Kennst du das Gefühl, wenn abends etwas im Becken drückt, als würde etwas nach unten sacken, als wäre etwas nicht mehr dort, wo es hingehört – und du verstehst einfach nicht, was los ist? Es gibt Momente im Leben, in denen man das Vertrauen in den eigenen Körper verliert, und das ist einer davon. Aber das bildest du dir nicht ein. Und es ist auch nichts, wofür du dich schämen müsstest. Mit der Zeit können die Muskeln und Bänder, die die Gebärmutter halten, erschlaffen – und die Gebärmutter kann in den Scheidenkanal absinken. Das nennt man Gebärmuttersenkung oder Uterusprolaps, und in diesem Artikel erfährst du alles, was du darüber wissen musst.
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Damit du genau verstehst, was eine Gebärmuttersenkung ist, werfen wir zunächst einen genaueren Blick auf die Anatomie der Scheide, des Beckens und auf die Strukturen, die die Beckenorgane stützen.
Stell dir eine Art Hängematte aus Muskeln und Bindegewebe vor. Ungefähr so sieht dein Beckenboden aus – er trägt die Organe im unteren Bauchraum: Gebärmutter, Harnblase und Enddarm. Wenn du gehst, hustest, etwas Schweres hebst oder dich anstrengst, hilft diese „Hängematte“ deinen Organen, in ihrer natürlichen Position zu bleiben. Mit der Zeit erschlafft sie jedoch.
Mit zunehmendem Alter und besonders nach vaginalen Geburten werden die Beckenbodenmuskeln und Bänder gedehnt oder schwächer. Die „Hängematte“ kann dann nicht mehr denselben Halt bieten, und ein oder mehrere Organe beginnen abzusinken. Dieses Phänomen nennt man Beckenorganprolaps. Betrifft es die Gebärmutter, spricht man von einem Uterusprolaps beziehungsweise einer Gebärmuttersenkung.
Trotz des umgangssprachlichen Ausdrucks „abgesunkene Gebärmutter“ löst sich die Gebärmutter nicht und fällt auch nicht im wörtlichen Sinne heraus. Sie sinkt lediglich allmählich entlang der Scheide ab, die ein Muskelkanal ist und kein leerer Hohlraum. Deshalb beschreiben viele Frauen eher ein Schwere- oder Druckgefühl als tatsächliche Schmerzen.
Und wo wir gerade bei Verwechslungen sind: Viele Frauen bringen die Gebärmuttersenkung mit einer retroflektierten Gebärmutter durcheinander, obwohl Letzteres etwas völlig anderes ist. Die Retroflexion ist lediglich eine normale anatomische Variante, die bei vielen Frauen vorkommt – die Gebärmutter ist dabei nach hinten geneigt. Das ist weder eine Krankheit noch eine Störung.
Einer der Gründe für so viel Verwirrung rund um die Gebärmuttersenkung ist, dass ein und dieselbe Erkrankung unterschiedlich bezeichnet wird. Ärzte verwenden den Begriff Genitalprolaps oft als Oberbegriff für das Absinken eines oder mehrerer Beckenorgane. Wenn du also die Diagnose „Genitalprolaps“ bekommst und zu Hause nach „Gebärmuttersenkung“ oder „Scheidensenkung“ suchst, könnte der Eindruck entstehen, es handle sich um völlig verschiedene Dinge.
Hier also kurz und knapp, welche Formen es gibt und wie sie sich unterscheiden:
Es stimmt auch, dass mehrere Senkungsformen gleichzeitig bestehen können. Du kannst zum Beispiel sowohl eine Gebärmuttersenkung als auch eine Zystozele haben. Das bedeutet nicht automatisch, dass der Befund schwerwiegender ist – der Arzt beurteilt jeden Bereich des Beckenbodens einzeln und wählt die Behandlung anhand deiner Beschwerden aus.
Veränderungen in der Lage der Beckenorgane, einschließlich der Gebärmutter, werden mit zunehmendem Alter immer häufiger. Vielleicht sind dir im Internet schon alarmierende Zahlen begegnet – etwa die Behauptung, fast 50 % der Frauen zwischen 50 und 79 Jahren hätten eine Gebärmuttersenkung. Solche Statistiken können jedoch irreführend sein, wie eine Studie mit 270 Frauen im Durchschnittsalter von 68 Jahren zeigt.
Tatsächlich hatten nur 2,3 % der 270 Teilnehmerinnen bei der Untersuchung einen vollkommen intakten Beckenbodenhalt. Allerdings wiesen 33 % ein Stadium I und 62,9 % ein Stadium II auf. Mit anderen Worten: Auch wenn ein gewisses Absinken der Beckenorgane in einem bestimmten Alter sehr häufig ist, reichte der Senkungsrand nur bei etwa einer von vier Frauen bis zum Hymenalsaum oder darüber hinaus – also bis zu jener Schwelle, ab der üblicherweise Beschwerden auftreten.
