Wappne dich mit Geduld und Zuversicht, denn heute sprechen wir über ein sensibles Thema: die Fehlgeburt. Wir wissen, dass sich keine werdende Mutter in dieser Situation wiederfinden möchte – doch genau deshalb ist es wichtig, dass du bestmöglich informiert bist.
Erfahre, welche Ursachen eine Fehlgeburt hat, wie sie sich äußert, wie lange die Erholung dauert und wie sie die Fähigkeit beeinflusst, in Zukunft erneut schwanger zu werden.
Der natürliche und unerwartete Verlust der Schwangerschaft vor der 20. Schwangerschaftswoche wird als Fehlgeburt (Abort) bezeichnet. Statistiken zufolge erleiden etwa 10 bis 15 % der Schwangeren eine Fehlgeburt, und 80 % dieser Schwangerschaftsverluste treten im ersten Trimester auf. Mehr über die Entwicklung des Babys in den einzelnen Trimestern haben wir HIER erzählt.
Es ist ein schwieriger Moment und oft ein echtes Trauma für die werdende Mutter, die Familie und das nahe Umfeld. Häufig kommen auch Schuldgefühle hinzu, doch die Wahrheit ist: In den meisten Fällen lässt sich eine Fehlgeburt nicht kontrollieren. Sie passiert einfach, weil der Fötus sich nicht weiterentwickelt. Eine psychologische Begleitung ist manchmal notwendig, um einen solchen Verlust zu verarbeiten.
Bevor wir dir die häufigsten Ursachen von Fehlgeburten nennen, möchten wir betonen, dass diese nicht kontrollierbar sind. Es gibt allerdings Risikofaktoren, die du kennen solltest, damit du weißt, was du vermeiden kannst und worauf deine Ärztin oder dein Arzt achten sollte. Zu diesen Faktoren gehören:

In den meisten Fällen passiert eine Fehlgeburt aber nicht, weil du etwas getan (oder nicht getan) hast – und genau deshalb ist sie auch so schwer zu verhindern. Keine Frau sollte sich also für einen spontanen Schwangerschaftsverlust schuldig fühlen – er lässt sich einfach nicht steuern.
Das gesagt, hier sind die häufigsten Ursachen einer Fehlgeburt:
Im ersten Trimester sind Chromosomenanomalien die häufigste Ursache einer Fehlgeburt (in etwa 50 % der Fälle). Chromosomen sind jene Zellstrukturen, die die Gene weitergeben und die körperlichen Merkmale des Kindes bestimmen (z. B. Geschlecht, Augen- und Haarfarbe usw.).
Bei der Befruchtung vereinigen sich zwei Chromosomensätze. Dabei kann es aus bislang unbekannten Gründen passieren, dass der Fötus – abhängig von der Chromosomenzahl in Eizelle oder Samenzelle – zu wenige oder zu viele Chromosomen erhält. In solchen Fällen entwickelt sich die Schwangerschaft nicht normal und die Mutter erleidet eine Fehlgeburt.
Weitere häufige Ursachen einer Fehlgeburt im ersten Trimester sind:
Im zweiten Trimester wird eine Fehlgeburt meist durch chronische Erkrankungen der Mutter verursacht. Das Risiko eines Schwangerschaftsverlusts steigt zusätzlich, wenn diese Erkrankungen unbehandelt bleiben. Dazu gehören Hypothyreose und Hyperthyreose, Diabetes, Nierenerkrankungen und schwere arterielle Hypertonie.
Außerdem kann eine Fehlgeburt im zweiten Trimester auch Folge von Folgendem sein:
Bei einer verhaltenen Fehlgeburt (Missed Abortion) gibt es keine Symptome, und die Mutter weiß nicht, dass sie die Schwangerschaft verloren hat, bis der Ultraschall dies bestätigt.
