Laut den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) ist HPV die häufigste sexuell übertragbare Infektion: Nahezu alle sexuell aktiven Menschen – unabhängig vom Geschlecht – erkranken mindestens einmal im Leben an einer HPV-Infektion.

Es sind über 100 HPV-Typen bekannt, von denen mehr als 40 durch sexuellen Kontakt übertragen werden. In der Regel ist HPV harmlos und verschwindet von selbst. Einige Typen können jedoch Genitalwarzen und sogar Krebs verursachen.

Die meisten Menschen, die sich mit dem Virus infizieren, haben keine Symptome. Die Infektion kann ohne gesundheitliche Folgen von selbst abheilen, besonders wenn das Immunsystem das Virus erfolgreich bekämpft. Bleibt HPV jedoch im Körper, kann es ansteckend sein und die Infektion weitergegeben werden. Deshalb ist es wichtig, das Virus zu behandeln, sobald du von seiner Anwesenheit weißt. Hier einige Symptome:
Genitalwarzen (Kondylome). Es handelt sich um Läsionen, Schwellungen oder stielartige Erhebungen; sie treten an der Vulva, in der Nähe des Anus, am Gebärmutterhals oder in der Scheide auf; sie verursachen keine Beschwerden oder Schmerzen, können aber juckreizauslösend sein.
Gewöhnliche Warzen. Das sind harte Erhebungen an Händen und Fingern; sie können Schmerzen, Verletzungen und Blutungen verursachen.
Plantarwarzen (Dornwarzen). Sie sind meist hart, treten an Fersen und Fußsohlen auf und verursachen Beschwerden.
Filiforme oder flache Warzen. Sie sehen wie kleine Läsionen aus und können an jeder Körperstelle auftreten. Bei Frauen zeigen sie sich am häufigsten an den Beinen.
Wenn du eines dieser Anzeichen bemerkst, solltest du unbedingt einen Arzttermin vereinbaren.
Welche HPV-Typen gibt es also genau – die HPV-Typen?
Die meisten genitalen HPV-Infektionen sind ungefährlich und heilen von selbst ab. Zwei HPV-Typen (Typ 6 und 11) verursachen die meisten Fälle von Kondylomen und gelten als Niedrigrisiko-Typen, da sie nicht zu Krebs oder anderen schweren Gesundheitsproblemen führen.
Dagegen gibt es 16 Hochrisiko-Typen, von denen 2 (18 und 16) für 70 % aller Gebärmutterhalskrebsfälle verantwortlich sind. Studien zeigen zudem, dass etwa 99 % der Gebärmutterhalskrebsfälle auf eine HPV-Infektion zurückzuführen sind.

Eine HPV-Infektion entsteht, wenn das Virus in den Körper eindringt – meist beim Geschlechtsverkehr. Es gibt jedoch Risikofaktoren, die du kennen solltest:
Anzahl der Sexualpartner: Auch wenn es keine Regel ist, kann eine hohe Zahl an Sexualpartnern das Risiko einer HPV-Infektion erhöhen. Unabhängig von der Partnerzahl besteht das Risiko jedoch bereits, wenn du sexuell aktiv bist (auch mit nur einem Partner).
Alter: Gewöhnliche Warzen treten am häufigsten bei Kindern auf, Genitalwarzen vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
Immunsystem: wenn es geschwächt ist, wenn du eine Therapie erhältst, die es beeinflusst, nach einer Transplantation oder bei einer HIV-Infektion.
Hautverletzungen: Kratzer, Läsionen oder Wunden auf der Hautoberfläche, die anfälliger für eine HPV-Infektion sein können
Direkter Kontakt mit Läsionen bzw. Warzen anderer Personen sowie das Berühren von Oberflächen, die mit HPV in Kontakt gekommen sind – zum Beispiel in öffentlichen Duschen oder Schwimmbädern.
HPV betrifft Mund, Rachen oder den Genitalbereich. Sexueller Kontakt ist also nicht der einzige Übertragungsweg. Tatsächlich kann das Virus über einen Schnitt, eine Hautabschürfung oder einfach durch Haut-zu-Haut-Kontakt übertragen werden.
