Möchtest du das Geschlecht deines Babys schon erfahren, während es noch in deinem Bauch ist?
Sobald du einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand hältst, kommt diese Neugier auf. Ob du es kaum abwarten kannst, eine Gender-Reveal-Party zu organisieren, um offiziell zu verkünden, dass du Mama eines Mädchens oder eines Jungen wirst, oder ob du das Geheimnis lieber bis zur Geburt bewahrst – das ist ganz deine Entscheidung. Die Möglichkeit, es herauszufinden, besteht jedenfalls bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel.
Weißt du, in welcher Woche das Geschlecht des Babys im Ultraschall zu erkennen ist? Und stimmt es, dass man es sogar noch früher erkennen kann – anhand der Bauchform oder mit dem Ehering-Test? Lies den Artikel bis zum Ende, um alles zu erfahren.
Der Mensch besitzt zwei spezifische Geschlechtschromosomen: X und Y. Die Kombination dieser Chromosomen (XX oder XY) wird von den Eltern vererbt – eines von der Mutter, eines vom Vater – und bestimmt das Geschlecht des Kindes:
Die Mutter ist weiblich und besitzt ein XX-Chromosomenpaar, sie kann also nur ein X-Chromosom weitergeben. Vom Vater (XY) kann der Fötus entweder das X- oder das Y-Chromosom erben, das sich dann mit dem X-Chromosom der Mutter zu einem neuen Paar – XX oder XY – verbindet.
Eine XX-Kombination bedeutet somit, dass das Kind weiblich ist. Eine XY-Kombination bedeutet, dass das Kind männlich ist.
Nachdem bestätigt wurde, dass du schwanger bist, kann der Frauenarzt verschiedene Untersuchungen einsetzen, um das Geschlecht des Kindes festzustellen – wir erklären sie dir weiter unten. Am häufigsten erfährst du bei einem routinemäßigen Ultraschall, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird.
In der Regel wird das Geschlecht des Babys beim Routine-Ultraschall zwischen der 18. und 20. Schwangerschaftswoche bestimmt. Das entspricht etwa der Mitte des zweiten Trimesters, wenn der Fötus bereits schnell wächst, Schluck- und Saugreflexe entwickelt und sich immer mehr bewegt.
In dieser Zeit kann es auch sein, dass du stärkeren vaginalen Ausfluss hast – etwa einen Teelöffel weißliches Sekret pro Tag, das die Gebärmutter und den vaginalen pH-Wert schützt. Falls das der Fall ist, empfiehlt es sich, atmungsaktive, dünne Binden aus 100 % Bio-Baumwolle zu tragen, die keine Duftstoffe oder andere Substanzen enthalten, die das Risiko von Entzündungen erhöhen können.
Wenn du besonders aufgeregt und neugierig bist: Es gibt moderne Ultraschalltechniken, mit denen das Geschlecht des Babys bereits ab der 16., manchmal sogar ab der 14. Woche erkennbar ist. Je weiter die Schwangerschaft jedoch fortgeschritten ist, desto zuverlässiger kann der Arzt bestätigen, ob du ein Mädchen oder einen Jungen bekommst.

Bis zur 12. Schwangerschaftswoche verdoppelt der Fötus seine Größe und entwickelt sich mit jeder Woche weiter. Sein Verdauungssystem beginnt in dieser Zeit zu arbeiten, und du kannst seinen Herzschlag hören.
Die Geschlechtsorgane beginnen sich jetzt allerdings erst zu differenzieren. Sie sind klein und im Ultraschall schwer zu erkennen, besonders wenn die Lage des Fötus die Sicht einschränkt. In diesem Stadium kann der Arzt nur eine Vermutung anstellen, mit einer geringen Genauigkeit (etwa 70 %).
Zwischen der 14. und 16. Woche steigt die Wahrscheinlichkeit einer korrekten Bestimmung deutlich, besonders wenn eine moderne Ultraschalltechnik zum Einsatz kommt.
Man wird dir raten, viel zu trinken und mit voller Blase zur Untersuchung zu kommen, da dies die Bildqualität verbessern kann. Dennoch kann die Lage des Babys die Genitalien weiterhin verdecken und so die Genauigkeit der Beobachtungen verringern.
Nach der 20. Woche kann das Geschlecht des Kindes im Rahmen der Feindiagnostik des zweiten Trimesters meist mit einer Genauigkeit von 95–99 % bestätigt werden. Dieser Ultraschall ermöglicht außerdem eine detaillierte Darstellung von Gliedmaßen, Wirbelsäule, Zwerchfell, Brustkorb und Gesicht des Kindes sowie die Risikobewertung für Down-Syndrom, Edwards-Syndrom usw.