Anders gesagt: Wenn der Arzt bei der Untersuchung ein gewisses Absinken feststellt, heißt das noch lange nicht, dass du ein Problem hast und behandelt werden musst. Hinzu kommt, dass das Lebenszeitrisiko, wegen einer Senkung operiert werden zu müssen, auf rund 11–13 % geschätzt wird. Es besteht also wirklich kein Grund zur Panik, nur weil der Arzt eine leichte Senkung festgestellt hat.
Aber hängt eine Senkung, die bei älteren Frauen häufiger vorkommt, mit den Wechseljahren zusammen? Nun, das Alter ist einer der Faktoren, die mit dem Auftreten einer Senkung in Verbindung stehen – die Menopause bedeutet jedoch nicht automatisch, dass du dieses Problem entwickeln wirst. Eine Senkung ist die Folge erschlaffter Muskeln und Bänder, nicht der hormonellen Veränderungen an sich.
Wenn die Gebärmutter nur geringfügig absinkt, kann die Senkung völlig symptomfrei verlaufen. Du kannst also eine Gebärmuttersenkung haben, ohne irgendetwas zu spüren. Viele Frauen erfahren erst zufällig bei einer routinemäßigen gynäkologischen Kontrolle davon.
Wenn Beschwerden auftreten, sind sie morgens nach der Nachtruhe oft schwächer und verstärken sich gegen Abend – nach mehreren Stunden im Stehen, nach körperlicher Anstrengung oder nachdem du etwas Schweres gehoben hast. Es ist gut möglich, dass eine Gebärmuttersenkung vorliegt, und du solltest zeitnah einen gynäkologischen Termin vereinbaren, wenn du folgende Symptome bemerkst:

Das Stadium der Gebärmuttersenkung wird mithilfe von Graden von 1 bis 4 beschrieben. Diese vier Grade zeigen, wie weit fortgeschritten die Senkung ist, also wie weit die Gebärmutter in die Scheide abgesunken ist. Je höher der Grad, desto näher liegt die Gebärmutter am Scheidenausgang oder ist bereits ausgetreten.
In der ärztlichen Praxis wird häufig auch das POP-Q-System verwendet. Es beschreibt die Senkung anhand präziser Messungen in fünf Stadien von 0 bis IV. Deshalb können „Grad 2“ und „Stadium II“ in unterschiedlichen Zusammenhängen verwendet werden und decken sich definitorisch nicht exakt.
Wichtig ist außerdem: Der Grad allein bestimmt weder den Schweregrad noch die optimale Behandlung. Warum? Weil eine Senkung Grad 2, die Druck, Schmerzen oder Blasenprobleme verursacht und deinen Alltag beeinträchtigt, mehr Aufmerksamkeit erfordern kann als eine weiter fortgeschrittene Senkung Grad 3, die du kaum bemerkst. Die Behandlung richtet sich also nicht allein nach der Zahl in deiner Patientenakte. Entscheidend sind vor allem deine Beschwerden, wie sehr sie dich belasten und wie stark sie deinen Alltag beeinflussen.
Eine Gebärmuttersenkung entwickelt sich in der Regel über einen längeren Zeitraum. Wenn die Gewebe und Muskeln, die die Beckenorgane stützen, an Festigkeit verlieren, beginnt die Gebärmutter abzusinken. Meist ist das Ergebnis eines Zusammenspiels mehrerer Faktoren, nicht einer einzelnen Ursache.
Eine Senkung entsteht nicht, weil du einmal etwas Schweres gehoben hast oder nach der Geburt zu wenig Kegel-Übungen gemacht hast. Sie entsteht, weil die Muskeln und Bänder im Beckenbereich im Laufe des Lebens erschlaffen. Mehrere Schwangerschaften und vaginale Geburten, das Älterwerden, hormonelle Veränderungen, wiederholter Druck auf den Beckenboden – all das kann mit der Zeit die Fähigkeit des Beckenbodens beeinträchtigen, deine Organe zu tragen.
Schwangerschaft und Geburt, insbesondere die vaginale Geburt, zählen zu den wichtigsten Risikofaktoren für eine Gebärmuttersenkung. Das Risiko steigt mit der Zahl der Geburten und kann nach der Geburt eines besonders schweren Babys, nach einer schwierigen Geburt oder einer instrumentellen Entbindung höher sein. Und auch wenn ein Kaiserschnitt das Risiko senken kann – ganz aufheben kann er es nicht.