Zudem kann eine Person mit HPV die Infektion weitergeben, auch wenn sie keine Symptome hat. Du kannst HPV bekommen durch:
jeden Haut-zu-Haut-Kontakt im Genitalbereich
vaginalen, analen oder oralen Sex
das gemeinsame Nutzen von Sexspielzeug
Symptome können erst Jahre nach dem Kontakt mit dem Virus auftreten, was es schwierig macht, die genaue Ursache und den Zeitpunkt der Ansteckung zu bestimmen.
In den meisten Fällen haben Frauen keine Symptome. Manchmal lassen sich jedoch Läsionen in der Scheide, an der Vulva oder am Anus feststellen. Eine gynäkologische Untersuchung ist unbedingt notwendig, wenn du solche Veränderungen bemerkst – und der einfachste Weg, Komplikationen vorzubeugen, sind regelmäßige gynäkologische Kontrollen.
Wie bei Frauen verlaufen die meisten Fälle symptomlos, manchmal treten jedoch Warzen an den Genitalien auf. Einige Typen können zu Krebs führen (an Penis, Anus oder im Rachen), und ein geschwächtes Immunsystem begünstigt Infektionen.
Die HPV-Typen, mit denen sich Männer infizieren können, sind dieselben wie bei Frauen.
Wenn du sich während der Schwangerschaft mit dem Virus infizierst, können Symptome am Gebärmutterhals auftreten. Deshalb wird das routinemäßige Screening auf Gebärmutterhalskrebs empfohlen: Es kann auch in der Schwangerschaft durchgeführt werden, wobei Ärzte empfehlen, mit der Behandlung erst nach der Geburt zu beginnen.
In einigen Fällen kann eine HPV-Infektion zu Komplikationen in der Schwangerschaft oder bei der Geburt führen; in seltenen Fällen kann das Virus auf das Baby übertragen werden.
Aktuelle Studien schätzen, dass sich jährlich 14 Millionen Menschen mit HPV infizieren. Die Infektion kann sich zudem sehr unterschiedlich zeigen: Manche HPV-Typen verursachen Läsionen in der Scheide oder am Gebärmutterhals, die nur durch Screening-Untersuchungen entdeckt werden. In anderen Fällen treten Warzen auf. Schauen wir uns das genauer an!
Kondylome oder Feigwarzen sind Wucherungen an der Vulva oder in der Nähe des Anus; bei Männern können sie am Penis, am Hodensack oder um den Anus auftreten. Sie sind schmerzlos, können aber Juckreiz verursachen.
Warzen lassen sich in drei Typen unterteilen: gewöhnliche Warzen, Plantarwarzen und flache Warzen.
Gewöhnliche Warzen: kleine Hautwucherungen mit rauer, unregelmäßiger Oberfläche, die sich ausbreiten können. Sie treten am häufigsten an Fingern und Händen auf und können auch neben oder unter dem Nagel entstehen. Bei Berührung können sie schmerzhaft sein.
Plantarwarzen oder Dornwarzen: Sie wachsen an der Fußsohle, besonders an der Ferse. Meist sind sie schmerzhaft.
Flache Warzen: Sie können sich im Gesicht, an Armen, Händen oder Beinen entwickeln. In der Regel haben sie eine glatte Oberfläche und sind daher schwerer zu erkennen. Bei Frauen treten sie am häufigsten an den Beinen auf.
HPV ist nicht die einzige Infektion, die sexuell übertragen wird. Auch das HI-Virus kann auf diesem Weg übertragen werden, medizinisch bestehen zwischen beiden jedoch keinerlei Zusammenhänge. Du solltest HIV also nicht mit HPV verwechseln. HIV ist das humane Immundefizienz-Virus und ein RNA-Virus – im Unterschied zu HPV, einem DNA-Virus.
Zudem wird HIV vor allem über Blut oder Körperflüssigkeiten beim Geschlechtsverkehr übertragen, während die Übertragung von HPV über die Haut erfolgt, hauptsächlich über abgeschürfte Hautstellen oder beim Geschlechtsverkehr.
eine körperliche Untersuchung und entsprechende Abklärungen
der Pap-Test (Papanicolaou-Test)
Koloskopie
der HPV-Test
die Zervixbiopsie
Die körperliche Untersuchung
Ein Arzt kann die Diagnose bereits durch eine einfache körperliche Untersuchung stellen, wenn er Veränderungen an Haut oder Schleimhäuten feststellt. Zusätzlich kann er weitere Untersuchungen empfehlen, beispielsweise einen Pap-Test.
