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Häufiges Wasserlassen – Ursachen und Behandlung bei häufigem Harndrang (Polyurie)

Ein Tag, an dem du häufiger urinierst, kann einfach bedeuten, dass du mehr Flüssigkeit zu dir genommen hast – kein Grund zur Sorge. Doch wenn es am nächsten Tag wieder passiert und am darauffolgenden ebenfalls, und du dann nachts aufwachst, weil du zur Toilette musst, klingt „Ich habe zu viel Wasser getrunken“ nicht mehr ganz so plausibel.

Häufiges Wasserlassen kann viele Ursachen haben – von Harnwegsinfektionen bis zu chronischen Erkrankungen – und es ist wichtig, sich frühzeitig behandeln zu lassen, um Komplikationen zu vermeiden. Lies den Artikel, um zu erfahren, wie oft Wasserlassen normal ist und wann ein Arztbesuch angebracht ist.

Was bedeutet häufiges Wasserlassen (Pollakisurie) 

Polyurie oder häufiges Wasserlassen ist der medizinische Fachbegriff für eine übermäßige Urinproduktion. Einfach ausgedrückt: Dein Körper produziert mehr Urin als üblich.

Der Körper eines gesunden Erwachsenen produziert in der Regel höchstens 3 Liter Urin pro Tag. In Ausnahmefällen – etwa in der Schwangerschaft, bei Diabetes, einer Harnwegsinfektion oder anderen Ursachen einer Polyurie – kann der Körper jedoch bis zu 15 Liter Urin produzieren.

Beachte allerdings, dass Polyurie und Pollakisurie zwei verschiedene Dinge sind. Während die Polyurie häufiges Wasserlassen mit klar bestimmbaren Ursachen bezeichnet, über die wir gleich sprechen werden, bezeichnet die Pollakisurie (oder benigne idiopathische Harnfrequenz) häufiges Wasserlassen ohne eine spezifische Ursache, das vor allem bei Kindern zwischen 3 und 5 Jahren auftritt.

Wie oft ist Wasserlassen normal 

Der normale Durchschnitt liegt bei 6- bis 8-mal täglich. Die normale Anzahl der täglichen Blasenentleerungen hängt jedoch von mehreren Faktoren ab, insbesondere vom Alter.

Bei kleinen Kindern kann es normal sein, bis zu 8- bis 14-mal pro Tag zu urinieren. Mit zunehmendem Alter kann die Anzahl auf 6 bis 12 Blasenentleerungen innerhalb von 24 Stunden sinken und im Jugendalter sogar auf 4 bis 6.

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Häufiges Wasserlassen – Ursachen

Ein gesunder Erwachsener uriniert durchschnittlich 6- bis 8-mal pro Tag. Tritt der Harndrang häufiger auf, spricht man von häufigem Wasserlassen, das viele Ursachen haben kann:

  • Harnwegsinfektionen (die häufigste Ursache, oft begleitet von Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen, Fieber, Schüttelfrost und Bauchschmerzen)
  • Zystitis (Entzündung der Harnblase)
  • Diabetes (häufiges Wasserlassen gehört zu den ersten Anzeichen von Diabetes)
  • Schwangerschaft (durch die erhöhte Nierendurchblutung und den Druck des Fötus auf die Beckenorgane)
  • Medikamente (Diuretika, Antikonvulsiva, Blutdrucksenker, die auch auf das Nierensystem wirken)
  • Koffeinkonsum (ebenso ein hoher Konsum von Tee und Alkohol)
  • Erkrankungen des Nervensystems (zerebrovaskuläre, hämorrhagische oder ischämische Erkrankungen)
  • Verletzungen des Rückenmarks (die die Nerven betreffen, welche die Harnblase steuern)
  • Psychische Störungen (Angstzustände und Depressionen können häufiges Wasserlassen als Symptom haben)
  • Weitere  Erkrankungen der Harnwege (etwa Nierensteine, die den Harnfluss blockieren)

Häufiges Wasserlassen (Pollakisurie) – Risikofaktoren 

Jeder kann irgendwann im Leben mit häufigem Harndrang zu tun haben, doch bestimmte Personengruppen sind besonders anfällig:

  • Menschen über 70 Jahre
  • Schwangere Frauen
  • Männer mit vergrößerter Prostata

Es gibt weitere Risikofaktoren, die eine Pollakisurie auslösen können:

  • Bestimmte neurologische Störungen
  • Eine Störung der Signalübertragung zwischen Gehirn und Blase
  • Bestimmte hormonelle Veränderungen
  • Eine Schwächung der Beckenbodenmuskulatur oder das Auftreten von Krämpfen
  • Harnwegsinfektionen
  • Nebenwirkungen bestimmter Medikamente
  • Erkrankungen des Gehirns oder des Rückenmarks (z. B. Schlaganfall oder Multiple Sklerose).

