Die nabothische Zyste ist eine gutartige gynäkologische Veränderung am Gebärmutterhals, die als kleine, mit Schleim gefüllte Erhebung auftritt – der Schleim wird von den Zervixdrüsen produziert.
Stell dir den Gebärmutterhals als feine Oberfläche vor, umgeben von Drüsen und Zellen, die ganz normal Schleim produzieren. Diese Drüsen können von einer Art Epithelzellen überdeckt und verschlossen werden – dann füllen sie sich und verstopfen mit Sekret. In diesem Moment sammelt sich das Sekret in kleinen Erhebungen, die wie weiße Pickel aussehen und Naboth-Zysten genannt werden.
Eine Patientin kann eine einzelne nabothische Zyste haben oder mehrere. Normalerweise stellen solche Zysten keine Bedrohung dar, sie sind nicht gefährlich und auch kein Anzeichen für Gebärmutterhalskrebs. Wenn sie keine Symptome und Komplikationen verursachen, können sie einfach ignoriert werden.
Es gibt jedoch Fälle, in denen der Arzt eine Entfernung empfiehlt – zum Beispiel wenn sie zu groß sind und die Sicht auf den Gebärmutterhals bei einer Untersuchung behindern.
Betroffen sind Frauen – grundsätzlich kann jede Person mit einem Gebärmutterhals eine solche Zyste entwickeln. Ganz natürlich treten solche Zysten vor allem in der Pubertät und in den Wechseljahren auf, doch es gibt auch bestimmte Situationen oder Lebensphasen, die die Funktion der Drüsen am Gebärmutterhals beeinflussen. So bist du anfälliger für verschlossene Drüsen und die Entstehung nabothischer Zysten nach:

Naboth-Zysten gehören zu den häufigsten Befunden, die Gynäkologen bei einer Untersuchung feststellen – ohne dass eine Behandlung erforderlich wäre.
Es handelt sich lediglich um eine veränderte Erscheinung des Gebärmutterhalses, für die Schwangere, Mädchen in der Pubertät oder Frauen in den Wechseljahren besonders anfällig sind, die deinem Körper aber keinerlei Schaden zufügt.
Wie bereits erklärt, ist dein Gebärmutterhals von Zellen und Drüsen umgeben, die auf natürliche Weise und kontinuierlich Schleim produzieren.
Manchmal (vor allem in den oben genannten Fällen, also nach einer Schwangerschaft, einer Verletzung oder einer Entzündung des Gebärmutterhalses) überdecken gesunde Epithelzellen diese Drüsen, um das Zervixgewebe wiederherzustellen.
Das Problem: Indem sie die Drüsen bedecken, schließen sie den Schleim darin ein, und das Sekret kann nicht mehr abfließen. In den Zervixdrüsen eingeschlossen, staut sich der Schleim und bildet so eine Naboth-Zyste – die für dich jedoch völlig unbedenklich ist.
Jede Frau kann nabothische Zysten entwickeln – jederzeit ab der Pubertät bis hin zu den Wechseljahren, also etwa im Alter von 40 bis 50 Jahren. Schwangere Frauen bilden eine weitere Risikogruppe für diese Veränderung.
Eine weitere Situation, in der du anfällig für zystenähnliche Veränderungen sein kannst, ist das sogenannte Adenoma malignum, das die Schleimproduktion am Gebärmutterhals beeinträchtigt und Zysten hervorruft, die den Naboth-Zysten zum Verwechseln ähnlich sehen.
Eine Naboth-Zyste kann weiß oder gelblich sein, klar oder unscharf abgegrenzt, und je nach Menge des eingeschlossenen Schleims einen Durchmesser von wenigen Millimetern bis zu 4 cm erreichen.
Abgesehen von ihrem ungewöhnlichen Aussehen verursachen diese Zysten in der Regel keine weiteren Symptome. Sie sind nicht schmerzhaft und beeinträchtigen deinen Alltag nicht. Möglicherweise weißt du gar nicht, dass du sie hast, bis dein Frauenarzt dich bei einer Routineuntersuchung darüber informiert.
