Müdigkeit ist ein völlig normales Gefühl – besonders nach einem langen Tag, nach körperlicher Anstrengung oder während der Menstruation. Es gibt jedoch ein Ausmaß an Erschöpfung, das nicht mehr normal ist: wenn du dich über längere Zeiträume körperlich und geistig extrem ausgelaugt fühlst.
Wenn du so erschöpft bist, dass du „müde bist, müde zu sein“, ohne dass eine erkennbare Erkrankung dahintersteckt, könnte es sich um chronische Erschöpfung handeln. Warum sie entsteht, wie sie dich vor allem während der Menstruation beeinträchtigt und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, erfährst du in diesem Artikel.
Chronische Erschöpfung, das chronische Erschöpfungssyndrom (CFS) oder chronische Fatigue ist eine langfristige Erkrankung, die verschiedene Bereiche des Körpers betreffen kann, sich aber am häufigsten durch ein extremes Müdigkeitsgefühl äußert. Jeder kann davon betroffen sein, selbst Kinder – und die Ursachen sind bislang nicht eindeutig geklärt.
Es kann durchaus schwierig sein, chronische Erschöpfung von normaler Müdigkeit zu unterscheiden. Letztlich erwischt uns Müdigkeit alle von Zeit zu Zeit, und es ist ganz normal, nach Phasen von Stress, Anstrengung oder Schlafmangel dieses Gefühl der Erschöpfung zu erleben.
Es gibt jedoch einige entscheidende Unterschiede, die normale Müdigkeit von ihrer schweren Form abgrenzen und ein Warnsignal dafür sind, dass mit dem Körper etwas nicht stimmt. Im Gegensatz zu gewöhnlicher Müdigkeit gilt für das chronische Erschöpfungssyndrom:
Chronische Erschöpfung kann außerdem von Symptomen begleitet werden, die auch bei anderen Erkrankungen auftreten, etwa Fieber, Muskelschmerzen oder Kopfschmerzen. Deshalb ist es wichtig, dass die Diagnose von einer Fachärztin oder einem Facharzt gestellt wird.

Die Ursachen der chronischen Erschöpfung sind bislang nicht genau bestimmt. Manche Menschen haben eine genetische Veranlagung für diese Erkrankung. In den meisten Fällen löst jedoch ein Ereignis oder ein Gesundheitsproblem die chronische Fatigue aus, während weitere Faktoren diesen Zustand aufrechterhalten oder zusätzlich verschlimmern:
Es gibt weitere Risikofaktoren, darunter das Alter (auch wenn jedes Alter betroffen sein kann, sind junge und Menschen im mittleren Alter anfälliger), das Geschlecht (bei Frauen wird chronische Erschöpfung häufiger diagnostiziert als bei Männern) sowie andere Erkrankungen (Patientinnen und Patienten mit schweren Vorerkrankungen sind stärker gefährdet).
Die Art, wie sich chronische Erschöpfung zeigt, ist von Person zu Person unterschiedlich. Die langanhaltende Müdigkeit ist das vorherrschende Symptom, kann aber begleitet werden von:
In manchen Fällen können sogar grippeähnliche Anzeichen auftreten:
Manche Menschen entwickeln, sobald das chronische Erschöpfungssyndrom ausbricht, sogar eine Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Gerüchen, Geräuschen, hellem Licht, Lebensmitteln oder Medikamenten.
Chronische Erschöpfung kann auch während der Menstruation auftreten, bleibt aber grundsätzlich eine chronische Erkrankung – sie ist kein Menstruationssymptom.
Für viele Frauen ist es durchaus üblich, sich während der Periode müder als sonst zu fühlen, besonders bei starken Blutungen. Wir empfehlen dir, bei starkem Fluss Binden und Bio-Tampons mit höherer Saugkraft zu verwenden, damit Flecken oder andere unangenehme Begleiterscheinungen nicht zu einem zusätzlichen Grund für Stress und Erschöpfung werden.
Tatsächlich kann das chronische Erschöpfungssyndrom in manchen Fällen mit hormonellen Veränderungen zusammenhängen. Und da die Hormonspiegel vor und während der Menstruation deutlich schwanken, ist es möglich, dass sich die Fatigue-Symptome in dieser Zeit verschlimmern – vor allem in Form von Blähungen, Kopfschmerzen, Migräne, Angstgefühlen, Konzentrationsschwierigkeiten und Schlaflosigkeit.

