Die Zervizitis, umgangssprachlich auch als Wunde am Gebärmutterhals bekannt, ist eine Entzündung der Cervix uteri. Sie kann bis zu einer gynäkologischen Untersuchung unbemerkt bleiben, da Symptome wie Schmerzen oder Beschwerden häufig fehlen.
Je nach Ursache der Entzündung und Art des Verlaufs unterscheidet man zwei Formen der Zervizitis:
Die Frauenärztin oder der Frauenarzt erkennt sie bei der klinischen Untersuchung in Form kleiner Läsionen, geschwollener oder geröteter Bereiche am Gebärmutterhals, mit oder ohne Blutung.
Ein entzündeter Gebärmutterhals ist meist die Folge einer sexuell übertragbaren Infektion, kann aber auch nicht infektiöse Ursachen haben. Was auch immer die Ursache ist: Sie muss korrekt bestimmt werden, damit die passende Behandlung gewählt werden kann.
Das sind die möglichen Ursachen einer Wunde am Gebärmutterhals:
Da die Ursache einer Zervizitis auch nicht infektiös sein kann – etwa eine allergische Reaktion –, gehören zu den Risikofaktoren ebenfalls Vaginalduschen, herkömmliche Tampons oder das Diaphragma. In der Regel wird eine Wunde am Gebärmutterhals jedoch sexuell übertragen oder entsteht infolge einer sexuell übertragbaren Infektion. Deshalb sind die wichtigsten Risikofaktoren für einen entzündeten Gebärmutterhals:
Medizinische Vorgeschichte sexuell übertragbarer Erkrankungen: Wenn du oder dein Partner in der Vergangenheit eine sexuell übertragbare Infektion hattet, steigt die Anfälligkeit für eine Wunde am Gebärmutterhals. Wenn du mehr zu diesem Thema erfahren möchtest, haben wir im Enroush-Blog einen eigenen Artikel mit allem, was du über sexuell übertragbare Krankheiten wissen musst, für dich vorbereitet.
Sicher wissen kannst du nur nach einer klinischen Untersuchung, ob du an einer Zervizitis leidest. Manchmal verläuft die Entzündung sogar völlig symptomlos, weil sich dort nur wenige Schmerzrezeptoren befinden.
Es gibt jedoch einige Symptome, die den Verdacht auf eine Wunde am Gebärmutterhals wecken können. Achte also darauf, wenn du Folgendes bemerkst:
Bleibt eine Wunde am Gebärmutterhals unbehandelt, kann sie zu verschiedenen Komplikationen führen, die deine Intim- und Reproduktionsgesundheit beeinträchtigen. Deine Cervix hat nämlich die Aufgabe, den Kontakt von Bakterien und Viren mit der Gebärmutter zu verhindern – sie wirkt wie eine Barriere. Diese Funktion kann sie bei einer Infektion des Gebärmutterhalses nicht mehr erfüllen, wodurch sich die Infektion weiter in Richtung Gebärmutter ausbreiten kann. Konkret bedeutet das:
Da sie nur bei einer körperlichen Untersuchung sichtbar wird, kann eine Wunde am Gebärmutterhals ausschließlich von einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt diagnostiziert werden. Für eine möglichst genaue Diagnose können folgende Untersuchungen durchgeführt werden:
Außerdem kann dir die Ärztin oder der Arzt Fragen zu deiner medizinischen Vorgeschichte stellen, damit bei der Diagnose auch andere frühere oder aktuelle Gesundheitsprobleme berücksichtigt werden. Im Folgenden erklären wir dir genauer, wie die einzelnen Untersuchungsmethoden ablaufen.

Das ist genau die gynäkologische Untersuchung, von der wir zuvor gesprochen haben. Mit Handschuhen führt die Frauenärztin oder der Frauenarzt mit einer Hand einen Finger in die Vagina ein, während die andere Hand leichten Druck auf Bauch und Becken ausübt, um festzustellen, ob beim Abtasten Schmerzen auftreten.
Ebenfalls im Rahmen der gynäkologischen Untersuchung kann ein Spekulum verwendet werden, um die Vaginalwände oben, unten und seitlich sowie das Aussehen des Gebärmutterhalses zu überprüfen. So lassen sich alle entzündeten oder von Rötungen, Schwellungen oder Blutungen betroffenen Bereiche erkennen.
Der Pap-Test ist die wichtigste Screening-Untersuchung zur Früherkennung von Gebärmutterhals- oder Darmkrebs und wird daher in regelmäßigen Abständen empfohlen. Mehr dazu haben wir dir in einem eigenen Blogartikel erzählt, in dem du alles findest, was du über den Pap-Test wissen musst und warum er für deine Gesundheit so wichtig ist.
Bei dieser Untersuchung entnimmt die Ärztin oder der Arzt eine Zellprobe vom Gebärmutterhals und aus der Vagina; die Laborergebnisse zeigen dann, ob Auffälligkeiten vorliegen oder nicht.
Eine Zervixbiopsie beziehungsweise Kolposkopie wird nur durchgeführt, wenn die Ergebnisse des Pap-Tests eine Auffälligkeit zeigen und weitere Untersuchungen nötig sind. Dabei führt die Ärztin oder der Arzt ein Spekulum in die Vagina ein, um den Gebärmutterhals mit einem Kolposkop (einer Art Mikroskop) zu untersuchen. So können zusätzliche Proben genau aus den Bereichen des Gebärmutterhalses entnommen werden, die auffällig erscheinen.
Nach der Entnahme wird das Sekret des Gebärmutterhalses unter dem Mikroskop untersucht. So lassen sich die Infektionen identifizieren, die die Wunde am Gebärmutterhals verursacht haben – von bakterieller Vaginose und Candida-Infektionen bis hin zu sexuell übertragbaren Infektionen.
Die Behandlung einer Zervizitis richtet sich nach der Ursache, und die Heilung kann bis zu zwei Wochen dauern (genau deshalb haben wir dir eingangs gesagt, wie wichtig es ist, die Ursache der Wunde am Gebärmutterhals zu kennen, um sie heilen zu können). Die medizinischen Empfehlungen lauten in der Regel:
Bevor wir das Thema abschließen, möchten wir dich noch auf Naturheilmittel hinweisen: Auch wenn sie wirksam erscheinen, gibt es keine Garantie, dass sie tatsächlich helfen. Sie beruhen weder auf einer Diagnose noch auf der Fachkenntnis einer Ärztin oder eines Arztes – das heißt, sie können dir mehr schaden als nützen, wenn du die Ursache nicht richtig erkennst oder das Mittel nicht geeignet ist.
Wir empfehlen dir, immer die nach den Untersuchungen verordnete Behandlung zu befolgen, die deine Vorgeschichte und deine medizinische Situation berücksichtigt – so wirst du schneller gesund und vermeidest möglicherweise Komplikationen. Und wenn du wirklich ein Naturheilmittel ausprobieren möchtest, hol dir vorher den Rat und die Begleitung deiner Ärztin oder deines Arztes, damit alles in Ordnung ist.