Der Pap-Test
Der Frauenarzt entnimmt einen Abstrich vom Gebärmutterhals für einen Pap-Test – eine Methode, um Zellveränderungen zu erkennen, wenn keine sichtbaren Warzen oder andere körperlichen Symptome vorliegen.
Kolposkopie
Auch diese Untersuchung führt der Frauenarzt durch: Der Gebärmutterhals wird mithilfe einer speziellen Lösung untersucht, die HPV-infizierte Zellen sichtbar macht.
Der HPV-Test
Die HPV-Genotypisierung wird durchgeführt, wenn keine sichtbaren Symptome vorliegen, und erfolgt über die Analyse einer Abstrichprobe. Sie ähnelt dem Pap-Test, sodass der Frauenarzt beide Tests gleichzeitig durchführen kann. Mit diesem Test lässt sich die DNA der Hochrisiko-Typen nachweisen.
Die Zervixbiopsie
Je nach Ergebnis der üblichen HPV-Tests und -Untersuchungen kann der Frauenarzt weitere Abklärungen empfehlen. Eine davon ist die Zervixbiopsie, um präkanzeröse oder kanzeröse Zellen am Gebärmutterhals nachzuweisen.
Eine HPV-Infektion kann ohne Behandlung verschwinden – allein durch die Arbeit deines Immunsystems. Wenn die Symptome dich jedoch beeinträchtigen oder aus ästhetischen Gründen stören, können die Warzen entfernt werden.

Warzen können auf Wunsch des Patienten entfernt werden oder wenn sie präkanzeröse Zellen enthalten. Dafür gibt es verschiedene Methoden und Verfahren. Zunächst gibt es topische Medikamente, die du zur Behandlung direkt auf die Läsionen aufträgst. Diese Mittel können jedoch Nebenwirkungen haben und zu Reizungen führen. Weitere Methoden zur Entfernung von Warzen sind:
Lasertherapie
elektrochirurgische Exzision
Kryotherapie
Elektrokauterisation
Nicht alle HPV-Typen führen zu Komplikationen oder Krebs, doch Läsionen, die durch Hochrisiko-HPV-Typen verursacht werden, können sich im Laufe der Zeit zu Krebs entwickeln.
Gebärmutterhalskrebs beispielsweise ist die häufigste Krebsart, die mit einer HPV-Infektion in Verbindung gebracht wird. Leider verursachen die Komplikationen erst in fortgeschrittenen Stadien Symptome, was die Behandlung erschwert. Umso wichtiger ist es, regelmäßig gynäkologische Kontrollen und den Pap-Test durchführen zu lassen.
Der durch HPV verursachte Gebärmutterhalskrebs ist weltweit die dritthäufigste Krebsart bei Frauen. In Rumänien ist er nach Brustkrebs die zweithäufigste Krebsart; das durchschnittliche Alter beim Auftreten liegt bei 50 Jahren. Das Alter ist jedoch keine Regel – die Erkrankung kann jederzeit und auch deutlich früher auftreten.
Wie wird die Diagnose gestellt? Eine Zervixbiopsie ist notwendig, ebenso eine klinische Untersuchung sowie endoskopische und bildgebende Verfahren: also Röntgen, CT, MRT, Zystoskopie und weitere spezialisierte Untersuchungen.
Doch das ist nicht die einzige durch das Virus verursachte Krebsart. Eine weitere ist Vaginalkrebs. Er tritt häufiger bei Personen über 60 Jahren auf; die häufigsten Symptome sind ungewöhnliche Blutungen.
Zum Glück kannst du das Risiko einer HPV-Infektion deutlich senken – alles beginnt mit einem offenen Gespräch zwischen dir und deinem Arzt und dem Bewusstsein für diese Risikofaktoren. Was kannst du tun, um einer Infektion vorzubeugen?