Sehr selten kann eine Naboth-Zyste Beschwerden verursachen, etwa ein Druckgefühl im Bereich der Scheide oder Schmerzen vor, während oder nach dem Geschlechtsverkehr.
Sichtbare Symptome können außerdem auftreten, wenn eine nabothische Zyste platzt – dabei wird der eingeschlossene Schleim freigesetzt, gelegentlich zusammen mit kleinen Mengen Blut, mit oder ohne unangenehmen Geruch, in Form von Zwischenblutungen bzw. Ausfluss. Diese Symptome sind meist kurzzeitig, halten sie jedoch an, ist ein Besuch beim Gynäkologen nötig.
Ein letztes mögliches Problem entsteht, wenn sehr viele Zysten vorhanden sind oder eine Naboth-Zyste besonders groß ist. Dann kann die Sicht des Arztes auf den Gebärmutterhals während der Untersuchung eingeschränkt sein, und die korrekte Zellentnahme für einen Pap-Test kann behindert werden. Aber auch das kommt sehr selten vor.

Wenn die Symptome dich beeinträchtigen oder anhalten, solltest du mit deinem Arzt sprechen. Vereinbare einen gynäkologischen Termin, wenn du Zwischenblutungen, Unterleibsschmerzen oder ungewöhnlichen Ausfluss bemerkst.
Diese Beschwerden können auf eine Vielzahl anderer Veränderungen oder Infektionen hinweisen, die diagnostiziert und behandelt werden müssen – hole dir daher möglichst schnell die Meinung einer Fachärztin oder eines Facharztes ein. Weißt du eigentlich, wie viel Vaginalsekret über die Gesundheit deines Intimbereichs verrät? Ausführlich über die Arten und Ursachen von vaginalem Ausfluss sprechen wir HIER.
Die nabothische Zyste ist häufig und ganz alltäglich – dein Frauenarzt erkennt meist schon bei der ersten Untersuchung, worum es sich handelt. Die Diagnose wird im Rahmen einer einfachen Routinekontrolle gestellt.
Bestehen dennoch Zweifel hinsichtlich der Art der Zyste und ist eine Bestätigung nötig, dass es sich tatsächlich um eine Naboth-Zyste handelt, können zusätzliche Untersuchungen erfolgen, etwa:
Grundsätzlich ist bei nabothischen Zysten keine Behandlung erforderlich, solange sie symptomlos bleiben und keine Beschwerden verursachen.
Sind sie jedoch so zahlreich oder so groß, dass ein Pap-Test und die Untersuchung des Gebärmutterhalses nicht möglich sind, müssen sie entfernt werden.
Der Arzt kann die Zysten eröffnen, um festzustellen, ob sie bösartig sind, oder sie mittels Kryotherapie entfernen (Einfrieren und Zerstören der Zyste mit flüssigem Stickstoff) bzw. per Elektrokauterisation (Einsatz von elektrischem Strom, um die Zyste zu erhitzen und zu zerstören).
All diese Eingriffe gehen schnell, können bei einem einzigen Termin in der gynäkologischen Praxis durchgeführt werden und haben eine kurze Erholungszeit. Schon nach wenigen Tagen solltest du dich wieder gut fühlen.
Viele Naboth-Zysten werden zufällig entdeckt – gerade durch die Routinekontrollen während der Schwangerschaft. Und viele von ihnen entstehen genau in dieser Zeit oder nach der Geburt.
Denn der Gebärmutterhals, der normalerweise geöffnet ist, damit Flüssigkeiten austreten (Menstruation) oder eindringen können (Samenflüssigkeit), verschließt sich während der Schwangerschaft und schützt so die Entwicklung des Kindes. Nach der Geburt, wenn neues Gewebe die schleimproduzierenden Zervixdrüsen überdeckt, können sich die Zellen übermäßig vermehren und den Abfluss des Schleims blockieren – so entstehen Naboth-Zysten.
