Da es sich um eine der häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten handelt, kommt es vor, dass infizierte Personen gar nicht wissen, dass sie betroffen sind. Genitalherpes zählt zu den am häufigsten sexuell übertragenen Erkrankungen, doch oft ahnt die betroffene Person nicht, dass sie diese Infektion hat.
In der Regel treten keine Symptome auf oder sie bleiben unbemerkt. Aktuelle Studien zeigen, dass weltweit mehr als 400 Millionen Menschen (11 % der Weltbevölkerung) im Alter zwischen 14 und 49 Jahren mit dem Virus infiziert sind, das Genitalherpes verursacht.

Jeder Mensch kann sich mit dem Virus infizieren, das Genitalherpes verursacht. Wichtig zu wissen ist jedoch: Du steckst dich nicht an, wenn du Schwimmbäder, Bettwäsche oder Handtücher mit einer Person teilst, die Genitalherpes hat, denn dieses Virus überlebt NICHT in der Außenwelt. Eine Ansteckung durch den Kontakt mit einem Gegenstand oder einer Oberfläche ist also äußerst unwahrscheinlich.
Genitalherpes wird hingegen durch vaginalen, analen oder oralen Geschlechtsverkehr mit einer infizierten Person übertragen.
Darüber hinaus erfolgt die Übertragung von Genitalherpes über:
Läsionen
Den Speichel einer infizierten Person
Sekrete und den Genitalbereich einer infizierten Person
Infiziertes Blut
Gemeinsam benutzte Spritzen mit jemandem, der Genitalherpes hat
Die meisten mit Genitalherpes infizierten Personen wissen nichts von ihrer Erkrankung, weil sie keine Anzeichen oder Symptome zeigen – oder diese nur sehr mild ausfallen.

Wenn Symptome auftreten, können sie etwa zwei bis zwölf Tage nach dem Kontakt mit dem Virus beginnen. Zu den möglichen Symptomen von Genitalherpes gehören:
Während eines ersten Ausbruchs können grippeähnliche Symptome auftreten, etwa geschwollene Lymphknoten in der Leistengegend, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Fieber.
Wichtig zu wissen: Die Wunden zeigen sich erst, wenn die Infektion bereits in den Körper eingedrungen ist, und können sich in folgenden Bereichen äußern:
Gesäß
Oberschenkel
Anus
Mund
Vaginalbereich
Äußere Genitalien
Penis
Hodensack
Ursache für Genitalherpes ist meist die Übertragung des Herpes-simplex-Virus Typ II – HSV II – durch sexuellen Kontakt. In seltenen Fällen kann Genitalherpes auch oral übertragen werden. Das Virus dringt über die Schleimhäute oder über Hautverletzungen in den Körper ein.
Frauen sind zudem deutlich anfälliger für eine Genitalherpes-Infektion, da das Übertragungsrisiko von Mann zu Frau höher ist.
Eine weitere Übertragungsmöglichkeit besteht von der Mutter auf das Kind, wenn eine Frau mit Genitalherpes ein Kind zur Welt bringt. Es ist entscheidend, früh in der Schwangerschaft zum Arzt zu gehen, um jegliche Risiken zu verringern oder auszuschließen.
Es gibt mehrere Risikofaktoren für das Auftreten einer genitalen Herpesinfektion, darunter:

Ungeschützter Sex
Eine hohe Zahl an Sexualpartnern
HIV-Infektion
Frühere sexuell übertragbare Krankheiten
Oral-genitaler Kontakt
Bei Genitalherpes besteht die Behandlung in der Einnahme antiviraler Medikamente, um die Heilung in der akuten Phase zu beschleunigen. Du solltest jedoch bedenken, dass das Virus ein Leben lang im Körper bleibt. Neben Medikamenten kannst du außerdem Pflaster verwenden, die im Genitalbereich aufgebracht werden, sowie Salben zur Behandlung der Läsionen.
Die Basistherapie umfasst nichtsteroidale Antirheumatika und Schmerzmittel, um Schmerzen und Entzündungen zu lindern.
Bleibt Genitalherpes unbehandelt, kann es zu Komplikationen führen. Deshalb ist es sehr wichtig, deine Tests aktuell zu halten und bei den ersten Anzeichen einen Arzt aufzusuchen.
Genitalherpes kann die Übertragung anderer sexuell übertragbarer Krankheiten und weiterer Viren, darunter HIV, begünstigen. Denn im akuten Infektionsstadium, wenn bereits Läsionen im Genitalbereich vorhanden sind, ermöglichen diese Läsionen anderen Viren ein viel leichteres Eindringen in den Körper als ohne sie.
Eine der häufigen Komplikationen betrifft, wie oben erwähnt, schwangere Frauen. Hatte die zukünftige Mutter die Infektion bereits, bevor sie schwanger wurde, ist das Risiko für den Fötus, Genitalherpes zu bekommen, gering. Wird die Infektion jedoch während der Geburt übertragen, kann das Leben des Babys in Gefahr sein.
Wenn du während der Schwangerschaft Symptome von Genitalherpes bemerkst, ist es unbedingt notwendig, einen Arzt aufzusuchen, um eine risikominimierende Behandlung zu erhalten!
Ist dein Immunsystem geschwächt, besteht das Risiko, dass sich die Infektion über den Genitalbereich hinaus auf andere Regionen ausbreitet. Wie ist das möglich? Wenn du infiziert bist und Genitalherpes-Läsionen hast, dir die Augen berührst, ohne dir nach dem Kontakt mit den Wunden die Hände zu waschen, kann die Infektion auch auf den Augenbereich übertragen werden.
Für die Diagnose einer Genitalherpes-Infektion musst du einen Facharzt aufsuchen. Dieser wird deine Sexualanamnese erheben und kann die Untersuchung von Proben aus der Läsion empfehlen. Dieser Test ist nur möglich, wenn Bläschen oder Wunden vorhanden sind. Er zeigt jedoch nicht, wann du dich infiziert hast oder woher das Virus stammt. Wichtig ist außerdem, dass du deinen Sexualpartnern empfiehlst, sich ebenfalls testen zu lassen.
Leider gibt es keine Behandlung, die das Virus aus dem Körper entfernt. Das Virus bleibt also für den Rest deines Lebens in deinem Körper.
Dennoch kannst du Behandlungen durchführen, um Komplikationen und die Ausbreitung der Infektion zu verhindern. Dafür stehen verschiedene Medikamente zur kurzzeitigen Einnahme sowie Therapien zur Verfügung, damit du die Krankheit nicht an deinen Partner bzw. deine Partnerin überträgst.
Zusätzlich kannst du dein Immunsystem stärken und die Hygiene im Intimbereich verbessern – und es ist wichtig, keine Toxine und Chemikalien in den Körper gelangen zu lassen, die Allergien, Reizungen oder Infektionen auslösen können. Achte daher immer darauf, ausschließlich Menstruationsprodukte aus 100 % Bio-Baumwolle zu verwenden.

Die Empfehlungen zur Vorbeugung von Genitalherpes entsprechen denen für andere sexuell übertragbare Infektionen: Beschränke sexuelle Kontakte in erster Linie auf eine einzige Person, die nicht infiziert ist. Darüber hinaus wird empfohlen:
Jede sexuell übertragbare Infektion oder Krankheit kann Auswirkungen auf dein Leben haben, sobald du dich mit einem Virus infiziert hast. Besonders deshalb, weil es keine endgültige Heilung gibt und du bei einer Infektion langfristig auf deine Gesundheit achten, dich schützen, den Genitalherpes unter Kontrolle halten und eine Weitergabe verhindern musst.
Das bedeutet nicht, dass du kein aktives Sexualleben mehr haben kannst – du musst jedoch künftige Partner über deine Situation informieren. Und weil infizierte Personen oft nicht wissen, dass sie dieses Virus tragen – da es symptomlos verlaufen kann –, ist es äußerst wichtig, alle Schutzmaßnahmen einzuhalten und sich regelmäßig testen zu lassen. Denn selbst wenn du keine Symptome hast, kann eine Genitalherpes-Infektion schon vor dem Auftreten der Läsionen oder nach deren Abheilen übertragen werden.