Sexuell übertragbare Krankheiten (STD) beziehungsweise sexuell übertragbare Infektionen (STI) sind Infektionen, die durch sexuellen Kontakt von einer Person auf eine andere übertragen werden. Der Kontakt erfolgt üblicherweise vaginal, oral oder anal. Manchmal können sie auch über andere Formen intimen Körperkontakts weitergegeben werden. Genitalherpes und HPV lassen sich beispielsweise durch Haut-zu-Haut-Kontakt übertragen.

STD verursachen nicht immer Symptome, oder sie äußern sich nur durch leichte Beschwerden, die meist übersehen werden. Deshalb ist es möglich, dass Sie eine Infektion haben, ohne davon zu wissen. Übertragen können Sie sie dennoch auf andere.
Wenn Symptome auftreten, können diese sein:
Sexuell übertragbare Krankheiten sind vielfältig; derzeit sind mehr als 20 solcher Erkrankungen bekannt. Zu den häufigsten gehören jedoch:

Eine Chlamydieninfektion ist eine häufige sexuell übertragbare Krankheit. Verursacht wird sie durch das Bakterium Chlamydia trachomatis. Betroffen sein können sowohl Männer als auch Frauen. Bei Frauen entwickeln sich Chlamydien im Gebärmutterhals, im Rektum oder im Rachen. Bei Männern können sie in der Harnröhre (im Inneren des Penis), im Rektum oder im Rachen auftreten.
Sie können sich beim oralen, vaginalen oder analen Sex mit einer infizierten Person anstecken. Frauen können die Krankheit während der Geburt an ihr Kind übertragen.
Chlamydien verursachen in der Regel keine Symptome. Daher merken Sie möglicherweise nicht, dass Sie infiziert sind. Auch symptomfreie Personen können die Krankheit an andere weitergeben. Falls Symptome auftreten, zeigen sie sich oft erst einige Wochen nach dem Geschlechtsverkehr mit einem infizierten Partner.
Zu den Symptomen bei Frauen gehören:
Zu den Symptomen bei Männern gehören:
Befallen Chlamydien das Rektum (bei Männern oder Frauen), kann dies rektale Schmerzen, Ausfluss und/oder Blutungen verursachen.
Gonorrhö (Tripper) ist eine sexuell übertragbare Krankheit. Am häufigsten betroffen sind junge Erwachsene. Die Bakterien, die Gonorrhö auslösen, befallen üblicherweise den Genitaltrakt, den Mund oder den Anus. Sie können sich beim vaginalen, oralen oder analen Sex mit einem infizierten Partner anstecken. Eine schwangere Frau kann ihr Kind während der Geburt infizieren.
Gonorrhö verursacht nicht immer Symptome. Bei Männern kann sie Schmerzen beim Wasserlassen und Ausfluss aus dem Penis hervorrufen. Bleibt sie unbehandelt, kann sie Probleme mit der Prostata und den Hoden verursachen.
Bei Frauen sind die ersten Symptome einer Gonorrhö meist mild. Später kann es zu Blutungen zwischen den Menstruationen, Schmerzen beim Wasserlassen und starkem vaginalem Ausfluss kommen. Unbehandelt kann die Infektion zu entzündlichen Erkrankungen des Beckens führen, die Probleme in der Schwangerschaft und Unfruchtbarkeit verursachen.
Trichomoniasis ist eine Infektion, die durch den Parasiten Trichomonas vaginalis verursacht wird. Die Symptome treten meist innerhalb eines Monats nach der Ansteckung auf. Allerdings zeigt bis zur Hälfte der infizierten Personen überhaupt keine Symptome (kann die Infektion aber trotzdem weitergeben).
Die Symptome der Trichomoniasis ähneln denen vieler anderer sexuell übertragbarer Infektionen (STI), weshalb die Diagnose manchmal schwierig ist.
Trichomoniasis kann bei Frauen Folgendes verursachen:
HIV ist ein Virus, das das Immunsystem angreift. Es kann durch sexuellen Kontakt sowie über andere Wege wie den Austausch von Körperflüssigkeiten übertragen werden. Bei einer mit HIV infizierten Person ist das Virus in allen Körperflüssigkeiten vorhanden, einschließlich Sperma, Blut, Muttermilch usw. Gelangen diese Flüssigkeiten in den Körper einer anderen Person, kann sich auch diese mit HIV anstecken. Das kann durch sexuellen Kontakt, die Verwendung nicht desinfizierter medizinischer oder kosmetischer Instrumente, Hautkontakt bei offenen Wunden, Geburt und Stillen geschehen.
Menschen mit HIV haben ein höheres Risiko, sich mit weiteren STI und anderen Infektionen anzustecken. Ohne Behandlung kann der Körper immungeschwächt werden. Dies kann zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen.