Benutze beim Geschlechtsverkehr ein Kondom. Auch wenn es nicht den gesamten Genitalbereich bedeckt, ist es ein wirksamer Schutz gegen die Übertragung von HPV
Wenn du bei dir oder deinem Partner/deiner Partnerin Warzen im Genitalbereich bemerkst, verzichte auf sexuellen Kontakt, bis diese entfernt oder behandelt sind
Achte auf grundlegende Hygienemaßnahmen wie Händewaschen und darauf, persönliche Gegenstände nicht gemeinsam zu benutzen
Schütze und stärke dein Immunsystem durch eine ausgewogene Ernährung
Lass dich regelmäßig mit dem Pap-Test untersuchen
„Gebärmutterhalskrebs ist eine der häufigsten Todesursachen bei Frauen. Im Jahr 2020 wurde weltweit bei etwa 604.000 Frauen Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert und rund 342.000 Frauen starben an der Erkrankung.“ (Quelle)
Zum Glück gibt es sichere Schutzmöglichkeiten: Die HPV-Impfung – sowohl für Mädchen als auch für Jungen – gilt als bester Schutz vor den durch HPV verursachten Krebsarten.

Wird die HPV-Impfung vor der Pubertät durchgeführt, kann sie einen langfristigen Schutz bieten, ohne dass eine Auffrischung nötig ist. Die Studienlage entwickelt sich jedoch weiter, und die Schutzdauer wird je nach Impfstofftyp untersucht. Der Schutz kann beispielsweise bis zu 10 Jahre bei Gardasil, 9 Jahre bei Cervarix und mindestens 6 Jahre bei Gardasil 9 anhalten.
Du solltest jedoch wissen, dass die Impfung mit zunehmendem Alter weniger gut wirkt – und besonders dann, wenn du bereits eine HPV-Infektion hattest.
Derzeit gibt es 3 HPV-Impfstoffe, die sowohl Mädchen und Frauen als auch Jungen und Männern ab dem Alter von 9 Jahren bis zu 26 Jahren empfohlen werden.
Die Impfstofftypen sind Gardasil, Gardasil 9 und Cervarix:
Alle schützen vor einer Infektion mit den HPV-Typen 16 und 18
Gardasil schützt zusätzlich vor einer Infektion mit den HPV-Typen 6 und 11 (diese verursachen 90 % der vaginalen Warzen)
Gardasil 9 schützt zusätzlich zu den oben genannten Typen auch vor 5 weiteren krebserregenden HPV-Typen (31, 33, 45, 52 und 58)
Auch wenn eine möglichst frühe Impfung empfohlen wird, gibt es eine Impfvariante für Personen bis 45 Jahre, die noch nie gegen HPV geimpft wurden: Sie besteht aus drei Dosen, die innerhalb von 6 Monaten verabreicht werden. Die HPV-Impfung wird jedoch nicht allen Erwachsenen dieser Altersgruppe empfohlen – deshalb ist ein Gespräch mit deinem Arzt unbedingt sinnvoll, wenn du zwischen 26 und 45 Jahre alt bist.
Aktuelle Studien zeigen, dass die HPV-Impfung Infektionen innerhalb von 1–4 Jahren nach der Impfung um 70 % und innerhalb von 5–8 Jahren nach der Impfung um 83 % reduziert hat.
Wie jeder andere Impfstoff kann auch der HPV-Impfstoff Nebenwirkungen haben. Es handelt sich um leichte Reaktionen: Fieber, Übelkeit, Kopfschmerzen und Schwindel; auch die Einstichstelle kann schmerzen. Bei manchen Personen können jedoch schwere allergische Reaktionen auftreten – kläre daher mit deinem Arzt, welche Gegenanzeigen je nach deinen Allergien bestehen könnten.
In den letzten 12 Jahren haben Forschung und Überwachung der HPV-Impfstoffe weltweit gezeigt, dass die Impfstoffe wirksam und sicher sind: Es wurden über 120 Millionen Dosen HPV-Impfstoff verabreicht.
Bei den Gegenanzeigen gibt es 2 wesentliche:
Wenn du schwanger bist, muss die Impfung bis nach der Schwangerschaft verschoben werden. Wurdest du jedoch bereits geimpft, ist dies kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch.
Wenn du schwere allergische Reaktionen auf einen Bestandteil des Impfstoffs hast, einschließlich Hefe oder Latex.
In Rumänien ist die HPV-Impfung seit 2020 im Nationalen Impfprogramm enthalten. Was bedeutet das?
Die HPV-Impfung ist kostenlos und erfolgt mit dem Impfstoff Gardasil 9, wenn du zwischen 11 und 14 Jahre alt bist. Bist du über 15 Jahre alt und bisher nicht gegen HPV geimpft, kannst du die Impfung ebenfalls kostenlos erhalten. Sprich mit deinem Arzt – und wenn du weitere Informationen brauchst, schreib uns!