Das chronische Erschöpfungssyndrom gilt nicht als eigene, von der chronischen Erschöpfung verschiedene Erkrankung. Ob sie während der Periode oder in einer anderen Phase des Zyklus auftritt – chronische Erschöpfung hat in der Regel dieselben oben genannten Auslöser.
Tritt das Erschöpfungsgefühl jedoch ausschließlich während der Menstruation auf oder verstärkt es sich deutlich, kommen folgende Ursachen infrage:
Es gibt keine spezifischen Tests zur Diagnose des chronischen Erschöpfungssyndroms. Da die Symptome mit denen vieler anderer Erkrankungen identisch sein können, erfolgt die Diagnose durch Ausschluss.
Nach der Auswertung der Krankengeschichte, einer körperlichen Untersuchung und den erforderlichen Laboranalysen (in der Regel Blut- und Urinuntersuchungen) kann die Ärztin oder der Arzt andere Erkrankungen der Reihe nach ausschließen, bis die Diagnose chronische Erschöpfung gestellt wird.
Da die Ursache nicht genau bestimmt werden kann, gibt es derzeit auch keine spezifische Therapie für chronische Erschöpfung. Stattdessen wird versucht, die Symptome zu lindern – beginnend mit jenen, die die Lebensqualität am stärksten beeinträchtigen. Zu den Empfehlungen können gehören:
Grundsätzlich wird empfohlen, einen sitzenden Lebensstil zu vermeiden und sich körperlich zu betätigen. Intensive Trainingseinheiten können das chronische Erschöpfungssyndrom zwar verschlimmern, doch Bewegung mit leichter bis moderater Intensität ist wohltuend und kann zur Linderung der Symptome beitragen.
Auch eine ausgewogene Ernährung sowie das Vermeiden schädlicher Gewohnheiten wie übermäßiger Alkohol- und Tabakkonsum können helfen.
Häufig leiden Menschen mit chronischem Erschöpfungssyndrom gleichzeitig unter Angstzuständen, Depressionen und einem geringeren Selbstwertgefühl. In solchen Fällen können psychologische Beratung und kognitive Verhaltenstherapie empfohlen werden, um die begleitenden emotionalen Belastungen besser zu bewältigen.
Auch komplementäre Therapien können helfen, die Symptome chronischer Erschöpfung zu bewältigen, da sie Entspannung fördern und die Schlafqualität verbessern. Dazu gehören Yoga und Meditation, Akupunktur, Massagen oder ähnliche Verfahren.
Wenn CFS neben der Erschöpfung auch Schmerzen oder gravierende Schlafprobleme verursacht, kann die Ärztin oder der Arzt zusätzlich eine medikamentöse Behandlung empfehlen. Diese besteht aus Schmerzmitteln oder Medikamenten zur Behandlung von Depressionen und Angstzuständen – sie sollten jedoch ausschließlich nach fachärztlicher Empfehlung eingenommen werden.
Das chronische Erschöpfungssyndrom kann zahlreiche Lebensbereiche beeinträchtigen. Ohne eine geeignete Behandlung zur Linderung der Symptome können daher Komplikationen auftreten wie:

In diesem Abschnitt haben wir die häufigsten Fragen zum chronischen Erschöpfungssyndrom zusammengestellt und klare, prägnante Antworten für dich vorbereitet:
Es gibt keine spezifische Behandlung für chronische Erschöpfung, wohl aber verschiedene Ansätze zur Linderung der Symptome. Leichte bis moderate körperliche Aktivität, der Verzicht auf Alkohol und Tabak, eine ausgewogene Ernährung, kognitive Verhaltenstherapie und komplementäre Therapien können helfen, das Erschöpfungsgefühl und die begleitenden emotionalen Beschwerden zu reduzieren.
Ja, leichte und moderate körperliche Aktivität wird empfohlen, da sie die Symptome chronischer Erschöpfung lindern kann. Intensive Trainingseinheiten sind hingegen nicht empfehlenswert – sie können die Erschöpfungszustände zusätzlich verstärken.
Ja, das chronische Erschöpfungssyndrom kann in jedem Alter auftreten, auch bei Kindern. Am häufigsten betroffen sind jedoch junge Erwachsene und Menschen im mittleren Alter.
Die Behandlung der chronischen Erschöpfung ändert sich während der Menstruation nicht, denn es handelt sich um ein chronisches Syndrom und nicht um ein Menstruationssymptom. Damit die Periode die Symptome nicht zusätzlich verschlimmert, wird jedoch empfohlen:
Ja, Menschen mit chronischem Erschöpfungssyndrom sind häufig auch psychisch und emotional betroffen. Viele leiden unter Depressionen und Angstzuständen, haben ein geringeres Selbstwertgefühl und eine eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit.
Da die genaue Ursache der chronischen Erschöpfung unbekannt ist, lassen sich auch keine Präventionsmaßnahmen festlegen. Du kannst nur auf die Signale deines Körpers achten und die Symptome frühzeitig erkennen. Je früher du die richtige Diagnose erhältst, desto eher kann die Behandlung zur Linderung der Symptome beginnen und desto besser lassen sich Komplikationen vermeiden.