Du machst dich gerade fertig, um das Haus zu verlassen, und musst schon zum dritten Mal auf die Toilette – kommt dir das bekannt vor?
Brennen, Schmerzen und der ständige Harndrang sind Anzeichen dafür, dass du möglicherweise einen Harnwegsinfekt hast. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht wie ein großes Problem erscheint: Häufiger Harndrang kann deinen Alltag erheblich beeinträchtigen und ein Warnsignal sein – denn Harnwegsbeschwerden reichen von Infektionen und Inkontinenz bis zu Schmerzen und häufigem Wasserlassen.
Obwohl es sich um eine so häufige und scheinbar harmlose Erkrankung handelt, kann ein Harnwegsinfekt verunsichernd und belastend sein. Natürlich gibt es Lösungen: rezeptfreie Medikamente und alternative Behandlungen. Dennoch sollte eine Infektion ernst genommen werden, denn die Beschwerden und Folgen einer unzureichenden Behandlung können sich mit der Zeit verschlimmern.
Harnwegsinfekte (HWI) entstehen, wenn Bakterien wie Escherichia coli (E. coli) das System infizieren, das den Urin aus dem Körper transportiert – Nieren, Blase und die verbindenden Harnwege. Frauen sind häufiger betroffen, da die weibliche Harnröhre kürzer ist, was die Vermehrung von Bakterien begünstigt. Männer können jedoch ebenfalls erkranken.
Zystitis – die häufigste Form der Infektion – eine Entzündung der Harnblase, die meist bei Frauen auftritt
Urethritis – eine Entzündung der Harnröhre – tritt meist bei Männern auf
Pyelonephritis – eine Entzündung der Nieren, verursacht durch eine Blasenentzündung, die nicht rechtzeitig behandelt wurde
Auch wenn Bakterien die Ursache sind, gibt es mehrere Risikofaktoren, die du kennen solltest. Wichtig zu wissen: Ein Harnwegsinfekt ist keine sexuell übertragbare Krankheit – Sex kann jedoch dazu beitragen, dass Bakterien in deine Harnwege gelangen.
Ein erhöhtes Risiko besteht meistens dann, wenn:
Je nach Art der Infektion können die Symptome bei unteren Harnwegsinfekten (Zystitis und Urethritis) und bei oberen Harnwegsinfekten (Pyelonephritis) unterschiedlich ausfallen. Die häufigsten Anzeichen eines Harnwegsinfekts sind jedoch folgende:

Auch wenn Ursachen, Risikofaktoren und Symptome kompliziert wirken, ist Vorbeugen ganz einfach: Alles beginnt mit der richtigen Hygiene beim Toilettengang und nach dem Sex. Die Grundregel: Wische dich von vorne nach hinten ab und gehe innerhalb von maximal 30 Minuten nach dem Sex auf die Toilette.
Außerdem solltest du darauf achten, dass rund um Vulva und Vagina keine Feuchtigkeit zurückbleibt. Bakterien lieben Feuchtigkeit. Verzichte auf Unterwäsche aus synthetischen Fasern sowie auf herkömmliche Binden und Tampons, die zu 90 % aus Plastik und Kunstfasern bestehen.
Ausreichend Flüssigkeit (mindestens 2 Liter Wasser pro Tag), eine ausgewogene Ernährung, ein hochwertiges Probiotikum und nicht zuletzt Menstruationsprodukte ohne toxische Inhaltsstoffe, die aus Bio-Baumwolle oder Naturfasern bestehen, können dir helfen, einem Harnwegsinfekt vorzubeugen.

Sobald Symptome auftreten, sind eine ärztliche Untersuchung und die entsprechenden Laboruntersuchungen unerlässlich – deine Ärztin oder dein Arzt stellt die Diagnose und legt die Behandlung fest. Die Therapie umfasst in der Regel die Einnahme von Antibiotika und Probiotika; als natürliche Unterstützung können Heilpflanzentees empfohlen werden.
Mit der richtigen Behandlung lässt sich ein Harnwegsinfekt innerhalb weniger Tage nach Auftreten behandeln. Du solltest jedoch wissen, dass auch das Risiko wiederkehrender Infektionen besteht – kurz gesagt: das Gefühl, endlose Harnwegsinfekte zu durchleben. Dieses Risiko lässt sich durch niedrig dosierte Antibiotika über einen längeren Zeitraum oder eine Östrogentherapie minimieren – je nachdem, was dir dein Arzt empfiehlt.
Und falls wir nicht alle deine Fragen zu Harnwegsinfekten beantwortet haben, schreib uns! Sag uns, worüber du im Blog gerne mehr lesen möchtest – wir antworten dir gerne!