Ob vaginal oder per Kaiserschnitt: Die Schwangerschaft selbst bleibt ein wesentlicher Risikofaktor, denn das wachsende Kind und die Gebärmutter drücken kontinuierlich auf den Beckenboden, und die Schwangerschaftshormone lockern Gewebe und Bänder, die sich während einer vaginalen Geburt zusätzlich dehnen oder einreißen können.
Es gibt aber auch gute Nachrichten: Nur weil du in den ersten Wochen nach der Geburt ein Absinken oder Druckgefühl verspürst, heißt das nicht, dass eine dauerhafte Senkung zurückbleibt. In der Zeit nach der Geburt durchläuft das Gewebe einen Erholungsprozess, und die Beschwerden können sich mit der Zeit bessern. Ein Symptom nach sechs Wochen ist also keineswegs ein langfristiges Urteil.
Wenn dich das beunruhigt – und vor allem, wenn du Beschwerden hast – kannst du bei der Nachsorgeuntersuchung eine Beurteilung des Beckenbodens erbitten. Diese ist nicht automatisch Teil der Rückbildung nach einer vaginalen Geburt, aber es lohnt sich, deinen Arzt darauf anzusprechen, wenn du dir Sorgen machst.
Eine Gebärmuttersenkung in den Wechseljahren kann durch die hormonellen Veränderungen dieser Lebensphase begünstigt werden.
Östrogen sorgt dafür, dass das Scheiden- und Beckengewebe elastisch und dick bleibt. Sinkt der Spiegel in den Wechseljahren, werden diese Stützstrukturen anfälliger und geben leichter nach. Das erklärt, warum Beschwerden rund um die Menopause spürbar werden oder sich verstärken können, obwohl die Schwächung des Beckenbodens bereits Jahre zuvor – nach Schwangerschaften und Geburten – begonnen hat. Die hormonellen Veränderungen können übrigens schon in der Prämenopause einsetzen, bevor die Regelblutung endgültig aussetzt.
Der sinkende Östrogenspiegel trägt gleichzeitig zur vaginalen Atrophie bei, die Trockenheit, Reizungen und Unbehagen verstärken kann. Auch wenn beide Probleme gleichzeitig auftreten können, handelt es sich jedoch nicht um ein und dasselbe.
Abgesehen von Schwangerschaft und hormonellen Veränderungen, die natürliche Lebensphasen einer Frau darstellen, gibt es weitere Faktoren, die den Druck auf den Beckenboden wiederholt erhöhen können.
Aber Achtung: Verwechsle einen Risikofaktor nicht mit einer direkten Ursache. Faktoren, die du beeinflussen kannst – etwa Gewicht und körperliche Belastung – sind eher Stellschrauben zur Risikominderung, nicht Ursachen, für die du dich verurteilen müsstest. Die Wahrheit ist: Du kannst nicht alle Ursachen einer Senkung kontrollieren, und meist steckt nicht eine einzige Sache dahinter, die du falsch oder im Übermaß gemacht hast. Es bringt also nichts, dir Vorwürfe zu machen.
Auch eine zurückliegende Hysterektomie kann deine Anatomie und die Abstützung der Beckenorgane verändern. Deshalb entwickeln manche Frauen später einen Scheidenstumpfprolaps.
Und es gibt eine erbliche Komponente: Bindegewebserkrankungen können das Risiko eines Beckenorganprolapses erhöhen – auch in jüngerem Alter und selbst ohne vorangegangene Geburten:
Sehr viele Frauen landen in Foren und sozialen Netzwerken, suchen nach Bildern einer Gebärmuttersenkung und wollen herausfinden, ob sie betroffen sind und an welchen Anzeichen sie das erkennen. Stellst du dir dieselben Fragen? Wir verraten dir gleich, worauf du achten kannst.
Doch zuerst eine wichtige Unterscheidung: Deine Symptome zu beobachten und einzuordnen ist das eine. Dir selbst eine Diagnose zu stellen etwas völlig anderes. Die Anzeichen einer Gebärmuttersenkung zu erkennen ist wichtig und hilfreich, damit du weißt, wann ein Arztbesuch angebracht ist. Denn genau das ist der Sinn der Selbstbeobachtung zu Hause: dir zu zeigen, wann es Zeit für eine gynäkologische Untersuchung ist.
Was dir die Selbstkontrolle zu Hause nicht sagen kann, sind Informationen über den Schweregrad und die nötige Behandlung. Du kannst nicht selbst feststellen, ob es sich um eine Gebärmuttersenkung, eine Zystozele oder eine Rektozele handelt, du kannst den korrekten Grad nicht bestimmen und auch andere Ursachen wie eine Scheidenzyste oder andere Gewebeveränderungen nicht ausschließen. Versuche also nicht, dir selbst eine Diagnose zu stellen.
