Wenn du beim Wasserlassen Schmerzen oder ein Brennen verspürst, bist du damit keineswegs allein! Laut Statistiken leiden zwei Drittel aller Frauen unter Beschwerden im Bereich der Harnwege – unter anderem auch, weil sie anfälliger für solche Probleme sind als Männer. Harnwegsinfekte können eine der Ursachen sein und sind meist der erste Gedanke, doch es gibt eine ganze Reihe von Problemen, die dieses Gefühl auslösen können.
Lies unseren Artikel und erfahre, was Dysurie ist – so lautet der medizinische Fachbegriff –, von welchen weiteren Symptomen sie begleitet wird, wodurch sie verursacht wird und wie sie behandelt werden kann.
Dysurie ist dieses unangenehme Gefühl von Brennen, Stechen oder Schmerzen während des Wasserlassens. Dabei geht es nicht darum, wie oft du zur Toilette musst, sondern um die Beschwerden, die das Wasserlassen verursacht.
Sie kann in jedem Alter auftreten, sowohl bei Frauen als auch bei Männern – Statistiken zeigen jedoch, dass Frauen häufiger betroffen sind.
Wichtig zu wissen: Dysurie ist keine Diagnose und auch nicht die Bezeichnung einer Erkrankung, sondern ein Symptom. Wenn es beim Wasserlassen brennt, signalisiert dir dein Körper, dass eine andere Ursache dahintersteckt, die behandelt werden muss.
Das brennende Gefühl tritt beim Wasserlassen auf, meist im Bereich des Harnkanals oder im Genitalbereich. Du kannst es bereits am Anfang des Wasserlassens oder danach spüren – als Brennen, Schmerz, Stechen, Jucken oder Kribbeln.
So äußert sich die Dysurie im engeren Sinne, doch häufig wird sie von weiteren Symptomen begleitet.
Je nach Ursache können neben der Dysurie weitere Symptome auftreten, die auf unterschiedliche Erkrankungen hinweisen, zum Beispiel:
Häufiger und/oder dringender Harndrang (obwohl die ausgeschiedene Urinmenge sehr gering ist)
Blut im Urin
Trüber Urin
Ungewöhnlicher, unangenehmer Uringeruch
Schmerzen im Unterbauch
Schmerzen im Bereich der Harnblase
Flankenschmerzen oder Schmerzen im Halsbereich
Fieber
Schüttelfrost
Bei Frauen sind Harnwegsinfekte die häufigste Ursache für Dysurie. Bei Männern wird das Brennen beim Wasserlassen meist durch Probleme der Prostata und der Harnröhre verursacht. Es gibt jedoch eine große Vielfalt möglicher Ursachen – darunter sexuell übertragbare Infektionen, Nierensteine und weitere, über die du unten mehr erfahren kannst.
Als häufigste Ursache für Beschwerden beim Wasserlassen kann ein Harnwegsinfekt Schmerzen und Unbehagen am Ende des Wasserlassens oder während desselben verursachen. Die Infektion entsteht, wenn übermäßig viele Bakterien in die Harnblase gelangen, was zu Folgendem führen kann:
Reizung der Harnröhre, die sich durch Beschwerden beim Wasserlassen äußert.
Entzündung der Harnblase: umgangssprachlich als Blasenentzündung (chronisch oder akut) bekannt, die Brennen oder Stechen beim Wasserlassen verursacht.
Infektion der Nieren: eine schwerere Entzündung, die von Rücken- und Bauchschmerzen begleitet sein kann.
Der Grund, weshalb Frauen anfälliger für Harnwegsinfekte und Dysurie sind, liegt in der Anatomie der Harnröhre, die kürzer und gerader ist als bei Männern.
Eine weitere recht häufige Ursache für Schmerzen beim Wasserlassen sind sexuell übertragbare Krankheiten, denn viele dieser Infektionen lösen Entzündungen im Genital- und Harnbereich aus. Wenn die Gewebe gereizt sind, entsteht auch das Brennen beim Wasserlassen.
Trichomoniasis, Gonorrhoe, Chlamydien, Herpes – all diese Erreger können die Harnwege beeinträchtigen und Dysurie verursachen, selbst wenn keine weiteren Symptome vorliegen. Deshalb ist eine fachärztliche Untersuchung wichtig, um die Ursache zu erkennen und zu behandeln, bevor weitere Komplikationen auftreten. Wenn du mehr hilfreiche Informationen über Symptome, Diagnose und Behandlung sexuell übertragbarer Krankheiten lesen möchtest, erfährst du alles in unserem Artikel.