Von allen heute verfügbaren Möglichkeiten, das Geschlecht des Babys zu erfahren, ist der Ultraschall die am häufigsten genutzte Methode.
Es gibt jedoch auch andere Untersuchungen in der Schwangerschaft, die auf modernen Verfahren zur Analyse von Chromosomen oder Fruchtwasser beruhen und eine Geschlechtsbestimmung erlauben. Diese können deutlich früher erfolgen, bereits ab der 10. Schwangerschaftswoche. Hier die wichtigsten:
Wenn du dich für diese Untersuchung entscheidest, kann der Arzt das Geschlecht des Babys bereits ab der 9. Schwangerschaftswoche feststellen. Der Preis dieser Analyse ist meist höher – aber ebenso die Genauigkeit: über 99 %.
Es handelt sich um einen nicht-invasiven Gentest (NIPT), der die fetale DNA im Blut der Mutter analysiert, um sowohl das Geschlecht des Kindes als auch das Risiko für die häufigsten Chromosomenstörungen (Down-Syndrom, Edwards-Syndrom, Pätau-Syndrom, Turner-Syndrom und andere) zu bestimmen.
Wird das männliche Chromosom (Y) nachgewiesen, geht man davon aus, dass das Baby ein Junge ist. Andernfalls wird angenommen, dass es ein Mädchen ist.
Wie der DNA-Test dienen auch die Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung) und die Chorionzottenbiopsie (CVS) einer genetischen Analyse. Sie sollen mögliche Erkrankungen aufdecken und ermöglichen zugleich die Bestimmung des Geschlechts.
Im Gegensatz zum NIPT handelt es sich jedoch um zwei invasive Untersuchungen, die mit dem Risiko einer Fehlgeburt verbunden sind. Zudem können nach einer CVS Krämpfe, Blutungen oder ein Fruchtwasserabgang auftreten. Aus diesem Grund werden Amniozentese und CVS nur in bestimmten Situationen empfohlen, etwa:
Bei der Amniozentese entnimmt der Arzt mit einer feinen Nadel eine kleine Fruchtwasserprobe zur Untersuchung. Der Eingriff wird auf ärztliche Empfehlung zwischen der 16. und 24. Schwangerschaftswoche durchgeführt und dauert nicht länger als 2 Minuten.
Bei einer CVS entnimmt der Arzt Chorionzotten (Plazentagewebeproben) aus der Gebärmutterhöhle. Diese werden zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche auf genetische Anomalien untersucht, insbesondere bei Verdacht auf ein Down-Syndrom.

Da es die modernen medizinischen Verfahren von heute lange nicht gab, haben Menschen im Laufe der Zeit alle möglichen Wege gesucht, um das Geschlecht des Kindes vorherzusagen – etwa durch Zusammenhänge mit dem Menstruationszyklus der Mutter, der Bauchform oder den Schwangerschaftsbeschwerden.
So legt die Shettles-Theorie aus den 1960er-Jahren nahe, dass eine Zeugung vor dem Eisprung die Wahrscheinlichkeit für ein Mädchen erhöht. Die Whelan-Theorie aus den 1970er-Jahren behauptet hingegen das Gegenteil: dass eine Zeugung vor dem Eisprung die Wahrscheinlichkeit für einen Jungen erhöht.
Keine dieser Methoden wurde bestätigt, und heute stehen uns deutlich präzisere Untersuchungen zur Verfügung. Doch die alten Methoden sind nicht verschwunden. Sie kursieren weiterhin als Mythen ohne wissenschaftliche Grundlage und können zum Spaß genutzt werden, um das Geschlecht des Kindes zu erraten. Hier einige der bekanntesten:
Es heißt, du bekommst einen Jungen, wenn der Bauch oval geformt und der Fötus tiefer positioniert ist. Ist der Bauch hingegen rund und hoch, soll es ein Mädchen werden.
Die Wissenschaft sagt jedoch, dass die Form von vielen anderen Faktoren beeinflusst wird. Die Lage des Fötus, die Muskelspannung der Mutter und die Anzahl vorheriger Schwangerschaften wirken sich viel stärker auf die Bauchform aus als das Geschlecht des Babys.
