Gonorrhoe (Tripper) ist eine sehr weit verbreitete sexuell übertragbare Erkrankung, die durch eine Infektion mit dem Bakterium Neisseria gonorrhoeae (N. gonorrhoeae oder Gonokokke) verursacht wird. Dieses Bakterium befällt die Schleimhäute des Reproduktionstrakts, was bei Frauen bedeutet, dass folgende Organe betroffen sind:
Darüber hinaus kann N. gonorrhoeae sowohl bei Frauen als auch bei Männern die Schleimhäute der Harnröhre, des Rektums, des Mundes oder des Rachens befallen.

Die Ursache der Gonorrhoe ist die Infektion mit dem Bakterium N. gonorrhoeae. Schauen wir uns nun an, wie es zu einer Ansteckung kommen kann und über welche Wege die Übertragung erfolgt.
Der einzige Weg, auf dem das Bakterium in den menschlichen Körper gelangen kann, ist ungeschützter Geschlechtsverkehr. Damit ist jede Art von Kontakt mit Penis, Vagina, Mund oder Anus eines infizierten Partners gemeint – auch dann, wenn es nicht zum Samenerguss kommt.
Kurz gesagt: Die Infektion mit Gonokokken erfolgt beim Kontakt mit Vaginal- oder Penissekreten, die dieses Bakterium enthalten. Die Hauptursachen einer Ansteckung mit Gonorrhoe sind demnach:
Wichtig ist, dass du dir merkst: Gonorrhoe ist eine sexuell übertragbare Infektion und verbreitet sich daher nicht über andere Kontaktwege. Das Bakterium überlebt außerhalb des menschlichen Körpers nur sehr kurz. Du musst dir also keine Sorgen machen, wenn du eine infizierte Person umarmst oder andere Dinge mit ihr teilst. Gonorrhoe wird nicht über gemeinsam benutzte Teller, Bestecke, Handtücher oder über öffentliche Schwimmbäder und Toiletten übertragen.
Gonorrhoe ist eine der häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen, und ein großer Teil der Infektionen betrifft junge Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren.
Laut Erhebungen aus dem Jahr 2021 in den USA ist Gonorrhoe die zweithäufigste bakterielle sexuell übertragbare Infektion.
In Europa bestätigen die Berichte aus dem Jahr 2021 insgesamt 46.728 Fälle einer Infektion mit N. gonorrhoeae in 27 Ländern.
Das sind allerdings nur Schätzwerte. Die Realität dürfte noch gravierender sein, da viele Infektionen symptomlos verlaufen und daher nicht gemeldet oder behandelt werden.
Sowohl Frauen als auch Männer sind in den meisten Fällen symptomfrei. Das heißt, es gibt praktisch keine Anzeichen, die auf eine Gonorrhoe-Infektion hinweisen. Und wenn Symptome auftreten, dann in den ersten 2 bis 14 Tagen nach der Ansteckung – und zwar so schwach ausgeprägt, dass sie leicht unbemerkt bleiben oder mit anderen Infektionen im Intimbereich verwechselt werden können.
Bei Frauen sind die ersten Anzeichen der Erkrankung:
Bei Männern können die ersten Anzeichen irgendwann zwischen dem ersten und dem 14. Tag nach der Ansteckung auftreten und umfassen:
Der Beginn einer Gonorrhoe wird leicht übersehen – vor allem, weil etwa 50 % der Frauen und einer von zehn Männern überhaupt keine spezifischen Symptome zeigen.
Jede sexuell aktive Person ist gefährdet und kann sich bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr (also ohne Verwendung einer Barrieremethode) mit Gonorrhoe infizieren.
Menschen, die üblicherweise kein Kondom verwenden, oder solche mit häufig wechselnden Partnern, haben daher ein deutlich höheres Risiko, sich mit N. gonorrhoeae anzustecken.
Gonorrhoe-Infektionen können lange unbehandelt im Körper bleiben, weil sehr viele Menschen – Frauen wie Männer – keine Beschwerden haben. Wenn doch Symptome auftreten, zeigen sie sich in der Regel durch:
Das sind die allgemeinen Symptome, die bei Frauen und Männern gleichermaßen auftreten. Im Folgenden erfährst du konkret, welche Symptome Gonorrhoe bei Männern und bei Frauen verursacht.
