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Bianca Camenita
2026-08-13 • 6 Min. Lesezeit

Harnwegsinfektionen – Ursachen und Symptome

Du machst dich gerade fertig, um das Haus zu verlassen, und musst schon zum dritten Mal auf die Toilette – kommt dir das bekannt vor?
Brennen, Schmerzen und der ständige Harndrang sind Anzeichen dafür, dass du möglicherweise einen Harnwegsinfekt hast. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht wie ein großes Problem erscheint: Häufiger Harndrang kann deinen Alltag erheblich beeinträchtigen und ein Warnsignal sein – denn Harnwegsbeschwerden reichen von Infektionen und Inkontinenz bis zu Schmerzen und häufigem Wasserlassen.

Etwa die Hälfte aller Frauen erkrankt irgendwann im Leben an einem Harnwegsinfekt.

Obwohl es sich um eine so häufige und scheinbar harmlose Erkrankung handelt, kann ein Harnwegsinfekt verunsichernd und belastend sein. Natürlich gibt es Lösungen: rezeptfreie Medikamente und alternative Behandlungen. Dennoch sollte eine Infektion ernst genommen werden, denn die Beschwerden und Folgen einer unzureichenden Behandlung können sich mit der Zeit verschlimmern. 

Was sind Harnwegsinfekte?

Harnwegsinfekte (HWI) entstehen, wenn Bakterien wie Escherichia coli (E. coli) das System infizieren, das den Urin aus dem Körper transportiert – Nieren, Blase und die verbindenden Harnwege. Frauen sind häufiger betroffen, da die weibliche Harnröhre kürzer ist, was die Vermehrung von Bakterien begünstigt. Männer können jedoch ebenfalls erkranken. 

Es gibt 3 Arten von Harnwegsinfekten

Zystitis – die häufigste Form der Infektion – eine Entzündung der Harnblase, die meist bei Frauen auftritt

Urethritis – eine Entzündung der Harnröhre – tritt meist bei Männern auf

Pyelonephritis – eine Entzündung der Nieren, verursacht durch eine Blasenentzündung, die nicht rechtzeitig behandelt wurde

Warum entsteht ein Harnwegsinfekt: Ursachen und Risiken

Auch wenn Bakterien die Ursache sind, gibt es mehrere Risikofaktoren, die du kennen solltest. Wichtig zu wissen: Ein Harnwegsinfekt ist keine sexuell übertragbare Krankheit – Sex kann jedoch dazu beitragen, dass Bakterien in deine Harnwege gelangen.

Ein erhöhtes Risiko besteht meistens dann, wenn:

  • dein Immunsystem geschwächt ist
  • du ein Diaphragma verwendest, das Druck auf die Blase ausüben kann
  • du bestimmte Hygieneregeln nicht beachtest – zum Beispiel solltest du dich nach dem Wasserlassen immer von vorne nach hinten abwischen (damit keine Bakterien in die Harnröhre gelangen)
  • du Unterwäsche aus synthetischen Materialien trägst
  • du Menstruationsprodukte verwendest, die Plastik, Duftstoffe und Substanzen enthalten, die den pH-Wert der Vagina beeinträchtigen und Infektionen verursachen können
  • du Vaginalduschen anwendest und dadurch die schützende Bakterienflora zerstörst
  • dein Körper mit Bakterien aus Krankenhäusern oder öffentlichen Toiletten in Kontakt kommt
  • du einen niedrigen Östrogenspiegel hast, besonders in der Perimenopause oder nach der Menopause
  • du schwanger bist – denn Hormone verursachen Veränderungen und die Gebärmutter kann auf die Blase drücken
  • du an Nephrolithiasis – also Nierensteinen – oder anderen Erkrankungen wie Diabetes leidest
  • du unter Verstopfung leidest – die Bakterien stauen sich und können zur Entstehung von Infektionen beitragen
  • du dich unausgewogen ernährst und dir Vitamine (A, C) sowie Mineralstoffe fehlen – Eisen, Magnesium, Selen oder Zink

Welche Symptome kannst du erkennen?

Je nach Art der Infektion können die Symptome bei unteren Harnwegsinfekten (Zystitis und Urethritis) und bei oberen Harnwegsinfekten (Pyelonephritis) unterschiedlich ausfallen. Die häufigsten Anzeichen eines Harnwegsinfekts sind jedoch folgende:

Harnwegsinfekt, Harnwegsinfekt Symptome

  • häufiges Wasserlassen mit nur geringen Urinmengen, die meist trüb sind
  • Brennen und Stechen beim Wasserlassen
  • ein Druckgefühl im Unterbauch
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Fieber, Schüttelfrost
  • Rückenschmerzen – bei einer Pyelonephritis 

Wie kannst du einem Harnwegsinfekt vorbeugen

Auch wenn Ursachen, Risikofaktoren und Symptome kompliziert wirken, ist Vorbeugen ganz einfach: Alles beginnt mit der richtigen Hygiene beim Toilettengang und nach dem Sex. Die Grundregel: Wische dich von vorne nach hinten ab und gehe innerhalb von maximal 30 Minuten nach dem Sex auf die Toilette.
Außerdem solltest du darauf achten, dass rund um Vulva und Vagina keine Feuchtigkeit zurückbleibt. Bakterien lieben Feuchtigkeit. Verzichte auf Unterwäsche aus synthetischen Fasern sowie auf herkömmliche Binden und Tampons, die zu 90 % aus Plastik und Kunstfasern bestehen.

Ausreichend Flüssigkeit (mindestens 2 Liter Wasser pro Tag), eine ausgewogene Ernährung, ein hochwertiges Probiotikum und nicht zuletzt Menstruationsprodukte ohne toxische Inhaltsstoffe, die aus Bio-Baumwolle oder Naturfasern bestehen, können dir helfen, einem Harnwegsinfekt vorzubeugen.

Wie behandelt man einen Harnwegsinfekt?

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Sobald Symptome auftreten, sind eine ärztliche Untersuchung und die entsprechenden Laboruntersuchungen unerlässlich – deine Ärztin oder dein Arzt stellt die Diagnose und legt die Behandlung fest. Die Therapie umfasst in der Regel die Einnahme von Antibiotika und Probiotika; als natürliche Unterstützung können Heilpflanzentees empfohlen werden.
Mit der richtigen Behandlung lässt sich ein Harnwegsinfekt innerhalb weniger Tage nach Auftreten behandeln. Du solltest jedoch wissen, dass auch das Risiko wiederkehrender Infektionen besteht – kurz gesagt: das Gefühl, endlose Harnwegsinfekte zu durchleben. Dieses Risiko lässt sich durch niedrig dosierte Antibiotika über einen längeren Zeitraum oder eine Östrogentherapie minimieren – je nachdem, was dir dein Arzt empfiehlt.

Und falls wir nicht alle deine Fragen zu Harnwegsinfekten beantwortet haben, schreib uns! Sag uns, worüber du im Blog gerne mehr lesen möchtest – wir antworten dir gerne!

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