Du musst dir nicht einmal sicher sein, dass du eine Senkung hast, um eine Abklärung zu erbitten. Allein ungewöhnliche Anzeichen zu bemerken ist Grund genug, zur Frauenärztin zu gehen. Das vorausgeschickt – diese Anzeichen können auf eine mögliche Gebärmuttersenkung hindeuten:
Wenn du nachfühlen möchtest, wie sich der Bereich anfühlt, tu das behutsam, ohne zu drücken oder das Gewebe zu strapazieren. Du musst die Kontrolle auch nicht mehrfach wiederholen, um „sicher“ zu sein.
Die Diagnose einer Gebärmuttersenkung wird in der Regel während der gynäkologischen Untersuchung anhand des klinischen Befunds gestellt – meist ganz ohne invasive Eingriffe. Wenn du also Angst vor dem Termin hast: Dafür gibt es kaum einen triftigen Grund. In den meisten Fällen besteht die Untersuchung schlicht aus einem Gespräch, in dem du deine Beschwerden schilderst, gefolgt von der eigentlichen Untersuchung.
So läuft die Untersuchung meistens ab, Schritt für Schritt:
Je nach Beschwerden und Befund kann der Arzt anschließend weitere Untersuchungen empfehlen, etwa einen Ultraschall, eine urodynamische Abklärung oder ein MRT. Grundsätzlich lässt sich eine Senkung aber meist ohne aufwendige Diagnostik erkennen.
Wenn du dich trotzdem unwohl fühlst: Zu deiner Beruhigung hast du das Recht, während der Untersuchung eine weitere Person im Raum zu haben. Und wenn es dir hilft, kannst du auch darum bitten, von einer Ärztin untersucht zu werden.
Und falls du befürchtest, während des Termins so überwältigt zu sein, dass du all deine Fragen vergisst – hier ein paar Anregungen, die du dir im Handy notieren solltest:
Bei welchen Symptomen sollte ich früher zur Kontrolle kommen?

Die Behandlung einer Gebärmuttersenkung wird immer gemeinsam mit dem Arzt festgelegt, der dein Alter, die Schwere der Beschwerden, den Grad der Senkung, dein Sexualleben, deinen Kinderwunsch und eventuelle weitere gesundheitliche Probleme berücksichtigt.
Da so viele Faktoren eine Rolle spielen, kann es keine Standardbehandlung geben, die für alle Patientinnen passt. Sie ist immer individuell – abgestimmt auf die Beobachtungen des Arztes während der Untersuchung und auf eure Gespräche.
Auch wenn keine Behandlung garantieren kann, dass die Senkung vollständig verschwindet: Es gibt viele Optionen, und die Chancen, dass sich deine Beschwerden bessern und du ein normales Leben führen kannst, stehen insgesamt gut.
Eine Gebärmuttersenkung Grad 1, die dich nicht stört, bei der die Gebärmutter nur leicht abgesunken ist und keine Beschwerden verursacht, muss nicht zwingend behandelt werden.
Der Arzt kann dir empfehlen, die Senkung lediglich bei den regelmäßigen Kontrollen zu beobachten und einige Maßnahmen zu ergreifen, um den Druck auf den Beckenboden zu verringern:
Eine Senkung schreitet nicht zwangsläufig zu schwereren Formen fort – das ACOG weist darauf hin, dass sie bei manchen Frauen stabil bleiben oder sich mit der Zeit sogar bessern kann. Längsschnittstudien haben gezeigt, dass eine spontane Rückbildung besonders bei leichten Formen häufig vorkommt.
Übungen spielen bei der Behandlung einer Gebärmuttersenkung eine wichtige Rolle, vor allem bei leichten Formen. Das ACOG empfiehlt ein einfaches Protokoll, das die Beschwerden wirksam lindern kann – vorausgesetzt, du führst es korrekt aus.
Wie solltest du Kegel-Übungen Schritt für Schritt zur Stärkung des Beckenbodens ausführen?
Besonders wichtig bei Kegel-Übungen: Es zählt nicht nur, was du tun sollst, sondern auch, was du nicht tun sollst:
Ziel ist es, die Beckenbodenmuskulatur zu trainieren und nicht mit anderen Muskelgruppen auszugleichen. Die ersten Veränderungen zeigen sich über Wochen, nicht über Tage – Beständigkeit ist also entscheidend.