Eine Behandlung kann die Viruslast im Körper so weit senken, dass sie mit Tests nicht mehr nachweisbar ist. Das bedeutet zugleich, dass das Virus aufgrund der sehr geringen Menge nicht auf andere Personen übertragen werden kann. Eine Person mit nicht nachweisbarer Viruslast darf die Behandlung nicht abbrechen. Sie muss weiter fortgesetzt werden, um die Viruslast niedrig zu halten.
Weitere Möglichkeiten, eine Übertragung zu verhindern, sind:
Genitalherpes ist eine sexuell übertragbare Krankheit, die durch das Herpes-simplex-Virus (HSV) verursacht wird. Es kann Wunden im Genital- oder Rektalbereich, am Gesäß und an den Oberschenkeln hervorrufen. Die Ansteckung erfolgt durch vaginalen, analen oder oralen Sex mit einer infizierten Person. Das Virus kann sich sogar dann übertragen, wenn keine Wunden vorhanden sind. Zudem können Mütter ihre Babys während der Geburt infizieren.
Die Symptome von Herpes werden als Ausbrüche bezeichnet. Üblicherweise treten Wunden in der Nähe der Stelle auf, an der das Virus in den Körper eingedrungen ist. Bei den Wunden handelt es sich um Bläschen, die aufplatzen und schmerzhaft werden, um anschließend abzuheilen. Manchmal wissen Betroffene nicht, dass sie Herpes haben, weil sie keine oder nur sehr milde Symptome zeigen. Bei Neugeborenen oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann das Virus schwerere Verläufe verursachen.
Im ersten Jahr treten häufig neue Ausbrüche auf. Mit der Zeit werden sie seltener und die Symptome milder. Das Virus bleibt jedoch ein Leben lang im Körper. Erfahren Sie mehr über Genitalherpes, seine Erscheinungsformen und Behandlungsmöglichkeiten in unserem Artikel
Humane Papillomviren (HPV) sind eine Gruppe von Viren, die Haut und Schleimhäute befallen. Zu den Schleimhäuten zählen Mund, Anus, Rachen und Gebärmutterhals. Es gibt verschiedene HPV-Typen. Einige davon können die Gesundheit stärker beeinträchtigen als andere.
HPV ist weit verbreitet und betrifft weltweit Millionen von Menschen. In Deutschland werden jährlich schätzungsweise 300.000 Chlamydien-Neuinfektionen diagnostiziert -- Chlamydien sind die häufigste sexuell übertragbare Infektion in Deutschland. Nahezu alle sexuell aktiven Menschen infizieren sich irgendwann in ihrem Leben mit HPV – es sei denn, sie wurden geimpft, um dies zu verhindern.

