Obwohl es mit der Verwendung von Tampons während der Periode in Verbindung gebracht wird, kann das Toxische Schocksyndrom jede Person treffen – unabhängig von Alter und Geschlecht. Die Symptome treten plötzlich auf und entwickeln sich rasch: Sobald die Diagnose gestellt ist, muss sofort behandelt werden, denn es handelt sich um eine schwere, potenziell lebensbedrohliche Erkrankung.
Personen, die während der Menstruation Tampons verwenden, entwickeln dieses Syndrom häufiger. Auch wenn die Mechanismen noch nicht vollständig verstanden sind, konnten sie mit dem Vorhandensein äußerst toxischer Inhaltsstoffe in Verbindung gebracht werden, die als hormonelle Disruptoren wirken.

Risikofaktoren entstehen, wenn Bakterien über Wunden oder Hautverletzungen, chirurgische Eingriffe, die Verwendung von Tampons oder anderer intravaginaler Menstruationsprodukte (Menstruationstassen, Verhütungsschwämme, Diaphragmen) in den Körper gelangen.
Mögliche Ursachen für TSS:
Tampons (die es Bakterien ermöglichen, sich zu vermehren, wenn sie nicht spätestens 4 bis 6 Stunden nach dem Einführen gewechselt werden)
Menstruationstasse
Intravaginale Verhütungsmethoden – das Diaphragma
Hautverletzungen, Insekten- oder Tierbisse sowie Operationswunden
Die Verwendung von Tamponaden bei Nasenbluten
Die Geburt
Streptokokken- oder Staphylokokken-Infektionen
Die Symptome eines Toxischen Schocksyndroms beginnen plötzlich, schreiten fort und verschlimmern sich rasch. Daran kannst du sie erkennen:
Plötzlich auftretendes hohes Fieber mit Schüttelfrost
Kopfschmerzen
Plötzliches Erschöpfungsgefühl ohne erkennbare Ursache (körperliche oder emotionale Belastung)
Niedriger Blutdruck
Erbrechen, Durchfall
Grippeähnliche Symptome: Halsschmerzen
Ein sonnenbrandähnlicher Hautausschlag an Handflächen und Fußsohlen
Leuchtend rote Zunge und Lippen, gerötete Augen
Muskelschmerzen
Krämpfe
Schwindel oder Ohnmachtsgefühl
Atembeschwerden
Da es sich um Bakterien handelt, umfasst die Behandlung Antibiotika sowie gezielte Medikamente zur Linderung der Symptome (Schmerzmittel, blutdruckregulierende Mittel, Sauerstoff, Flüssigkeit und Elektrolyte per Infusion). Je nach Schwere des Falls legen die Ärzt:innen die Therapie und die Maßnahmen fest – die auch chirurgischer Natur sein können (Entfernung des von Bakterien befallenen Gewebes).

Achte auf Intim- und Körperhygiene und behandle Verletzungen und Infektionen rechtzeitig. Und wenn du Tampons als Periodenschutz verwendest, greife ausschließlich zu Bio-Produkten und wechsle sie alle 4 Stunden!
Wusstest du, dass ein herkömmlicher Tampon aus Kunststoff und Synthetikfasern besteht, die sich lösen und kleine Verletzungen verursachen können? Genau dort können Bakterien jene Toxine bilden, die ein TSS auslösen.

Nur Tampons aus 100 % Bio-Baumwolle hinterlassen keine Rückstände in deinem Körper. Dennoch gilt auch hier dieselbe Regel zur Tragedauer.
Und wenn es um die Periodenpflege geht, empfehlen Ärzt:innen, verschiedene Produktarten abzuwechseln, Bio-Produkte mit möglichst wenigen (oder gar keinen) toxischen Inhaltsstoffen zu verwenden, Tampons alle 4 bis 8 Stunden zu wechseln und für jede Blutungsstärke das passende Produkt zu wählen.
Leider ja. Studien haben gezeigt, dass etwa 30 % der Patientinnen nach der ersten Episode mindestens eine weitere Episode eines Toxischen Schocksyndroms erleben. Das Rückfallrisiko ist während der ersten 3 Menstruationszyklen am höchsten – vor allem, wenn die ursprüngliche Infektion nicht mit den passenden Antibiotika ausgeheilt wurde.
Was die Antikörper betrifft, zeigen jüngste Studien ebenfalls, dass rund 66 % der Patientinnen nach einem menstruationsbedingten Toxischen Schocksyndrom keine Antikörper entwickeln und damit weiterhin anfällig für bakterielle Toxine bleiben. Das Risiko lässt sich jedoch senken, indem man das lange Tragen von Tampons oder Diaphragmen vermeidet.
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