Männer können in den ersten zwei Wochen nach der Ansteckung folgende Anzeichen bemerken:
Auch bei Frauen sind die Symptome der Gonorrhoe recht unspezifisch und können leicht mit denen einer anderen Harnwegs- oder Vaginalinfektion verwechselt werden:
Wichtig zu verstehen ist: Nur der Arzt kann nach einer Testung die richtige Diagnose stellen, denn die Symptome allein sind nicht aussagekräftig. All diese Anzeichen sind unspezifisch und treten auch bei Infektionen wie Chlamydien oder einer Candidose auf. Über Candidose haben wir bereits in einem anderen Blogartikel geschrieben, denn es handelt sich um eine sehr häufige Infektion, die jeder Frau passieren kann – wir möchten, dass du alle Informationen zur Hand hast und dich ein wenig besser vorbereitet fühlst.
Die Diagnose einer Gonorrhoe stellt der Facharzt erst nach einer Testung (Laboruntersuchung von Proben, die schnell und schmerzfrei aus Vaginal- bzw. Harnröhrensekret entnommen werden). Nur so lässt sich bestätigen, ob eine Person an Gonorrhoe oder einer anderen sexuell übertragbaren Erkrankung leidet.
Bei Frauen wird die Sekretprobe mit einem Abstrichtupfer vom Gebärmutterhals oder aus der Vagina entnommen – entweder durch den Arzt oder durch die Patientin selbst. Manchmal entnimmt der Arzt zusätzlich eine Probe aus der Harnröhre.
Bei Männern kann sowohl eine Probe des Sekrets aus dem Penis als auch eine Urinprobe untersucht werden.
Ein Test ist bereits wenige Tage nach dem Geschlechtsverkehr möglich, wenn du eine Ansteckung vermutest – in der Regel wird jedoch empfohlen, mindestens 7 Tage zu warten. Ansonsten kannst du dich auch ohne jegliche Symptome testen lassen, und dafür stehen dir mehrere Möglichkeiten offen:
Je früher die Diagnose gestellt wird, desto schneller kann eine geeignete Behandlung beginnen, um weitere Komplikationen zu vermeiden. Manche Kliniken können eine sofortige Diagnose stellen, wenn der Arzt die Probe direkt unter dem Mikroskop untersucht. Werden die Proben ins Labor geschickt, kann es bis zu 2 Wochen dauern, bis die Ergebnisse vorliegen.

Zur Behandlung der Gonorrhoe werden Antibiotika eingesetzt, die als Injektion oder oral verabreicht werden. Von einer Selbstbehandlung zu Hause mit „Hausmitteln“ oder anderen natürlichen Alternativen wird abgeraten. Nur Antibiotika behandeln die Infektion mit dem Bakterium N. gonorrhoeae schnell und wirksam.
Behandelt werden sowohl die infizierte Person als auch der bzw. die Sexualpartner. Außerdem wird empfohlen, bis zum Abschluss der Behandlung auf jeglichen Geschlechtsverkehr zu verzichten, um eine Übertragung zu vermeiden.
Die Symptome (sofern vorhanden) bessern sich innerhalb der ersten Tage. Ist die Erkrankung jedoch schon so weit fortgeschritten, dass sie Schmerzen verursacht, kann es bis zu 2 Wochen dauern, bis diese verschwinden.
Ein bis zwei Wochen nach Abschluss der Behandlung erfolgen üblicherweise eine erneute ärztliche Untersuchung und ein neuer Test, um zu bestätigen, dass die Infektion abgeheilt ist.
Bleibt Gonorrhoe unbehandelt, treten immer stärkere Symptome auf, und es kann zu schweren Komplikationen und dauerhaften Folgen kommen – sowohl bei Frauen als auch bei Männern:
Schwangere, die mit Gonorrhoe infiziert sind, sollten sich so schnell wie möglich behandeln lassen, da das Bakterium Schwangerschaft und Kind schädigen kann. Eine Infektion während der Schwangerschaft kann zu Folgendem führen:
Es ist wichtig, dass die Mutter vor einer vaginalen Geburt von der Gonorrhoe geheilt ist. Eine Übertragung der Infektion auf das Baby kann dauerhafte Sehprobleme, Gelenkbeschwerden oder schwere Blutinfektionen verursachen, wenn nicht sofort mit Antibiotika eingegriffen wird.
Du kannst der Übertragung von Gonorrhoe beim Geschlechtsverkehr und den späteren Komplikationen einer Infektion vorbeugen:
Gonorrhoe wird durch Geschlechtsverkehr übertragen, daher ist die sicherste Vorbeugung der Verzicht auf jede Form von intimem Kontakt. Das heißt aber nicht, dass sich sexuell aktive Menschen nicht schützen können – verwende deshalb immer eine Barrieremethode.
