerzen, Geruch, Stärke, Klümpchen usw.), besteht der größte Unterschied in der Dauer.
Je nach Zykluslänge kann die Menstruation zwischen 2 und 8 Tagen dauern. In unserem Blog findest du zahlreiche ausführliche Artikel zu allem, was du über den Menstruationszyklus wissen solltest. Der Wochenfluss hingegen dauert deutlich länger als eine normale Periode.
Bei den meisten Frauen hält die Menstruationsblutung etwa eine Woche an. Die Lochien dauern in den meisten Fällen rund 6 Wochen.
Auch wenn jede Mutter den Wochenfluss anders erlebt, gibt es einige Faktoren, die die Menge des Blutverlusts nachweislich beeinflussen. Der Fluss kann stärker werden, wenn:
Du stillst: Während des Stillens setzt der Körper Oxytocin frei, ein Hormon, das die Kontraktion der Gebärmutter fördert. Deshalb fließt der Wochenfluss in diesen Momenten schneller ab (du verlierst dabei aber nicht mehr Blut, es fließt lediglich schubweise ab).
Du aufstehst: Die Scheide hat eine kelchähnliche Form. Wenn du liegst oder sitzt, kann sich mehr Flüssigkeit in der Scheide ansammeln. Sobald du dich aufrichtest, verändert die Scheide ihre Position und die angesammelte Flüssigkeit beginnt abzufließen.
Du dich körperlich anstrengst: Jede Art von Bewegung oder körperlicher Aktivität, auch Treppensteigen, kann den Abfluss der Lochien beschleunigen.
In der Regel treten durch die Lochien keine Komplikationen auf, doch es gibt Ausnahmen. Achte immer darauf, ob ungewöhnliche Blutungen oder Veränderungen auftreten, und gehe möglichst schnell zum Arzt, wenn du folgende Symptome bemerkst:
Grünlicher Ausfluss
Schwellung im Bereich um die Scheide
Schmerzen im Vaginalbereich
Ein unangenehmer Geruch, der sich vom normalen Menstruationsgeruch unterscheidet
Blutklumpen größer als 4 cm
Sehr viele Blutklumpen
Starke Unterleibsschmerzen und heftige Krämpfe
Sehr starke Blutungen (du musst die Binde jede Stunde wechseln)
Schwindel und Ohnmachtsgefühl
Grippeähnliche Symptome, Fieber oder Schüttelfrost
Von einer postpartalen Blutung (Hämorrhagie) spricht man, wenn die Lochien übermäßig stark sind. Die häufigste Ursache dafür ist die Uterusatonie.
Normalerweise zieht sich die Gebärmutter nach der Geburt zusammen, um die Blutung an der Stelle zu stoppen, an der während der Schwangerschaft die Plazenta saß (das Organ, das das Baby mit Nährstoffen versorgt). Bei einer Uterusatonie bleiben diese normalen Kontraktionen aus, weshalb die Lochien sehr stark werden.