Auch wenn sie in der Regel harmlos sind: Sprich mit deinem Arzt, wenn du während der Schwangerschaft Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Blutungen oder ungewöhnlichen Ausfluss bemerkst. Er wird dir je nach Bedarf die passende Behandlung empfehlen.
Zysten können selbst als Komplikation einer Hysterektomie (operative Entfernung der Gebärmutter) entstehen, führen aber ihrerseits nicht zu schwerwiegenden Komplikationen und gefährden deine Gesundheit nicht.
Die häufigste Komplikation besteht darin, dass ein Pap-Test aufgrund der Größe der Zysten schmerzhaft oder unmöglich ist. In diesem Fall werden sie entfernt. Kein Grund zur Sorge: Selbst die größten Naboth-Zysten lassen sich problemlos entfernen, ohne dass später medizinische Beschwerden zurückbleiben.
Es kann auch vorkommen, dass diese schleimgefüllten Erhebungen platzen, wodurch sich ihr Inhalt in Form von ungewöhnlichem, unangenehm riechendem Ausfluss und leichten Blutungen entleert. In der Regel halten diese Symptome nur kurze Zeit an.
Der nabothischen Zyste lässt sich nicht vorbeugen – aber du musst dir auch keine Sorgen machen. Es gibt viele andere gynäkologische Probleme, auf deren Vorbeugung du dich konzentrieren solltest. Pflege also einfach deinen Intimbereich und achte darauf, regelmäßige Termine beim Frauenarzt zu vereinbaren. Naboth-Zysten sind kein Grund zur Besorgnis.

Obwohl sowohl die Naboth-Zyste als auch Gebärmutterhalskrebs den Gebärmutterhals betreffen, unterscheiden sie sich grundlegend.
Die Naboth-Zyste stellt keine Gefahr für die Gesundheit dar und verursacht in den meisten Fällen weder Symptome noch erfordert sie eine Behandlung. Es sind lediglich kleine weiße oder gelbliche Erhebungen, in denen sich Schleim angesammelt hat, weil gesunde Epithelzellen die Drüsen verstopft haben.
Gebärmutterhalskrebs hingegen entsteht, wenn sich atypische Zellen unkontrolliert vermehren – und ist sehr gefährlich, wenn er nicht rechtzeitig erkannt wird. Dank Früherkennungsuntersuchungen (Pap-Abstrich) und der HPV-Impfung gehört er in Deutschland heute zu den selteneren Krebserkrankungen bei Frauen (rund 4.540 Neuerkrankungen und 1.413 Todesfälle pro Jahr, Quelle: RKI 2023) — regelmäßige Vorsorge bleibt trotzdem wichtig. In einem anderen Blogartikel haben wir viele weitere nützliche Informationen darüber zusammengestellt, was Gebärmutterhalskrebs bedeutet und wie du ihm vorbeugen kannst.
Naboth-Zysten sind häufig, und in der Regel erkennt der Frauenarzt sie sofort bei einer Routineuntersuchung und kann die Möglichkeit von Krebs ausschließen. Bestehen dennoch Zweifel, kann eine Flüssigkeitsprobe aus der Zyste ins Labor geschickt werden, um ihre Natur zu bestätigen.
Du kannst mit einer Naboth-Zyste ein völlig normales Leben führen, denn sie sollte dich in keiner Weise beeinträchtigen. Solange sie keine Beschwerden oder andere Symptome verursacht, ist auch keine Behandlung nötig – also keine Sorge. Es besteht kein Anlass, nach Hausmitteln oder alternativen Lösungen zu suchen. Sei dir außerdem bewusst, dass diese Zysten nicht von selbst verschwinden – was aber ebenfalls kein Problem darstellt. Gehe regelmäßig zur gynäkologischen Untersuchung, und dein Arzt wird dir sagen, ob und wann eine Entfernung nötig ist.