Dir sollte bewusst sein: Kegel-Übungen können bei einer Gebärmuttersenkung auch bei korrekter Ausführung die Beschwerden lindern und das Fortschreiten verlangsamen, eine bereits weit abgesunkene Gebärmutter aber nicht allein wieder in Position bringen. Bei fortgeschrittenen Senkungen reichen Übungen als alleinige Behandlung nicht aus.
Außerdem gibt es eine wichtige Ausnahme: Ist der Beckenboden hyperton – also die Muskulatur bereits übermäßig angespannt und nicht ausreichend entspannungsfähig – können wiederholte Kontraktionen Schmerzen, Blasenprobleme oder Beschwerden beim Sex verstärken. Kegel-Übungen helfen dir in diesem Fall also nicht. Nötig ist eine fachgerechte Beurteilung und ein Training, das die Entspannungsfähigkeit der Muskulatur berücksichtigt.
Für viele Frauen ist das Scheidenpessar die beste Alternative zur Operation bei einer Gebärmuttersenkung. Das ACOG führt es unter den ersten nicht-operativen Behandlungsoptionen auf, und viele Frauen bemerken unmittelbar nach dem Einsetzen eine Linderung ihrer Beschwerden.
Dieses Pessar ist im Grunde ein Hilfsmittel, das in die Scheide eingesetzt wird, um abgesunkene Beckenorgane zu stützen. Es gibt es in zahlreichen Formen und Größen, unter anderem als Ringpessar, und es kann sowohl vorübergehend als auch langfristig getragen werden.
Je nach Art der Senkung und deiner Anatomie wählt der Arzt in der Praxis das passende Modell für dich aus. Ein gut sitzendes Pessar sollte nicht schmerzen und im Idealfall bei alltäglichen Aktivitäten gar nicht spürbar sein. Wenn du es ständig spürst, es dich stört, herausrutscht oder Ausfluss und Reizungen verursacht, brauchst du womöglich eine andere Größe oder ein anderes Modell. Treten solche Probleme auf, passt der Arzt das Pessar in der Regel an, statt es sofort endgültig aufzugeben.
Auch die Pflege des Pessars – einschließlich während der Menstruation – hängt vom Modell ab, davon, wie leicht es entfernt werden kann, und von den Anweisungen deines Arztes. Manche Pessare kannst du selbst herausnehmen, reinigen und wieder einsetzen. Andere erfordern Kontrolltermine und eine Reinigung in der Praxis. Auch Geschlechtsverkehr ist mit manchen Modellen möglich, während andere vorher entfernt werden müssen.
Wenn du in den Wechseljahren bist und ein Pessar eingesetzt bekommst, kann dir der Arzt zusätzlich lokales Östrogen empfehlen, um den Zustand des Scheidengewebes und die Verträglichkeit des Pessars zu verbessern.
Lokales Östrogen kann dir als Creme, Zäpfchen oder Vaginalring verordnet werden und ist hilfreich, wenn ein sinkender Östrogenspiegel dein Gewebe beeinträchtigt. Art und Dosierung legt der Arzt fest, die Präparate sind verschreibungspflichtig. Wenn du eine Krebserkrankung in der Vorgeschichte oder andere relevante gesundheitliche Probleme hast, informiere unbedingt deinen Arzt, bevor du lokales Östrogen anwendest.
Dieser Ansatz ist besonders relevant bei einer Gebärmuttersenkung in den Wechseljahren, die gemeinsam mit einer atrophischen Vaginitis auftreten kann. Östrogen kann die Gewebequalität verbessern, Trockenheit und Reizungen verringern und das Tragen eines Pessars angenehmer machen.
Wie die anderen bisher besprochenen Methoden hebt jedoch auch Östrogen die Gebärmutter nicht wieder an und heilt die Senkung nicht.
Wenn die Beschwerden deine Lebensqualität beeinträchtigen und nicht-operative Behandlungen nicht ausreichend helfen, gibt es zwei Hauptrichtungen, die der Arzt empfehlen kann:
In jedem Fall ist die Gebärmutterentfernung nicht die einzige Lösung, wie viele Frauen glauben. Ja, die Hysterektomie ist eine der Optionen, aber sie wird nicht zwangsläufig bei allen Patientinnen mit einer Senkung angewendet. Der passende Ansatz hängt von deiner Anatomie, deinen Beschwerden, deinem Alter, einem möglichen Kinderwunsch, deinem allgemeinen Gesundheitszustand und deinen eigenen Wünschen ab.