Da die meisten Fälle völlig symptomfrei verlaufen, besteht ein erhöhtes Risiko, dass sich das Virus weiterverbreitet. Manche HPV-Typen können Genitalwarzen verursachen. Außerdem ist es sehr wichtig zu wissen, dass eine Infektion mit Papillomviren das Risiko für Gebärmutterhalskrebs erhöht – mehr dazu erfahren Sie hier.
HPV kann übertragen werden durch:
Eine Impfung kann helfen, die Übertragung von HPV zu verhindern. Weitere Informationen zur HPV-Infektion, zur Impfung und zur Behandlung finden Sie im ENROUSH-Blog.
Hepatitis A wird fäkal-oral übertragen. Dies kann bei direktem oral-analem Kontakt oder durch Kontakt mit Fingern beziehungsweise Gegenständen geschehen, die mit infiziertem Material in Berührung gekommen sind.
Hepatitis B (HBV) ist sexuell leichter übertragbar als HIV (50- bis 100-mal). Bekannt ist, dass HBV in Vaginalsekret, Speichel und Sperma vorkommen kann. Ungeschützter Oral- und Analsex bergen ein erhöhtes Übertragungsrisiko. Da HBV auch im Speichel gefunden wurde, besteht vermutlich ebenfalls ein Risiko der Übertragung durch intensives Küssen, das steigt, wenn ein Partner eine Zahnspange trägt oder offene Wunden im Mund hat. Bislang ist dies allerdings nicht dokumentiert.
Hepatitis C (HCV) wird durch Kontakt mit dem Blut einer infizierten Person übertragen – etwa bei Wunden, Verletzungen im Genitalbereich oder während der Menstruation.
Syphilis entsteht durch eine Infektion mit dem Bakterium Treponema pallidum. Es handelt sich um eine potenziell schwere Infektion; eine frühzeitige Behandlung ist notwendig, um dauerhafte Gesundheitsschäden und Langzeitkomplikationen zu vermeiden.
Üblicherweise verläuft sie in vier Stadien.
Die einzige Möglichkeit, eine Syphilis-Infektion zu bestätigen, ist ein Test. Bei positivem Ergebnis sollte die betroffene Person ärztlichen Rat einholen. Außerdem müssen der Sexualpartner beziehungsweise die Sexualpartner über die Infektion informiert werden.
Die Symptome treten durchschnittlich etwa 21 Tage nach der Übertragung des Bakteriums auf, der Zeitraum kann aber auch zwischen 10 und 90 Tagen liegen.
Viele Menschen glauben, sie würden sofort merken, wenn sie eine sexuell übertragbare Infektion hätten, weil sie die Symptome bemerken würden. Doch leider ist das nicht der Fall. Die erstaunlich hohe Häufigkeit asymptomatischer STI ist ein Grund dafür, dass diese Erkrankungen so weit verbreitet sind. Menschen können – und tun es häufig – viele Jahre mit einer solchen Infektion leben, ohne davon zu wissen. In dieser Zeit können sie, wenn sie nicht achtsam sind, die Infektion an einige oder alle ihrer Sexualpartner weitergeben.

Die häufigsten asymptomatischen sexuell übertragbaren Infektionen sind:
Die Infektionen, die sexuell übertragbare Krankheiten (STD) verursachen, haben unterschiedliche Inkubationszeiten – also unterschiedliche Zeitspannen zwischen der Übertragung und dem Auftreten der Symptome. Manche Inkubationszeiten dauern nur wenige Tage, andere können Wochen oder Monate betragen. Ebenso ist es möglich, dass niemals Symptome auftreten.
Zu wissen, wie lang die Inkubationszeiten der verschiedenen STD-Erreger sind, kann Ihnen helfen, Anzeichen und Symptome besser zu erkennen, sofern sie auftreten – auch wenn dies kein sicherer Weg ist, um festzustellen, ob Sie infiziert sind oder nicht.
STD beziehungsweise STI können verursacht werden durch:
Jeder, der sexuell aktiv ist, hat ein gewisses Risiko, sich einer STD oder STI auszusetzen. Zu den Faktoren, die dieses Risiko erhöhen können, gehören:
Da viele Menschen in den Frühstadien einer STD oder STI keine Symptome zeigen, ist ein Screening auf STI wichtig, um Komplikationen zu vermeiden.
Mögliche Komplikationen sind:
Ein STI-Test ist für alle sinnvoll, die auf eine der folgenden Kategorien zutreffen:
Zu beachten ist allerdings, dass kein STI-Test vollkommen genau ist. Zudem gibt es für bestimmte sexuell übertragbare Krankheiten keine verfügbaren Tests, und manche Betroffene entwickeln keine Symptome oder erst nach langer Zeit.