In den übrigen Fällen kann sich ein spontaner Schwangerschaftsverlust folgendermaßen äußern:
Vaginale Blutungen: Sie sind zunächst leicht, werden dann jedoch immer stärker und können von Blutklumpen und grauem Gewebe begleitet sein. Bedenke aber, dass eine Blutung nicht automatisch bedeutet, dass du die Schwangerschaft verlierst – über alle weiteren möglichen Ursachen haben wir in unserem Artikel über vaginale Blutungen in der Schwangerschaft gesprochen.
Bauchschmerzen: oft stärker als Menstruationskrämpfe, sie können von leichten bis starken Schmerzen im unteren Rückenbereich begleitet sein.
Verschwinden der Schwangerschaftsanzeichen: oder deren Abnahme an Intensität.
Wenn du solche Symptome bemerkst, ist es wichtig, möglichst schnell eine Fachärztin oder einen Facharzt aufzusuchen.

In den meisten Fällen lässt sich eine Fehlgeburt nicht verhindern – gerade weil sie nicht durch das Verhalten der Mutter verursacht wird.
Das Beste, was du tun kannst, um einen Schwangerschaftsverlust so weit wie möglich zu vermeiden, ist, Risikofaktoren zu meiden und gut auf deinen Körper zu achten, um ihn in bestmöglicher Verfassung zu halten. Das bedeutet:
Je nachdem, wie sich der Schwangerschaftsverlust äußert und welche Symptome ihn begleiten, unterscheidet man verschiedene Formen der Fehlgeburt. Abhängig davon, wie die Schwangerschaft zum Stillstand gekommen ist, kann die Ärztin bzw. der Arzt folgende Diagnose stellen:
Biochemische Fehlgeburt: Die Diagnose wird allein anhand des sinkenden HCG-Spiegels gestellt, ohne Ultraschall. Diese Form des Schwangerschaftsverlusts tritt meist bei Schwangerschaften auf, die mithilfe von Reproduktionstechnologien erzielt wurden, und zwar in den ersten 6 Wochen.
Verhaltene Fehlgeburt: wenn die Schwangerschaft verloren gegangen ist, ohne dass die Patientin es bemerkt hat. Es ist die Form der Fehlgeburt, bei der keine weiteren Symptome auftreten und die nur per Ultraschall bestätigt wird (bei dem kein Herzschlag des Babys mehr feststellbar ist).
Vollständige Fehlgeburt: Sie wird ebenfalls per Ultraschall bestätigt und bezeichnet eine Fehlgeburt, bei der sich die Gebärmutter von selbst entleert. Zu den Symptomen einer vollständigen Fehlgeburt gehören vaginale Blutungen und der Abgang von fetalem Gewebe.
Unvollständige Fehlgeburt: Diese Diagnose wird gestellt, wenn nach dem Verlust der Schwangerschaft noch Reste in der Gebärmutter verbleiben.
Wiederholte Fehlgeburt: Diese Diagnose wird gestellt, wenn die Patientin drei aufeinanderfolgende spontane Schwangerschaftsverluste erlitten hat. Das kommt in 1 % der Fälle vor und ist somit selten.
Erhöhtes Fehlgeburtsrisiko (drohende Fehlgeburt): Hier handelt es sich nicht zwangsläufig um eine Fehlgeburt, sondern um ein Risiko. Diese Diagnose kannst du erhalten, wenn du blutest und Unterleibsschmerzen hast, der Gebärmutterhals aber geschlossen bleibt. Eine solche Schwangerschaft kann problemlos bis zum Termin fortbestehen, erfordert jedoch eine engmaschige Überwachung während der gesamten Zeit.
Unvermeidbare (bzw. unmittelbar bevorstehende) Fehlgeburt: Oft folgt darauf eine vollständige Fehlgeburt. Sie beschreibt die Situation, in der nicht nur Blutungen und Schmerzen auftreten, sondern sich der Gebärmutterhals zu öffnen beginnt und Fruchtwasser abgehen kann.