Das Vaginalnetz (Mesh) ist ein weiteres Hilfsmittel, das bei der Behandlung des Genitalprolapses zunehmend eingesetzt wurde. Wegen des hohen Komplikationsrisikos – darunter Netzerosion, Schmerzen, Infektionen sowie Verletzungen von Blase oder Darm – weist der britische NHS jedoch darauf hin, dass Eingriffe mit vaginal eingebrachtem Netz nur noch durchgeführt werden, wenn es keine Alternative gibt. Das bedeutet nicht, dass jedes Netz in der Prolapschirurgie verboten wäre: Bestimmte abdominale rekonstruktive Verfahren verwenden weiterhin Netze. Es bedeutet lediglich, dass du dir darüber keine Sorgen machen musst, denn die Entscheidung wird immer anhand des individuellen Nutzen-Risiko-Verhältnisses getroffen.
Wenn dich auch die Frage nach den Kosten einer Senkungsoperation beschäftigt: Einen einheitlichen Preis gibt es nicht. Die Kosten hängen von der Art des Eingriffs, der Dauer des Krankenhausaufenthalts und natürlich von der gewählten Klinik ab – ob öffentlich oder privat. Entscheidest du dich für das öffentliche System, lohnt es sich, das medizinische Personal zu fragen, welche Kosten übernommen werden, denn manche Eingriffe können von der Krankenkasse erstattet werden.
Keiner dieser Eingriffe garantiert, dass alle Beschwerden verschwinden. Mehr noch: Es können neue Probleme auftreten, etwa Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Beckenschmerzen oder Harninkontinenz. Und selbst nach einer erfolgreichen Operation besteht das Risiko eines Rückfalls. Laut ACOG ist dieses Risiko bei Patientinnen unter 60 Jahren, bei Übergewicht oder bei einer vor der Operation weiter fortgeschrittenen Senkung erhöht.

Wenn du Angst vor einer Operation hast oder dich scheust, zum Arzt zu gehen, hast du vielleicht schon über eine natürliche Behandlung der Gebärmuttersenkung nachgedacht. Doch es ist wichtig, realistisch zu bleiben und nüchtern zu überlegen.
Kein Tee, keine Salbe, keine Tinktur, kein Nahrungsergänzungsmittel, kein Kräuterbad und keine Massage, denen nachgesagt wird, sie könnten die Gebärmutter anheben, kann überdehnte Stützstrukturen wiederherstellen. Es gibt keinerlei Belege dafür, dass eines dieser Mittel wirkt – und rein mechanisch ist es schlicht nicht möglich. Ein Tee oder ein Nahrungsergänzungsmittel kann die Bänder und Gewebe, die deine Beckenorgane tragen, nicht wieder aufbauen.
Die Risiken, die du eingehst, sind dagegen sehr real. Nicht, weil die Mittel selbst schädlich wären, sondern weil du Zeit verlierst. Beim Versuch, das Problem zu Hause zu lösen, können Monate oder Jahre vergehen, in denen sich die Beschwerden so weit verschlechtern, dass sanfte, nicht-invasive Behandlungen weniger wirksam werden.
Manche natürlichen Ansätze wirken tatsächlich, es gibt sanfte Lösungen – aber es sind keine Tees und Tinkturen. Es sind die vom Arzt empfohlenen Präventionsmaßnahmen:
Der Unterschied zwischen diesen Maßnahmen und den Getränken oder Kräutern, die allgemein als Naturheilmittel gelten: Erstere verringern die Faktoren, die Druck auf den Beckenboden ausüben – auch wenn sie die Senkung nicht direkt beheben.
Die Diagnose Gebärmuttersenkung kann einen erst einmal aus der Bahn werfen. Wenn du erfährst, dass deine Gebärmutter abgesunken ist, ist es völlig normal, dass dir eine Frage nach der anderen durch den Kopf schießt: Kann ich noch Sex haben? Darf ich weiter ins Fitnessstudio? Kann ich während der Periode weiterhin Tampons benutzen?
Gute Nachrichten! In den meisten Fällen lautet die Antwort keineswegs, dass du deinen Lebensstil aufgeben musst. Ja, eine Senkung kann einige Dinge in deinem Alltag verändern – aber sie stellt dein Leben und deine täglichen Aktivitäten nicht auf den Kopf.
Du kannst auch mit einer Gebärmuttersenkung Sex haben. Penetration drückt die Gebärmutter nicht weiter nach unten und lässt die Senkung auch nicht fortschreiten. Manche Frauen verspüren zwar Druck, Trockenheit, Unbehagen oder eine Dyspareunie, also Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, vor allem bei zusätzlicher vaginaler Atrophie – aber es gibt Lösungen. Du kannst ein Gleitmittel verwenden, Stellungen wählen, bei denen weniger Druck auf das Becken wirkt, oder das vom Arzt verordnete lokale Östrogen anwenden.