Außerdem sind Frauen, die per Kaiserschnitt gebären, anfälliger für postpartale Blutungen als Frauen mit vaginaler Geburt. Es gibt jedoch weitere Faktoren, die das Risiko für übermäßige Blutungen erhöhen oder diese auslösen können, darunter:
Langer Geburtsverlauf
Oxytocin zur Geburtseinleitung
Geburt eines Babys mit mehr als 4 kg Geburtsgewicht
Geburt von Zwillingen/Drillingen oder mehrere Geburten
Verletzungen der Scheide, des Gebärmutterhalses oder der Gebärmutter während der Geburt
Vollnarkose beim Kaiserschnitt
Probleme mit der Plazenta
Übergewicht
Präeklampsie (übermäßige Eiweißausscheidung im Urin und Bluthochdruck während der Schwangerschaft)
Je nach Ursache und Symptomen kann dir deine Ärztin oder dein Arzt unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten vorschlagen, um die postpartale Blutung zu stillen. Zu den verschiedenen Behandlungsmethoden bei starken Blutungen gehören:
Gabe von Oxytocin oder anderen Medikamenten, die Kontraktionen der Gebärmutter auslösen
Gabe von blutstillenden Medikamenten
Massage der Gebärmutter zur Anregung der Kontraktionen
Entfernung von Plazentaresten aus der Gebärmutter
Bluttransfusion zum Ausgleich großer Blutverluste
Embolisation der Gebärmutterarterien, um die Blutzufuhr zur Gebärmutter zu verringern
Einführen eines Bakri-Ballons, der sich in der Gebärmutter aufbläht und Druck ausübt, um die Blutung zu stoppen
Operativer Eingriff: Sind die Ursachen der Blutung unklar, kann eine Öffnung des Bauchraums (Laparotomie) durchgeführt werden, um die Ursache festzustellen und die Blutung zu stoppen; in bestimmten Fällen kann auch eine Hysterektomie (vollständige Entfernung der Gebärmutter) notwendig sein
Die Lochien sind eine normale Etappe im natürlichen Heilungsprozess deines Körpers nach der Geburt. Solange keine starken Blutungen oder andere der oben genannten Komplikationen auftreten, sind sie kein behandlungsbedürftiges Problem, sondern vielmehr ein weiterer Grund, deinem Körper mit Sanftheit und Geduld zu begegnen.
Hier sind einige Empfehlungen, die dir helfen, während der Blutungen im Wochenbett gut auf deinen Körper zu achten.
Deine Scheide und dein ganzer Reproduktionstrakt sind unmittelbar nach der Geburt sehr empfindlich. Sie heilen noch, und es können weiterhin Verletzungen an den Scheidenwänden und am Gebärmutterhals bestehen. Das Einführen jedes Fremdkörpers in die Scheide kann Bakterien einbringen, die bis zur Gebärmutter aufsteigen und Infektionen verursachen können.
Sprich unbedingt mit deiner Ärztin oder deinem Arzt und hole dir die Freigabe ein, bevor du wieder Tampons verwendest. Nutze in den ersten 6 Wochen ausschließlich möglichst lange Binden mit hoher Absorptionsfähigkeit, um Flecken auf der Kleidung zu vermeiden.
Die Binden von Enroush bestehen aus 100 % Bio-Baumwolle und bieten dir sicheren Schutz – ohne giftige Substanzen, die Reizungen und Infektionen im Intimbereich verursachen können. Dank der unteren Schicht aus 100 % Naturfasern, der anatomischen Passform und der Flügel aus Baumwolle sind sie zudem besonders saugstark und verhindern versehentliche Flecken oder seitliches Auslaufen auf deiner Kleidung.

Wir wissen, dass im Haushalt so viel zu tun ist und dass du überall gebraucht wirst – aber all das wird auch in einigen Wochen noch da sein, wenn die Lochien nachlassen. Das Wichtigste jetzt, auch für dein Baby, ist, dass du gut auf dich selbst achtest. Nur so kannst du ihm die Aufmerksamkeit und Fürsorge geben, die es braucht. Konzentriere dich also auf Ruhe und Erholung.
Hab Geduld und vermeide anstrengende Tätigkeiten: Schon Staubsaugen bedeutet eine erhebliche körperliche Belastung und kann den Wochenfluss verstärken. Überanstrenge dich nicht und zögere nicht, deinen Partner, deine Familie oder Freunde um Hilfe zu bitten, wenn du sie brauchst.
So wirksam Binden auch sind: Die Lochien können vor allem in den ersten Tagen sehr stark sein, besonders morgens oder wenn du plötzlich aufstehst. Manchmal sind Auslaufen und Flecken unvermeidbar – und das sollte dir keinen zusätzlichen Stress machen.
Wähle deshalb Kleidung und Unterwäsche, bei der es dich nicht stört, wenn sie Flecken bekommt. So kannst du dich entspannt bewegen und dich wohlfühlen, ohne dir Sorgen zu machen, dass deine Kleidung makellos bleiben muss.