Abhängig von der Sexualanamnese kann Ihr Arzt verschiedene Tests empfehlen, um das Vorliegen einer STI zu überprüfen. Die meisten dieser Erkrankungen lassen sich mit Urin- oder Blutproben nachweisen. Der Arzt kann diese Untersuchungen empfehlen, um Folgendes zu prüfen:
In manchen Fällen sind Urin- und Bluttests nicht so genau wie andere Testverfahren. Gut zu wissen: Nach einer Exposition gegenüber bestimmten Infektionen kann es einen Monat oder länger dauern, bis Bluttests ein zu 100 % verlässliches Ergebnis liefern.
Steckt sich eine Person beispielsweise mit HIV an, kann es einige Wochen bis mehrere Monate dauern, bis Tests die Infektion nachweisen.
Viele Ärzte verwenden vaginale, zervikale oder urethrale Abstriche, um andere sexuell übertragbare Krankheiten zu überprüfen.
Manche Apotheken bieten Testkits an, die Sie zu Hause anwenden können – für eine Reihe sexuell übertragbarer Infektionen (STI), darunter Chlamydien, Gonorrhö, Trichomonaden, Syphilis und HIV. Die Testergebnisse sind vertraulich und liegen innerhalb von 3 Werktagen vor. Diese Tests sind allerdings nur für Personen sinnvoll, die keine Symptome einer sexuell übertragbaren Krankheit zeigen. Wenn bereits Symptome vorliegen, ist eine fachärztliche Untersuchung in einer entsprechenden Praxis erforderlich. Und selbst wenn ein Heimtest negativ ausfällt: Bei Verdacht auf ein falsch negatives Ergebnis sollten Sie einen Facharzt konsultieren. Dieser wird Sie zu den weiteren Schritten beraten.


Es gibt eine Reihe von Faktoren, die das Risiko für STD erhöhen können. Daher ist es wichtig, Präventionsmaßnahmen zu beachten, um sich zu schützen. Dazu gehören:
Die oben genannten Vorsichtsmaßnahmen können das Risiko einer Übertragung oder Ansteckung mit STI senken, stellen jedoch keine Garantie dar. Wichtig ist ein offenes Gespräch mit jedem neuen Partner über dessen Sexualanamnese, bevor eine Beziehung beginnt. Sinnvoll ist es, wenn sich beide Partner vor dem ersten sexuellen Kontakt testen lassen.
Je nach Art und Komplexität gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten für sexuell übertragbare Krankheiten. Am häufigsten verschreiben Ärzte eine medikamentöse Therapie mit Antibiotika oder Virostatika.
Einmaldosis-Antibiotika werden häufig zur Behandlung bestimmter bakterieller und parasitärer sexuell übertragbarer Infektionen eingesetzt, darunter Gonorrhö, Syphilis, Chlamydien und Trichomoniasis. In der Regel werden Gonorrhö und Chlamydien gleichzeitig behandelt, da die beiden Infektionen oft zusammen auftreten.
Bei Genitalherpes oder HIV wird üblicherweise ein antivirales Medikament verordnet. Die Wahrscheinlichkeit eines Herpes-Rezidivs sinkt, wenn Sie täglich eine suppressive Therapie mit einem vom Facharzt verordneten Virostatikum einnehmen. Dennoch ist es weiterhin möglich, Herpes auf den Partner zu übertragen.
Antivirale Medikamente können eine HIV-Infektion über viele Jahre unter Kontrolle halten. Sie bleiben jedoch Virusträger und können das Virus weitergeben, auch wenn das Risiko geringer ist.
Jedes Land hat unterschiedliche Vorgaben, doch in den meisten müssen bestimmte STI dem örtlichen oder regionalen Gesundheitsamt gemeldet werden. Gesundheitsbehörden beschäftigen häufig speziell geschulte Fachkräfte für Infektionsintervention, die bei der Benachrichtigung von Partnern und der Vermittlung von Behandlungen unterstützen. Diese Stellen können außerdem psychologische Beratung anbieten, über das Krankheitsmanagement informieren und alle weiteren Fragen beantworten, die Sie haben könnten.
Zeigen die Tests, dass Sie eine STI haben, müssen Ihre Sexualpartner – einschließlich aktueller Partner und aller weiteren Partner der letzten drei Monate bis zu einem Jahr – informiert werden, damit sie sich testen lassen können. Sind sie infiziert, können sie anschließend behandelt werden.
Eine offizielle, vertrauliche Partnerbenachrichtigung kann die Ausbreitung von STI begrenzen, insbesondere bei Syphilis und HIV. Personen mit erhöhtem Risiko erhalten so Beratung und die passende Behandlung. Manche STI können erneut auftreten oder man kann sich wieder anstecken. Wenn Sie darauf achten, Ihren Partner zu informieren, verringern Sie das Risiko einer Neuinfektion.
Im Folgenden finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen zu sexuell übertragbaren Krankheiten.
Ja, ein großer Teil der STD kann auch durch Oralsex übertragen werden.
Sexuell übertragbare Krankheiten können im intrauterinen Leben, während der Geburt oder über die Muttermilch auf Babys übertragen werden. Der Übertragungsweg hängt von der jeweiligen Infektion ab.