Als zukünftige Mutter möchtest du sicher sein, dass sich dein Baby so entwickelt, wie es sein soll. Dafür gibt es mehrere in der Schwangerschaft empfohlene Untersuchungen, die es ermöglichen, mögliche anatomische Fehlbildungen oder angeborene Störungen früh zu erkennen. Die fetale Feindiagnostik (Organscreening) gehört zu diesen Untersuchungen.
Die Untersuchung wird üblicherweise im 2. Schwangerschaftstrimester durchgeführt, kann aber in jedem Trimester erfolgen. Lies den Artikel und erfahre, wie sie abläuft, welche Informationen sie liefert und wie du dich auf eine fetale Feindiagnostik vorbereitest!
Die fetale Feindiagnostik ist eine medizinische Untersuchung, die aus einem Ultraschall besteht und dem Arzt ermöglicht, die Entwicklung deines künftigen Babys, die Plazenta, die Nabelschnur und die Fruchtwassermenge zu beurteilen sowie schwerwiegende anatomische Fehlbildungen oder angeborene Störungen zu erkennen, falls diese vorliegen.
Im Rahmen eines Feindiagnostik-Ultraschalls kann der Arzt Schädel, Wirbelsäule, Gliedmaßen, Herz, Lungen, Nieren und Harnblase des Kindes im Detail untersuchen, um sicherzugehen, dass keine Fehlentwicklung vorliegt. Bei derselben Untersuchung lässt sich auch der Herzschlag des Kleinen beobachten – und wenn du es wissen möchtest, kannst du jetzt auch das Geschlecht des Babys erfahren.

Grundsätzlich ist die fetale Feindiagnostik eine schmerzfreie Untersuchung, die abdominal, aber auch transvaginal oder kombiniert durchgeführt werden kann, wenn der abdominale Ultraschall keine optimale Sicht bietet.
Beim abdominalen Vorgehen liegst du auf der Liege, während der Arzt ein spezielles Gel auf den Bauch aufträgt. Er setzt den Ultraschallkopf auf den Bauch und führt ihn nach unten, um die Organe und die Struktur des Babys genau beurteilen zu können. Um die Sicht zu verbessern, kann es sein, dass er leichten Druck ausübt.
Wenn der abdominale Ultraschall keine genaue Beurteilung von Plazenta und Gebärmutterhals erlaubt, kann der Arzt zusätzlich einen transvaginalen Ultraschall empfehlen. Auch dieser ist schmerzfrei und dauert in der Regel nicht länger als 5 Minuten.
Die fetale Feindiagnostik ist typisch für das 2. Schwangerschaftstrimester und wird dann am häufigsten durchgeführt, sie kann jedoch in jedem der drei Trimester erfolgen.
Die Feindiagnostik im 1. Trimester erfolgt zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche, also nachdem mindestens 6 Wochen ohne Menstruation vergangen sind. Üblicherweise wird sie gleichzeitig mit der serologischen Untersuchung durchgeführt, weshalb man auch von einem Double-Test spricht.
Der Ultraschall in diesem Stadium liefert Informationen über das Alter des Fötus anhand seiner Maße, den voraussichtlichen Geburtstermin sowie über mögliche Auffälligkeiten am Schädel, am Herzen oder an den Gliedmaßen. Auch Mehrlingsschwangerschaften können jetzt festgestellt werden.
Idealerweise in der 22. Woche durchgeführt, kann die Feindiagnostik des 2. Trimesters je nach individueller Empfehlung des Arztes zwischen der 20. und 24. Woche erfolgen und die Ergebnisse der Feindiagnostik des ersten Trimesters bestätigen oder widerlegen (z. B. das Risiko für Down-Syndrom, Edwards-Syndrom usw.).
Die Bilder dieser Untersuchung zeigen nun deutlich detaillierter das Gesicht, die Gliedmaßen, die Wirbelsäule, den Brustkorb und das Zwerchfell. Auch das Geschlecht des Babys kann dir der Arzt jetzt mitteilen, wenn du es wissen möchtest.
Zudem kann der Arzt die Bewegungen des Babys in Echtzeit verfolgen und eine 3D- oder 4D-Rekonstruktion erstellen sowie Plazenta und Nabelschnur beurteilen, um mögliche Komplikationen früh zu erkennen.

Im 3. Trimester wird der Feindiagnostik-Ultraschall zwischen der 30. und 32. Woche durchgeführt. Auch wenn Lage und Größe des Babys die Sicht in diesem Stadium erschweren, ist die Untersuchung sinnvoll, um mögliche Probleme des zentralen Nervensystems oder später auftretende Herzfehler zu erkennen.
Da die fetale Feindiagnostik es ermöglicht, Struktur und Organe des Babys in jedem Schwangerschaftstrimester zu betrachten – vom Schädel bis zu den oberen und unteren Gliedmaßen –, können folgende Auffälligkeiten erkannt werden:
Nein, die fetale Feindiagnostik weist keine Chromosomenanomalien nach und kann eine genetische Untersuchung nicht ersetzen. Sie ermöglicht lediglich die Beobachtung der Struktur und der Organe des Fötus, während dieser sich entwickelt.
Hat der Arzt Anhaltspunkte für chromosomale Auffälligkeiten, kann er genetische Tests zu deren Abklärung empfehlen.
Feindiagnostik-Ultraschalls haben viele Vorteile, doch der wichtigste ist, dass sie mögliche Anomalien bereits im Frühstadium erkennen lassen. Das bedeutet: Es besteht die Chance, rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen und eine geeignete medizinische Versorgung für den Fötus, aber auch für die Mutter zu planen. Hier eine Liste der wichtigsten Vorteile der Feindiagnostik:

Wenn bei dir eine fetale Feindiagnostik ansteht, brauchst du dich nicht zu stressen. Es sind keine besonderen oder komplizierten Vorbereitungen nötig, sondern nur ein paar einfache Empfehlungen:
In den meisten Fällen erhältst du die Ergebnisse der fetalen Feindiagnostik am selben Tag, nachdem der Arzt sie sorgfältig ausgewertet hat.
Je nach Fall kannst du nach den Untersuchungen im 2. und 3. Trimester, wenn der Fötus besser sichtbar ist, eine CD mit für den Facharzt relevanten Bildern erhalten – zusammen mit Fotos, die du als Erinnerung behalten kannst.
Nach der Untersuchung wertet der Arzt die Ergebnisse aus. Ist alles in Ordnung, nimmst du weiterhin die nächsten Untersuchungen wie geplant wahr.
Geben die Ultraschallergebnisse dem Arzt Anlass zur Sorge, kann er zusätzliche Untersuchungen empfehlen, etwa genetische Tests – die einzige Möglichkeit, eine Chromosomenanomalie zu diagnostizieren oder deren Risiko zu bestimmen.
Feindiagnostik-Ultraschalls sind nicht verpflichtend, werden aber auf Empfehlung des betreuenden Arztes durchgeführt, da sie eine detaillierte Beurteilung der Strukturen des Babys erlauben und zahlreiche genaue Informationen zur frühzeitigen Erkennung möglicher Anomalien liefern.