Nach langer Recherche im weiten Internet und der Erkenntnis, dass Kunst, Medien und die Kultur, die wir konsumieren, unsere Wahrnehmung von körperlicher Schönheit ständig verändern und prägen, haben wir einige wichtige Momente in der Geschichte der Schambehaarung ausgemacht.
Die Zuckerpaste-Enthaarung kennst du sicher schon, deshalb wird es dir nicht schwerfallen, mit den Frauen im Alten Ägypten mitzufühlen. Sie praktizierten das sogenannte „Sugaring“ (von englisch sugar, Zucker) folgendermaßen: Sie schmolzen Zucker zu einer Paste, mit der sie die Haare mithilfe von Stoffstreifen entfernten. Auch Bronzeklingen kamen zum Einsatz – und sie waren die Ersten, die ihre Schambehaarung zu einem Dreieck oberhalb der Vulva formten.
Es gibt einen Grund, warum man auf antiken griechischen Skulpturen keine Frauen mit Schambehaarung sieht (ist dir aufgefallen, dass alle haarlos sind?). Offenbar war der Trend, dort unten gar keine Haare zu haben, im antiken Griechenland absolut angesagt – und die Frauen rissen sich die Schamhaare einfach einzeln aus. Autsch!
Eine Frau im Italien des 16. Jahrhunderts zu sein, war keine einfache Sache… Viele Forschende nennen die Renaissance das „goldene Zeitalter der Enthaarung“ – und das zu Recht. In dieser Zeit gab es eine regelrechte Explosion an Rezepten zur Entfernung von Körperhaaren – ausschließlich für Frauen bestimmt – und für weitere Schönheitsrituale, von denen einige sogar gefährlich waren. In einem „Buch der Geheimnisse“ von 1532 findet sich folgendes Rezept:
„Wie man die Haare an jedem Körperteil entfernt oder verliert:
Kochen Sie eine Lösung aus einem halben Liter Arsen und einem Achtel davon an gebranntem Kalk. Gehen Sie in ein Bad oder in einen heißen Raum und tragen Sie die Lösung auf die zu enthaarende Stelle auf. Wenn sich die Haut heiß anfühlt, waschen Sie sich schnell mit warmem Wasser, damit sich das Fleisch nicht löst.“ (Quelle)
1880 brachte King Camp Gillette den Vorgänger des heutigen herkömmlichen Rasierers auf den Markt. Einige Jahre später, 1915, folgte der erste Rasierer für Frauen: das „Milady Décolleté“ in einer rosa Samtverpackung.
In den 70er- und 80er-Jahren stand „üppige Behaarung für Virilität und Lüsternheit (...) und viele männliche Darsteller trugen Schnurrbart, Achsel- und Brusthaare, aber auch die Frauen hatten Achsel- und Schambehaarung“ (Quelle). Es war die Ära der natürlichen Schambehaarung. In derselben Zeit fanden Proteste für Menschenrechte und körperliche Selbstbestimmung statt – die Mode des „Buschs“ und der Körperbehaarung war also Teil der politischen und kulturellen Umbrüche jener Zeit.

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Die frühen 2000er waren der perfekte Zeitpunkt für Experimente beim Stylen und Pflegen der Schambehaarung. Frauen begannen, neue Modetrends zu erkunden, die „Hand in Hand“ mit dem Vorhandensein oder Fehlen von Körperbehaarung gingen: der brasilianische String, die Hüftjeans. Und das alles vor dem Hintergrund immer unrealistischerer Schönheitsideale. Gleichzeitig entstanden neue Bewegungen (die Hipster – oder die neuen Hippies), gerade um sich diesen Normen zu widersetzen, ganz wie in den 70ern.
Ist es also eine gute Idee, die Schambehaarung zu entfernen – oder nicht? Sollte man sie wachsen lassen? Wird Schambehaarung grau? Und wie viel Behaarung ist bei einer Frau normal?
Die Antworten können sehr unterschiedlich und höchst persönlich ausfallen – je nach deinen eigenen Vorlieben und Pflegegewohnheiten. Eines ist jedoch sicher: Die Pflege der Schambehaarung ist eine Form von Selbstliebe.

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