Ein weiterer verbreiteter Volksglaube ist, dass Gelüste Hinweise auf das Geschlecht des Kindes geben. Angeblich bekommst du ein Mädchen, wenn du Lust auf Süßes hast, und einen Jungen, wenn du Salziges bevorzugst. Doch auch diese Behauptungen sind wissenschaftlich nicht belegt.
Eine andere Theorie besagt, dass der Herzschlag des Babys auf sein Geschlecht hinweist. Es soll ein Mädchen sein, wenn der Herzschlag schnell ist (über 140 Schläge pro Minute), und ein Junge, wenn er langsamer ist (unter 140 Schläge pro Minute).
Die Methode wurde von Forschern untersucht, doch es zeigte sich, dass die Genauigkeit mit nur 50 % gering ist.
Einer der amüsanteren, aber ebenso unzuverlässigen Mythen besagt, dass man das Geschlecht des Babys mit dem Ehering-Test erraten kann. Man kann dafür einen Ring, eine Nadel oder ein Haargummi verwenden, das an einem Haar aufgehängt und über den Bauch der zukünftigen Mama gehalten wird.
Es heißt, es wird ein Mädchen, wenn sich der Ring kreisförmig bewegt, und ein Junge, wenn er sich geradlinig hin und her bewegt.
Der Überlieferung nach verursachen Mädchen in der Schwangerschaft mehr morgendliche Übelkeit als Jungen. So hält sich der Mythos, dass du ein Mädchen bekommst, wenn du unter Übelkeit leidest, und einen Jungen, wenn du keine morgendliche Übelkeit hast.
Tatsächlich hängt Übelkeit aber nicht vom Geschlecht des Babys ab, sondern ist das Ergebnis mehrerer körperlicher und stoffwechselbedingter Faktoren: Hormonschwankungen, Blutdruck usw.

Hast du noch Fragen zur Geschlechtsbestimmung deines Babys? In diesem Abschnitt klären wir alles.
Eine eingeschränkte Sicht auf die Genitalien im Ultraschall kann zu einer falschen Bestimmung des Geschlechts führen. Faktoren wie ein geringes Gestationsalter, die Lage des Kindes in der Gebärmutter, die Dicke der Bauchwand und die Körperform der Mutter können die Genauigkeit des Ergebnisses beeinflussen.
Auch die Erfahrung des Arztes bei der Durchführung von Ultraschalluntersuchungen spielt eine wichtige Rolle.
Studien konnten die Wirksamkeit traditioneller Methoden nicht bestätigen. Es handelt sich um Methoden, die auf Beobachtungen beruhen und Zusammenhänge zwischen dem Geschlecht des Babys und dem Menstruationszyklus der Mutter, der Bauchform, morgendlicher Übelkeit oder Gelüsten herstellen wollen. All diese Faktoren werden jedoch selbst von zahlreichen anderen Einflüssen bestimmt – nicht vom Geschlecht des Kindes – und deuten eher auf einen Zufall als auf einen Kausalzusammenhang hin.
Die heutigen medizinischen Verfahren basieren hingegen auf klaren Untersuchungen. Sie nutzen Ultraschallbilder oder analysieren Chromosomen, Fruchtwasser oder Plazentaproben und liefern konkrete, präzise Ergebnisse.
Wenn der erste Ultraschall in der 10. bis 12. Woche durchgeführt wird, beginnen die Organe des Fötus sich erst zu entwickeln und sind noch sehr klein. Daher kann es passieren, dass der Arzt eine falsche Vermutung zum Geschlecht des Kindes anstellt. In diesem Fall kann sich das Ergebnis beim nächsten Ultraschall ändern, wenn der Arzt eine bessere Sicht hat und deutlicher erkennen kann, ob es ein Mädchen oder ein Junge ist.
Sobald das Geschlecht jedoch im Rahmen der Feindiagnostik des zweiten Trimesters bestätigt wurde – mit einer Genauigkeit von über 95 % –, ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Beobachtungen des Arztes falsch sind.
Es gibt Situationen, in denen die Hände, Füße oder einfach die Lage des Fötus die Genitalien verdecken. Solange keine klare Sicht besteht, kann der Arzt das Geschlecht des Kindes im Ultraschall nicht bestätigen – auch wenn du die 20. Schwangerschaftswoche schon überschritten hast.
Wenn der Arzt das Geschlecht des Kindes nach einem DNA-Test nicht bestätigen kann, bedeutet das, dass noch nicht genügend fetale DNA im Blut der Mutter zirkuliert, um das Vorhandensein des Y-Chromosoms nachzuweisen.
Bildquelle: Pexels.com