Die Harnröhre ist der Kanal, über den der Urin ausgeschieden wird. Sie beginnt an der Harnblase und reicht bis zur äußeren Öffnung, dem sogenannten Meatus urinarius. Ihre Entzündung wird als Urethritis bezeichnet und führt in den meisten Fällen zu schmerzhaftem und häufigerem Wasserlassen.
Die häufigste Ursache einer Urethritis ist eine bakterielle Infektion. Die Harnröhre kann außerdem infolge sexueller Aktivität gereizt werden.
Nierensteine äußern sich meist durch starke, stechende Schmerzen im hinteren Bauchbereich, können aber auch mit Schmerzen beim Wasserlassen einhergehen, wenn sie die Harnwege passieren.
Diese „Steine“ sind in Wirklichkeit feste Ablagerungen aus Mineralien und Salzen wie Kalzium oder Harnsäure, die sich in und um die Nieren ansammeln. Manchmal setzen sich die Steine genau dort ab, wo der Urin in die Harnblase gelangt, und verursachen intensive Schmerzen beim Wasserlassen. Gelangen die Steine in die Harnröhre (Harnröhrenstriktur), blockieren sie zudem auf schmerzhafte Weise den natürlichen Harnfluss.
Die häufige Verwendung von Intimhygieneprodukten mit reizenden Substanzen kann zu Irritationen im Genitalbereich und der Harnröhre führen und ist damit eine häufige Ursache für Brennen und Beschwerden beim Wasserlassen.
In diese Kategorie fällt jede Art von Produkt für den Intimbereich, einschließlich Seifen, Deodorants, Duschgels, Toilettenpapier, Badeschaum, Waschmittel und insbesondere Menstruationsprodukte mit reizenden Inhaltsstoffen. Konventionelle Menstruationsprodukte können bis zu 90 % Plastik, Duftstoffe, Synthetikfasern, Bleichmittel und andere Chemikalien enthalten, die – einmal vom durchlässigen Gewebe des Intimbereichs aufgenommen – in den Körper gelangen und Entzündungen sowie Beschwerden auslösen können, darunter auch Dysurie.
Achte deshalb gut auf deinen Intimbereich und verwöhne ihn während der Menstruation mit natürlicher Pflege – mit Bio-Binden und -Tampons von Enroush. Sie bestehen aus 100 % Bio-Baumwolle, ohne weitere toxische Chemikalien, um allergischen Reaktionen vorzubeugen. Zudem sind sie von Gynäkologen und Dermatologen getestet und für eine sichere Menstruationspflege empfohlen.
Die bisher genannten Punkte sind lediglich die häufigsten Ursachen für Brennen beim Wasserlassen, aber nicht die einzigen. Weitere Probleme, die Dysurie verursachen können, sind:
Interstitielle Zystitis: auch als Blasenschmerzsyndrom bekannt, verursacht sie eine chronische Reizung der Blase und Schmerzen, vor allem aber ein Druckgefühl auf der Harnblase, das 6 Wochen oder länger anhält.
Vaginitis (bei Frauen): eine Reizung der Vulva oder der Scheide, die mit einem Ungleichgewicht der Vaginalflora einhergeht.
Prostatitis (bei Männern): eine Entzündung der Prostata, die unterhalb der Blase und um die Harnröhre herum liegt. Die genauen Ursachen sind nicht bekannt, doch bakterielle und sexuell übertragbare Infektionen zählen zu den Risikofaktoren.
Eierstockzysten: ähnlich wie Nierensteine verursachen sie Schmerzen und Druckgefühl, wenn sie auf die Harnblase drücken.
Bestimmte Therapien: So können etwa manche Krebsmedikamente das Blasengewebe entzünden und zu Brennen beim Wasserlassen führen.
Frauen: weil die Harnröhre kürzer und gerader ist und näher am Anus liegt, wodurch Bakterien leichter eindringen können.
Schwangeren: weil die Gebärmutter mit zunehmender Größe immer mehr Druck auf die Harnblase ausübt.
Frauen in den Wechseljahren: der sinkende Östrogenspiegel beeinträchtigt auch die Gesundheit der Harnwege und erhöht die Anfälligkeit für Infektionen.
Sexuell aktiven Personen: weil bei ihnen ein höheres Risiko besteht, sich mit sexuell übertragbaren Infektionen anzustecken, insbesondere ohne Verwendung einer Barrieremethode.
Menschen mit Diabetes
Menschen mit einer Erkrankung der Harnblase
Wenn du während der Schwangerschaft ein Brennen beim Wasserlassen verspürst, solltest du unbedingt mit deinem Arzt sprechen.
Statistiken zufolge sind 1 von 10 Schwangeren von Harnwegsinfekten betroffen – sie sind damit die häufigste Infektionsart während der Schwangerschaft. Der Grund: Dein Körper durchläuft eine Reihe anatomischer und physiologischer Veränderungen, die die Anfälligkeit für Harnwegsinfekte erhöhen.
