1940 entwickelte Arnold Kegel, ein amerikanischer Gynäkologe, die Übungen, die später seinen Namen tragen sollten – mit dem Ziel, Frauen mit Blasenproblemen zu helfen. Heute sind Kegel-Übungen Techniken, die die Beckenbodenmuskulatur stärken und die inneren Organe besser stützen: die Harnröhre, die Harnblase, die Gebärmutter (bei Frauen) und den Enddarm. Ihr Ziel ist es, die Kontraktionen zu verbessern und so Menschen (sowohl Frauen als auch Männern) zu helfen, die unter Harn- oder Stuhlinkontinenz leiden.
Woran erkennst du die Kegel-Muskeln?
Du kannst diese Muskeln lokalisieren, wenn du versuchst, den Harnstrahl zu unterbrechen. Die Muskeln, die du dabei einsetzt, sind die Beckenbodenmuskeln! So weißt du, wie es sich anfühlt, wenn sie sich zusammenziehen oder entspannen. Aber Achtung: Diese Übung sollte beim Wasserlassen nicht wiederholt werden – sie dient nur dazu, deine Muskeln kennenzulernen.
Kegel-Übungen werden mit entleerter Blase durchgeführt, da sonst das Risiko von Harnwegsinfektionen steigen kann.
Viele Faktoren können die Beckenbodenmuskulatur schwächen, zu den Hauptursachen zählen:
Schwangerschaft
Geburt
operative Eingriffe
Alter
übermäßiges Pressen infolge von Verstopfung oder chronischem Husten
Die Beckenbodenmuskulatur kann im Laufe der Zeit erschlaffen und dadurch Probleme verursachen. Wenn eine oder mehrere der folgenden Beschwerden auf dich zutreffen, könnten Kegel-Übungen dir helfen:
Du verlierst beim Niesen, Lachen oder Husten einige Tropfen Urin (Stressinkontinenz)
Du verspürst einen starken, plötzlichen Harndrang, kurz bevor du eine größere Menge Urin verlierst (Dranginkontinenz)
Du verlierst Stuhl (Stuhlinkontinenz)
Wenn du mit Harninkontinenz zu kämpfen hast, kann dir eine Slipeinlage aus 100 % Bio-Baumwolle wie ENROUSH helfen, dich vor unerwünschtem Auslaufen zu schützen – ohne das Risiko von Reizungen oder Allergien durch chemische Inhaltsstoffe.

Die richtige Technik ist entscheidend, wenn du die gewünschten Ergebnisse in kürzester Zeit erzielen möchtest. Und wenn du die Übungen korrekt ausführst, vermeidest du mögliche negative Auswirkungen auf die Beckenorgane.

Grundsätzlich geht es darum, einige Schritte zu befolgen:
Stelle zunächst sicher, dass deine Blase leer ist, und setze oder lege dich dann auf den Rücken
Spanne die Beckenbodenmuskulatur an
Halte die Spannung und den Beckenboden 3–5 Sekunden in dieser Position
Entspanne deine Muskeln für weitere 3–5 Sekunden

Sobald du dich an diese Technik gewöhnt hast, kannst du die Kegel-Übungen dreimal täglich mit jeweils 10 Wiederholungen durchführen. Wichtig ist außerdem, tief zu atmen und den Körper zu entspannen, während du diese Übungen machst. Das Anspannen und Anheben sollte ohne Anspannung des Bauches und ohne Anspannen der Bauch-, Oberschenkel- oder Gesäßmuskulatur erfolgen.
Obwohl Kegel-Übungen jederzeit und überall durchgeführt werden können, erzielst du die besten Ergebnisse, wenn du einen festen Rhythmus einhältst (zum Beispiel morgens, mittags und abends). Wenn möglich, versuche, die Übungen immer zur gleichen Tageszeit zu machen.

So kannst du eine wirkungsvolle Kegel-Routine aufbauen, die dir langfristig hilft:
Lerne, die Beckenbodenmuskeln richtig zu identifizieren
Verbessere ständig deine Technik
Bleibe konzentriert
Atme tief und richtig
Wiederhole die Übungen 3-mal täglich

Wenn du die Kegel-Übungen regelmäßig machst, kannst du innerhalb weniger Wochen (4–6 Wochen) mit Ergebnissen rechnen. Für einen dauerhaften Nutzen solltest du jedoch eine feste, tägliche Routine beibehalten.
Zu den Vorteilen der Kegel-Übungen für Frauen zählen:
Stärkung der Vaginalmuskulatur
erhöhte Empfindsamkeit und intensivere Orgasmen
Linderung von Menstruationskrämpfen
Förderung der vaginalen Befeuchtung
Gesundheit des gesamten Körpers
Fast 70 % der Frauen leiden während der Schwangerschaft oder nach der Geburt an Harninkontinenz. Kegel-Übungen können dir also helfen, deine Muskulatur so zu stärken, dass du einer Inkontinenz vorbeugst oder sie beendest. Wenn du sie in der Schwangerschaft machst, können sie dir zudem zu einer leichteren Geburt verhelfen und einen Prolaps (also das Absinken der Organe) in der Schwangerschaft verhindern, bei dem die Blase durch das Gewicht der Schwangerschaft aus ihrer Position rutschen kann.
Nach der Menopause geht Muskelmasse allmählich verloren, und auch die Beckenbodenmuskulatur bleibt von einem altersbedingten Abbau nicht verschont. Das ist ein natürlicher Prozess, doch Studien zeigen, dass Frauen ein höheres Risiko haben, eine Beckenbodendysfunktion, Harninkontinenz, einen Prolaps oder eine Stuhlinkontinenz zu entwickeln.
Die gute Nachricht: Kegel-Übungen können die Blutzirkulation im Beckenbereich verbessern, was zu einer besseren natürlichen Befeuchtung der Scheide beitragen kann. Darüber hinaus kann regelmäßiges Training sogar zu intensiveren Orgasmen führen.
Kegel-Kugeln, auch Ben-Wa-Kugeln genannt, werden seit Jahrhunderten zur Stärkung der Vaginal- und Beckenbodenmuskulatur verwendet. Es handelt sich um kleine, gewichtete Kugeln, die in verschiedenen Größen erhältlich sind und aus unterschiedlichen Materialien bestehen können.
Doch Kegel-Kugeln können mehr, als nur die Beckenbodenmuskulatur zu stärken: Sie lassen sich als Sexspielzeug verwenden und können die Lust steigern (übrigens: Lies hier mehr darüber, wie du das passende Sexspielzeug auswählst!)

Auch Männer mit bestimmten gesundheitlichen oder sexuellen Beschwerden können von Kegel-Übungen profitieren. Welche Vorteile haben sie für Männer?
Sie helfen, die Inkontinenz zu verbessern
Sie helfen, Schmerzen und Schwellungen der Prostata zu lindern
Sie steigern das sexuelle Vergnügen durch eine bessere Kontrolle der Ejakulation
Ja, Kegel-Übungen können helfen, Schmerzen und Schwellungen der Prostata zu lindern, die bei einer Prostatitis und einer benignen Prostatahyperplasie (BPH) auftreten.
Die Wirkung der Kegel-Übungen auf die sexuelle Gesundheit zeigt sich in einer besseren Kontrolle der Ejakulation. Bei regelmäßiger Anwendung können sie zudem bei erektiler Dysfunktion wirksam sein und so die Erektion unterstützen.