Vernachlässige auch die emotionale Seite nicht, denn auch sie kann dein Sexualleben beeinflussen, wenn du von der Diagnose erfährst. Du befürchtest, dein Partner könnte etwas merken. Du empfindest vielleicht Scham, weil dein Körper nicht mehr so aussieht und funktioniert wie früher. Diese Unsicherheiten sind normal und bedeuten nicht, dass du eine sexuelle Funktionsstörung entwickelt hast – sie zeigen nur, dass du Geduld und Verständnis mit dir selbst brauchst.
Eine Senkungsdiagnose bedeutet nicht, dass du auf Bewegung verzichten, keinen Fuß mehr ins Fitnessstudio setzen und jede Anstrengung meiden musst.
Du musst nur auf dich achten und Anpassungen vornehmen, wenn dein Körper es dir signalisiert. Manche Aktivitäten und Übungen sind bei einer Gebärmuttersenkung besser verträglich als andere – deine Aufgabe ist es, die für dich passenden zu finden.
Langstreckenlauf, Sprünge, Trampolin, sehr schwere Gewichte und Übungen mit angehaltenem Atem können den Druck im Bauchraum erhöhen und deine Beschwerden verstärken. Spazierengehen, Schwimmen, Radfahren, Pilates und Krafttraining mit guter Atemtechnik werden dagegen häufig gut vertragen. Atme bei der Anstrengung einfach aus und vermeide es, die Luft anzuhalten.
Die nützlichste Regel ist ganz einfach: Wenn während der Übung oder in den Stunden danach ein Schwere- oder Druckgefühl im Becken auftritt, ist das ein Zeichen, die Belastung zu reduzieren oder die Bewegung anzupassen. Keineswegs aber, dass du automatisch mit dem Training aufhören müsstest.
Eine Senkung kann auch verändern, wie sich Menstruationsprodukte zur inneren Anwendung anfühlen. Das ACOG erwähnt, dass manche Frauen Schwierigkeiten beim Einführen eines Tampons haben oder ihn nur schwer in Position halten können. Das liegt daran, dass sich Lage und Form des Scheidenkanals verändern.
Der Tampon kann verrutschen, schwerer zu platzieren oder deutlicher spürbar sein. Ebenso kann die Menstruationstasse schwieriger zu positionieren und unbequemer sein, besonders wenn du zusätzlich ein Pessar trägst. Aus diesen Gründen steigen manche Frauen lieber auf Binden um.
Wenn du dich darin wiedererkennst, wähle Produkte mit einer Oberschicht aus 100 % Bio-Baumwolle für eine möglichst hautfreundliche Menstruationspflege. Sie behandeln oder verhindern keine Gebärmuttersenkung, können dir während der Periode aber ein Plus an Komfort bringen.
Wenn du ein Pessar trägst und eine Menstruationstasse oder andere innere Produkte verwenden möchtest, sprich vorher unbedingt mit deinem Arzt. Wie du das Pessar während der Menstruation handhabst, hängt vom Modell und von den ärztlichen Empfehlungen ab.
Leichte Formen der Gebärmuttersenkung beeinträchtigen die Fruchtbarkeit in der Regel nicht. Meist kannst du auch nach dieser Diagnose noch Kinder bekommen. Eine fortgeschrittene Senkung kann jedoch die Anatomie von Scheide und Gebärmutterhals verändern und die Empfängnis erschweren.
Wenn du dir eine Schwangerschaft wünschst, lässt du dich am besten von deinem Frauenarzt untersuchen und klärst gemeinsam mit ihm die Situation und die verfügbaren Optionen.
Deine Haltung zu einem möglichen Kinderwunsch ist auch für die Wahl der Behandlung besonders wichtig. Wenn es die Beschwerden zulassen, wird man höchstwahrscheinlich nicht-invasive Lösungen wie Beckenbodenphysiotherapie oder ein Pessar bevorzugen. Bei ausgeprägteren Senkungen kann eine spätere Schwangerschaft jedoch das Ergebnis einer rekonstruktiven Beckenbodenoperation beeinträchtigen – und eine Hysterektomie schließt eine Schwangerschaft selbstverständlich aus.
Deshalb solltest du deinem Arzt gleich beim ersten Gespräch klar sagen, ob du dir in Zukunft Kinder wünschst – ob in einem Jahr oder in zehn. Denn diese Information kann die gewählte Behandlungsstrategie grundlegend verändern.
Es gibt keine garantierte Methode, eine Gebärmuttersenkung zu verhindern, und du kannst auch nicht alle Risikofaktoren ausschalten. Das heißt aber nicht, dass du nichts tun kannst.