Die Progesteronausschüttung trägt zur Entspannung der glatten Muskulatur bei, und die Kapazität der Harnblase nimmt durch den Druck der vergrößerten Gebärmutter ab. So können ein vesikoureteraler Reflux oder Restharn in der Blase entstehen – Faktoren, die das Risiko eines Harnwegsinfekts erhöhen. Solche Infektionen müssen möglichst früh erkannt und behandelt werden, da sie sowohl für die Mutter als auch für das Kind zu Komplikationen führen können.
Dysurie selbst ist lediglich ein Symptom, daher wird der Arzt eine Diagnose für die Ursache stellen, die dem Brennen beim Wasserlassen zugrunde liegt.
Der erste Schritt besteht in der Erhebung deiner Krankengeschichte. Der Arzt wird dir Fragen zu bestehenden oder früheren Erkrankungen stellen, mit besonderem Fokus auf Diabetes sowie Probleme der Harnblase oder des Immunsystems. Außerdem wird er sich nach laufenden Behandlungen erkundigen und gegebenenfalls deine Sexualanamnese erheben, um festzustellen, ob eine sexuell übertragbare Infektion in Frage kommt.
Nach der Beurteilung deines Gesundheitszustands kann der Arzt – je nach Fall – folgende Untersuchungen empfehlen:
Screening oder Tests zur Feststellung sexuell übertragbarer Krankheiten, besonders wenn die Dysurie von ungewöhnlichem Ausfluss begleitet wird.
Einen Schwangerschaftstest, falls die Möglichkeit einer Schwangerschaft besteht.
Eine Urinuntersuchung zur Analyse von weißen und roten Blutkörperchen sowie vorhandenen chemischen Stoffen, die auf einen Harnwegsinfekt und die auslösenden Bakterien hinweisen können.
Blutuntersuchungen, um mögliche Infektionen festzustellen.
Eine Untersuchung der Prostata bei Männern.
Die Untersuchung eines Abstrichs der Vaginalschleimhaut oder der Harnröhre bei Frauen.
Die Behandlung von Schmerzen beim Wasserlassen richtet sich ausschließlich nach der Ursache, denn es handelt sich um ein Symptom – nicht um eine eigenständige Erkrankung mit einer spezifischen Therapie. Wir empfehlen dir daher, einen Facharzt aufzusuchen und nicht einfach nur nach einem schnellen Mittel in der Apotheke zu fragen, um genau herauszufinden, ob Brennen und Beschwerden beim Wasserlassen durch eine Infektion, eine Entzündung oder andere Probleme der Harnwege verursacht werden – und welche Behandlung die richtige ist.
Bei einer Dysurie, die durch einen Harnwegsinfekt verursacht wird, verschreibt der Arzt in den meisten Fällen Antibiotika – abhängig von den Untersuchungsergebnissen.
Sind die Nieren betroffen, können Antibiotika intravenös verabreicht werden. Bei starken Schmerzen kann der Arzt Phenazopyridin empfehlen, ein Mittel, das den Urin rötlich färbt und Wäsche verfärben kann.
Wird die Dysurie nicht durch eine Ansammlung von Bakterien, sondern durch eine Pilzinfektion verursacht, kann dir eine Behandlung mit Antimykotika (Antipilzmitteln) verschrieben werden. Diese sind als Tabletten zum Einnehmen oder als Zäpfchen erhältlich.
Brennen, Stechen und Schmerzen beim Wasserlassen sowie Beschwerden am Ende des Wasserlassens sind höchst unangenehme Empfindungen, die du natürlich vermeiden möchtest. So kannst du den Erkrankungen vorbeugen, die eine Dysurie auslösen können:
Verzichte auf Intimhygiene- und Menstruationsprodukte, die Duftstoffe, Allergene und andere toxische Chemikalien enthalten.
Vermeide Vaginalduschen und verwende ein Intimgel mit natürlichen Inhaltsstoffen, um das Gleichgewicht der Vaginalflora zu schützen.
Verwende Binden und Tampons aus 100 % Bio-Baumwolle, die den pH-Wert im Intimbereich nicht aus dem Gleichgewicht bringen und die Anfälligkeit für Genitalinfektionen nicht erhöhen.
Benutze bei jedem Geschlechtsverkehr ein Kondom, um die Übertragung von Infektionen zu verhindern.
Trockne die Vulva nach dem Wasserlassen mit Toilettenpapier ab.
Trinke ausreichend, um den Urin zu verdünnen und das Ausschwemmen von Bakterien aus den Harnwegen zu unterstützen.
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