Symptome, die mit häufigem Wasserlassen einhergehen 

Häufiges Wasserlassen kann zahlreiche Ursachen haben, und je nach Ursache unterscheiden sich auch die begleitenden Symptome.

Bei einer Infektion kann häufiges Wasserlassen mit Unbehagen, Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen, Blut im Urin (Hämaturie), ungewöhnlichem Vaginalausfluss, Übelkeit, Erbrechen, Rückenschmerzen im Lendenbereich, Fieber oder Schüttelfrost verbunden sein.

Grundsätzlich sind die häufigsten Begleitsymptome von häufigem Wasserlassen – unabhängig von der Ursache – folgende:

  • Übermäßiger Durst (Polydipsie), da der Körper dehydriert.
  • Nykturie (nächtliches Wasserlassen, 2- bis 3-mal pro Nacht).
  • Müdigkeit, insbesondere wenn zusätzlich eine Nykturie vorliegt.
  • Weitere Symptome, die auf eine zugrunde liegende Erkrankung hinweisen können.

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Wann du bei häufigem Wasserlassen zum Arzt gehen solltest 

Du solltest einen Arzt aufsuchen, sobald dein Körper dir Anlass zu der Annahme gibt, dass hinter dem häufigen Harndrang ein gesundheitliches Problem steckt. Zum Beispiel, wenn du häufiger urinieren musst, ohne mehr Flüssigkeit getrunken zu haben, oder wenn die Polyurie länger als einige Tage anhält.

Bestimmte Symptome sollten dich außerdem dazu veranlassen, sofort einen Arzt aufzusuchen:

  • Fieber
  • Rückenschmerzen
  • Schwäche in den Beinen
  • Plötzliches Einsetzen der Polyurie
  • Nachtschweiß
  • Geistige Verwirrtheit
  • Gewichtsverlust

Die Diagnose einer Pollakisurie 

Als Erstes wird der Arzt feststellen, welche Ursachen zum häufigen Wasserlassen geführt haben und welche Symptome genau vorliegen. Er wird dich fragen, wann die ersten Anzeichen aufgetreten sind, wie häufig du urinierst und ob weitere Symptome bestehen, einschließlich unfreiwilligem Harnverlust und wann dieser auftritt.

Zudem kann der Arzt weitere Untersuchungen anordnen, um deinen Gesundheitszustand zu beurteilen:

  • Urinuntersuchung, um festzustellen, ob eine Harnwegsinfektion oder andere Erkrankungen (Diabetes oder Nierenprobleme) vorliegen
  • Blutuntersuchungen, um mögliche Nierenerkrankungen, Diabetes oder Blasenerkrankungen zu erkennen
  • Zystoskopie, um das Innere der Harnblase zu untersuchen
  • Ultraschall, ebenfalls zur Überprüfung der Harnblase
  • Röntgen oder Computertomografie des Bauchraums
  • MRT-Untersuchung
  • Zystometrie
  • Urodynamische Untersuchung
  • Neurologische Untersuchung

Behandlung der Pollakisurie (häufiges Wasserlassen) 

Je nach Diagnose wird eine Behandlung festgelegt, die auf die Ursache des häufigen Wasserlassens abgestimmt ist:

  • Antibiotikatherapie zur Behandlung von Harnwegsinfektionen.
  • Spezifische Behandlung bei Diabetes oder anderen chronischen Erkrankungen.
  • Physiotherapie für die Beckenbodenmuskulatur zur Behandlung einer überaktiven Blase.
  • Kegel-Übungen, wenn das häufige Wasserlassen mit Harnverlust einhergeht.
  • Anpassung der täglichen Flüssigkeitsaufnahme (Menge und Art der Getränke).