Mit einigen einfachen Maßnahmen kannst du den wiederholten Druck auf den Beckenboden deutlich verringern und dein Stützgewebe besser schützen:
Dieselben Maßnahmen können dir auch Linderung bringen, wenn bereits eine Senkung besteht. Sie heilen sie nicht in dem Sinne, dass die Gebärmutter wieder ihre Position einnimmt, können aber die Faktoren reduzieren, die die Beschwerden verstärken. Und regelmäßige gynäkologische Kontrollen können eine Senkung erkennen, bevor sich die Beschwerden verschlimmern, und geben dir die Gelegenheit, frühzeitig über Beobachtungs- und Behandlungsmöglichkeiten zu sprechen.
Du suchst schnelle Antworten auf deine Fragen zur Gebärmuttersenkung? Wenn du möglichst viel in möglichst kurzer Zeit verstehen möchtest, findest du unten konkrete Antworten auf die Fragen, die uns in Foren und sozialen Netzwerken am häufigsten begegnet sind – dort, wo Frauen ihre Ängste rund um die Gebärmuttersenkung teilen und versuchen, die Diagnose und die nächsten Schritte zu verstehen.
Ja, manche leichten Formen der Gebärmuttersenkung können sich ohne Eingriff bessern oder sogar zurückbilden, besonders in frühen Stadien. Eine Senkung muss nicht zwangsläufig zu schwereren Formen fortschreiten. Sind die Beschwerden minimal, kann der Arzt lediglich eine Beobachtung empfehlen.
Die Genesung dauert in der Regel einige Wochen. Der genaue Zeitraum hängt von der Art des Eingriffs und deinem Gesundheitszustand ab. In dieser Zeit kann dir der Chirurg vorübergehend empfehlen, anstrengende Aktivitäten, das Heben schwerer Lasten und Geschlechtsverkehr einzuschränken.
Es gibt keinen einheitlichen Preis für eine Operation bei Gebärmuttersenkung. Die Kosten hängen vom gewählten Verfahren, von der Klinik, von der Art der Narkose und den enthaltenen Leistungen ab. Im öffentlichen Gesundheitssystem können manche Eingriffe von der Krankenkasse übernommen werden.
Eine Gebärmuttersenkung ist in der Regel keine lebensbedrohliche Erkrankung. Die Beschwerden können dich jedoch beim Wasserlassen, beim Stuhlgang, sexuell und sogar emotional beeinträchtigen und erhebliches Unbehagen verursachen. Schwere, unbehandelte Formen können auch zu lokalen Komplikationen führen.
Ja, eine Gebärmuttersenkung kann sich nach der Menopause verschlechtern, da der sinkende Östrogenspiegel das Stützgewebe beeinträchtigen kann. Manche Senkungen bleiben jedoch stabil oder bessern sich mit der Zeit sogar.
Du wachst nicht am nächsten Morgen mit einer Liste verbotener Aktivitäten auf, nur weil du eine Gebärmuttersenkung hast. Du musst lediglich auf deinen Körper achten. Wenn du merkst, dass eine Übung, schweres Heben oder eine andere Tätigkeit den Druck oder das Schweregefühl im Becken verstärkt, solltest du die Intensität reduzieren und mit deinem Arzt sprechen.
Ja, du kannst auch mit einer Gebärmuttersenkung schwanger werden, vor allem bei leichten Formen. Bei fortgeschrittenen Formen kann es mechanische Schwierigkeiten geben. Wenn du dir Kinder wünschst, solltest du das deinem Arzt unbedingt vor der Wahl der Behandlung mitteilen.
Ja, eine Senkung kann nach einer Operation erneut auftreten, denn der Eingriff repariert zwar die vorhandene Abstützung, beseitigt aber nicht alle Faktoren, die zu ihrer Entstehung beigetragen haben. Das Rückfallrisiko unterscheidet sich je nach Verfahren und den individuellen Voraussetzungen jeder Patientin.
Manche Frauen können weiterhin Tampons benutzen, aber die Senkung kann das Einführen oder das Halten erschweren. Auch die Menstruationstasse kann für manche Frauen unbequem werden. Wenn du ein Pessar trägst, ist es wichtig, vor der Verwendung innerer Produkte mit deinem Arzt zu sprechen.
Erste Verbesserungen durch Kegel-Übungen treten in der Regel nach einigen Wochen regelmäßiger und korrekter Übung auf, nicht nach ein paar Tagen. Die Ergebnisse hängen von der Technik, der Beständigkeit und dem Zustand deines Beckenbodens ab. Ist deine Muskulatur bereits zu stark angespannt, sprich mit deinem Arzt – Kegel-Übungen können dann ungeeignet sein.
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