So stark der Wunsch auch sein mag, Mutter zu werden – der Weg dorthin ist nicht immer einfach. Paare, die nach 12 Monaten ungeschütztem Geschlechtsverkehr keine Schwangerschaft erreichen, erhalten eine Diagnose mit starker emotionaler Wirkung: Unfruchtbarkeit.
Etwa 30 % der Fruchtbarkeitsprobleme gehen von der Frau aus – doch es ist wichtig, dass du dir keine Schuld gibst! Von unregelmäßigem Eisprung über gynäkologische Erkrankungen bis hin zu strukturellen Anomalien kannst du auf zahlreiche Hindernisse stoßen, auf die du keinen Einfluss hast.
Die gute Nachricht: Die Medizin hat enorme Fortschritte gemacht, und heute gibt es Lösungen und neue Technologien, mit denen sich Unfruchtbarkeit in bis zu 90 % der Fälle behandeln lässt. Lies unseren Artikel über Unfruchtbarkeit bei Frauen, ihre Ursachen und welche Möglichkeiten es für deine reproduktive Gesundheit gibt.
Unfruchtbarkeit bedeutet bei Frauen die Unfähigkeit, trotz wiederholtem ungeschütztem Geschlechtsverkehr schwanger zu werden.
Für diese Diagnose berücksichtigt die Ärztin oder der Arzt auch das Alter der Patientin. Von primärer Unfruchtbarkeit spricht man, wenn keine Schwangerschaft eingetreten ist:
Zudem kann eine sekundäre Unfruchtbarkeit diagnostiziert werden – nämlich dann, wenn eine Frau nicht schwanger werden kann, obwohl sie in der Vergangenheit mindestens eine Schwangerschaft mit normaler Geburt hatte.
Statistiken zufolge sind zwischen 10 % und 15 % der Frauen im Laufe ihres Lebens von einer Form der Unfruchtbarkeit betroffen und haben dadurch Schwierigkeiten, schwanger zu werden. Zudem steigt das Risiko für Unfruchtbarkeit mit zunehmendem Alter.
Im Vergleich zur Unfruchtbarkeit bei Männern sind die Anteile ungefähr gleich. Das Ausbleiben einer Schwangerschaft ist in rund 30 % der Fälle auf die Frau und in 30 % der Fälle auf den Mann zurückzuführen. In den übrigen Fällen liegt die Ursache in einer Kombination aus weiblichen und männlichen Faktoren sowie anderen unbekannten Gründen.
Normalerweise haben Frauen mit einem regelmäßigen Zyklus von 28 Tagen ihre fruchtbarste Phase am 14. Tag. Wenn die Eierstöcke eine Eizelle freisetzen und diese von einer Samenzelle befruchtet wird, entsteht ein Embryo, der sich in der Gebärmutter einnistet – die Schwangerschaft beginnt.
Natürlich variieren diese Angaben von Frau zu Frau, denn nicht jeder Menstruationszyklus dauert 28 Tage – manche sind kürzer, manche länger und sehr viele unregelmäßig. Studien zufolge hängt die normale Fruchtbarkeit bei Frauen von zahlreichen Faktoren ab und nimmt mit steigendem Alter ab:
Ein Problem entsteht dann, wenn aus verschiedenen Gründen das Zusammentreffen von Eizelle und Samenzelle nicht möglich ist – wodurch weder eine Befruchtung noch eine Einnistung stattfinden kann.
Die Ursachen dafür, dass keine Schwangerschaft zustande kommt, sind sehr vielfältig und bleiben manchmal unbekannt. Von den bekannten Ursachen stehen die meisten im Zusammenhang mit dem Eisprung, genetischen Problemen, der Anatomie der Gebärmutter, dem Alter, dem Lebensstil oder anderen Faktoren.

Zu den Hauptursachen für Unfruchtbarkeit bei Frauen zählen:
Risikofaktoren für Unfruchtbarkeit bei Frauen
Neben den oben genannten Ursachen gibt es viele Faktoren, die die Fortpflanzungsfunktion beeinflussen und die Fruchtbarkeit einer Frau verringern können. Dazu gehören:

Eine Unfruchtbarkeitsdiagnose kann verschiedene Folgen nach sich ziehen, wobei die meisten emotionaler Natur sind, da häufig Schuld- und Traurigkeitsgefühle auftreten. Dazu zählen:
Das deutlichste Anzeichen dafür, dass eine Frau von Unfruchtbarkeit betroffen ist, besteht darin, dass sie trotz wiederholtem ungeschütztem Geschlechtsverkehr über 6 bis 12 Monate oder länger nicht schwanger wird.
Möglicherweise gibt es keine weiteren eindeutigen Anzeichen, doch häufig treten bei Frauen mit dieser Diagnose zusätzlich folgende Symptome auf:
Wenn du einen regelmäßigen Menstruationszyklus hast und wiederholt ungeschützten Geschlechtsverkehr, solltest du ärztlichen Rat suchen, wenn du innerhalb von 12 Monaten nicht schwanger wirst (bei einem Alter unter 35 Jahren) bzw. innerhalb von 6 Monaten (bei einem Alter über 35 Jahren).
Vor der Diagnose einer Unfruchtbarkeit erhebt die Ärztin oder der Arzt die Krankengeschichte der Patientin und stellt Fragen zur Regelmäßigkeit des Menstruationszyklus sowie zum ungeschützten Geschlechtsverkehr in den vergangenen 6 bis 12 Monaten. Zusätzlich können weitere Untersuchungen durchgeführt werden, um die Ursachen der Unfruchtbarkeit zu ermitteln:
Dank medizinischer und technologischer Fortschritte lässt sich Unfruchtbarkeit heute behandeln: Bis zu 90 % der Paare, die eine solche Behandlung durchlaufen, können eine Schwangerschaft erreichen. Die Behandlung der Unfruchtbarkeit bei Frauen wird erst nach Klärung der Ursache im Rahmen der ärztlich empfohlenen Untersuchungen verordnet und kann sowohl medikamentös als auch chirurgisch erfolgen.
Liegt die Ursache der Unfruchtbarkeit in Ovulationsstörungen, kann eine medikamentöse Behandlung zur Stimulation oder Regulierung des Eisprungs empfohlen werden. Das geeignete Medikament wählt die Fachärztin oder der Facharzt anhand der Ergebnisse der spezifischen Untersuchungen aus.
Wird die Unfruchtbarkeit durch strukturelle Anomalien der Fortpflanzungsorgane (Gebärmutter, Eileiter) verursacht, kann ein operativer Eingriff zu deren Korrektur erfolgen. Auch zur Entfernung von Polypen, Myomen oder Beckenverwachsungen werden hysteroskopische oder laparoskopische Eingriffe empfohlen.
Darüber hinaus gibt es Verfahren der assistierten Reproduktion, wenn eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg nicht möglich ist – dazu zählen unter anderem die intrauterine (künstliche) Insemination und die In-vitro-Fertilisation. Allerdings kann auch keines dieser Verfahren eine Schwangerschaft garantieren.
Bei Frauen, bei denen Verfahren der assistierten Reproduktion nicht erfolgreich waren, können Ärztinnen und Ärzte ergänzende Methoden zur Behandlung der Unfruchtbarkeit empfehlen, etwa pflanzliche Mittel, Akupunktur, homöopathische Behandlungen, Entspannungstechniken und Energietherapien. Allerdings sind weitere Forschungen nötig, um die Wirksamkeit dieser Verfahren zu belegen.

Ein möglichst ausgewogener Lebensstil und proaktive Maßnahmen zum Erhalt der reproduktiven Gesundheit sind die wirksamsten Mittel zur Vorbeugung von Unfruchtbarkeit. Empfohlen wird daher:
Zum Schluss möchten wir, dass du möglichst genau verstehst, was Unfruchtbarkeit bei Frauen bedeutet und welche Faktoren die Fähigkeit beeinflussen, schwanger zu werden. Deshalb beantworten wir einige der häufigsten Fragen, damit keine Unklarheiten offenbleiben:
Bei Frauen erreicht die Fruchtbarkeit ihren Höhepunkt etwa zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr. Ab dem 30. Lebensjahr beginnen die ovarielle Reserve und damit auch die Fruchtbarkeit abzunehmen. Ab dem 35. Lebensjahr beschleunigt sich dieser Rückgang, und nach dem 45. Lebensjahr sind die Chancen auf eine Schwangerschaft sehr gering.
Ja, der Lebensstil gehört zu den Faktoren, die deine Fruchtbarkeit beeinflussen können. Gewohnheiten wie Rauchen, Alkoholkonsum, Gewichtsprobleme, unausgewogene Ernährung oder übermäßiges Training können das Risiko eines hormonellen Ungleichgewichts erhöhen, das wiederum deine Chancen auf eine Schwangerschaft verringern kann.
Heute stehen zahlreiche Behandlungsmethoden bei Unfruchtbarkeit zur Verfügung – von Medikamenten zur Stimulation des Eisprungs über chirurgische Eingriffe bis hin zu Verfahren der assistierten Reproduktion und ergänzenden Methoden. Die Ärztin oder der Arzt empfiehlt für jede Patientin die passende Behandlung, abhängig von den Ergebnissen der jeweiligen Untersuchungen.
Es ist unwahrscheinlich, dass Stress allein die alleinige Ursache für Unfruchtbarkeit ist – er kann die Fähigkeit einer Frau, schwanger zu werden, jedoch durchaus beeinträchtigen. Studien weisen auf ein doppelt so hohes Unfruchtbarkeitsrisiko bei Frauen hin, die in der Vergangenheit an Depressionen und Angststörungen gelitten haben.
Unfruchtbarkeit kann beide Partner gleichermaßen betreffen. Tatsächlich macht die weibliche Unfruchtbarkeit nur ein Drittel der Ursachen dafür aus, dass ein Paar keine Schwangerschaft erreicht. In einem weiteren Drittel der Fälle liegt die Ursache in der Unfruchtbarkeit des Mannes. In den übrigen Fällen leiden beide Partner an Erkrankungen, die ihre Fruchtbarkeit beeinträchtigen, oder die Ursachen bleiben unbekannt.