Wie man häufigem Harndrang vorbeugt 

Der erste Schritt zur Vorbeugung einer Polyurie besteht darin, die zugrunde liegende Ursache zu behandeln. Wenn jedoch keine Infektion oder ein anderes gesundheitliches Problem vorliegt, kannst du mit kleinen Veränderungen in deinem Lebensstil häufigem Wasserlassen vorbeugen:

  • Vermeide es, etwa zwei Stunden vor dem Schlafengehen Flüssigkeit zu trinken.
  • Reduziere den Konsum von Koffein, Alkohol und kohlensäurehaltigen Getränken.
  • Verwende Slipeinlagen oder normale Binden, um sich bei Harnverlust wohler zu fühlen. Sie verhindern weder den unfreiwilligen Harnverlust noch das häufige Wasserlassen, können aber während der Behandlung eine vorübergehende Lösung sein, damit du deinen Alltag weiterhin bewältigen kannst.

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Häufige Fragen zur Polyurie (häufiges Wasserlassen) 

Häufiges Wasserlassen ist eine verbreitete Erfahrung, die gelegentlich auftreten kann, ohne dass ein ernsteres Problem dahintersteckt. Hält es jedoch an, kann es auf eine Erkrankung hinweisen, und es ist wichtig, die entsprechende Behandlung zu beginnen. In diesem Abschnitt beantworten wir daher die häufigsten Fragen zur Polyurie, damit du besser verstehst, was normal ist und wann du einen Arzt aufsuchen solltest.

Wie oft am Tag ist Wasserlassen normal?

Im Durchschnitt uriniert ein gesunder Mensch 4- bis 8-mal pro Tag. Die Häufigkeit kann je nach Trinkmenge, Alter, Aktivitätsniveau und allgemeinem Gesundheitszustand variieren.

Wenn du jedoch das Bedürfnis hast, deutlich häufiger zu urinieren – insbesondere mit jeweils großen Urinmengen –, könnte das ein Anzeichen für Polyurie sein.

Ist es normal, nachts mehrmals zu urinieren? 

Es ist normal, 1- bis 2-mal pro Nacht zum Wasserlassen aufzuwachen, und mit zunehmendem Alter erst recht. Wenn das nächtliche Wasserlassen jedoch deinen Schlaf stört, dich Nacht für Nacht mehr als zweimal weckt und dir keine ausreichende Erholung ermöglicht, spricht man von Nykturie. Diese wird häufig mit Diabetes, Herzinsuffizienz oder anderen Blasenproblemen in Verbindung gebracht.

Gibt es Unterschiede zwischen Polyurie und Harninkontinenz? 

Ja. Polyurie und Harninkontinenz sind zwei verschiedene Phänomene.

Polyurie bezeichnet eine erhöhte Urinmenge, die der Körper produziert und kontrolliert ausscheidet. Harninkontinenz hingegen bedeutet unfreiwilligen Harnverlust, häufig ohne Kontrolle über Zeitpunkt oder ausgeschiedene Menge.

Können Erkältung oder Kälte die Häufigkeit des Wasserlassens erhöhen? 

Ja. Nach einer Kälteexposition kann der Körper mit einer erhöhten Urinproduktion und -ausscheidung reagieren. Für dieses Phänomen gibt es sogar einen eigenen Begriff: Kältediurese. Auch manche Atemwegsinfektionen oder der erhöhte Konsum warmer Getränke in der kalten Jahreszeit können vorübergehend zu häufigerem Wasserlassen führen. Suche jedoch einen Arzt auf, wenn das Phänomen anhält oder weitere Symptome hinzukommen.

Wie erkenne ich, ob häufiges Wasserlassen ein medizinisches Problem ist?  

Wenn du häufiger als gewöhnlich urinieren musst oder wenn das Wasserlassen mit Unbehagen, Brennen, Schmerzen, übermäßigem Durst, Müdigkeit oder Gewichtsverlust einhergeht, können dies Anzeichen für gesundheitliche Probleme wie Harnwegsinfektionen, Diabetes, hormonelle Störungen oder andere Erkrankungen sein. In diesem Fall solltest du möglichst zeitnah einen Arzt aufsuchen.

 

Bildquelle: Pexels.com

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