Septische Fehlgeburt: Diese Diagnose wird gestellt, wenn auf die Fehlgeburt Komplikationen durch eine intrauterine Infektion folgen. Das ist eine seltene Situation.
Nach einer Fehlgeburt ist es wichtig, dass der Fötus samt aller Schwangerschaftsreste aus der Gebärmutter entfernt wird, um späteren Komplikationen vorzubeugen.
Ist dies auf natürlichem Weg geschehen, sind keine weiteren Maßnahmen erforderlich. Andernfalls, wenn sich noch Reste in der Gebärmutter befinden, kann deine Ärztin bzw. dein Arzt eines der folgenden Vorgehen empfehlen:
Nach einer Fehlgeburt sind ein leichtes Unwohlsein sowie Schmierblutungen oder leichte Blutungen normale Symptome. Starke Blutungen, Fieber, Schüttelfrost und heftige Schmerzen sind nicht normal und müssen der Ärztin bzw. dem Arzt dringend gemeldet werden, da sie auf eine Infektion hinweisen können.
Bis die Blutungen aufhören, ist es ratsam, hypoallergene Binden aus reinen Materialien zu verwenden. Die Enroush Binden bestehen ausschließlich aus 100 % Bio-Baumwolle und Naturfasern – ohne Synthetikfasern oder Chemikalien, die das Risiko von Reizungen und Infektionen erhöhen können. Wähle die Saugstärke, die du brauchst, um dich jederzeit geschützt zu fühlen.
Außerdem wird dir empfohlen, in den nächsten zwei Wochen nichts in die Vagina einzuführen. Das bedeutet, Tampons, Sexspielzeug und vaginalen Sex zu meiden, bis sich der Körper vollständig erholt hat.
Was das Leben und die Fruchtbarkeit nach einer Fehlgeburt betrifft: In den meisten Fällen werden diese körperlich nicht beeinträchtigt. Das Risiko einer erneuten Fehlgeburt ist gering (unter 5 %), und bereits zwei Wochen nach einem solchen Ereignis ist es möglich, wieder schwanger zu werden.

Doch wie lange dauert die Blutung nach einer Fehlgeburt und wie schnell erholst du dich? Wie stark beeinflusst sie deine Chancen, in Zukunft schwanger zu werden? Sicher gehen dir viele solcher Fragen durch den Kopf – deshalb beantworten wir im Folgenden die häufigsten davon:
Statistiken zufolge enden zwischen 10 % und 15 % der bestätigten Schwangerschaften mit einer Fehlgeburt, und über 80 % davon treten im ersten Trimester auf.
Dabei spielt auch das Alter der Mutter eine große Rolle. Statistisch wurde eine Fehlgeburt bei Frauen unter 30 Jahren in 1 von 10 Schwangerschaften beobachtet, bei Frauen zwischen 35 und 39 Jahren in 2 von 10 Schwangerschaften und bei Frauen über 45 Jahren in 5 von 10 Schwangerschaften.
Eine verhaltene Fehlgeburt kann viele Ursachen haben, die häufigsten sind genetische Probleme. Wachstum und Entwicklung des Fötus können auch von Umweltfaktoren beeinflusst werden, etwa von negativen Emotionen, die die Mutter erlebt (Angstzustände, Depression, Furcht, übermäßiger Stress usw.).
Es ist ganz normal, dass du nicht gemerkt hast, dass du die Schwangerschaft verloren hast, wenn du eine verhaltene Fehlgeburt hattest. Diese verläuft per Definition symptomlos, und die einzigen Anzeichen sind solche, die üblicherweise unbedenklich sind: Schmierblutungen, leichte Blutungen oder sehr leichte Krämpfe im Bauchbereich.
Nur die Ärztin bzw. der Arzt kann eine verhaltene Fehlgeburt feststellen – durch einen Ultraschall, bei dem kein Herzschlag mehr nachweisbar ist.
Die meisten Frauen können ihre normalen Aktivitäten schon 1–2 Tage nach dem natürlichen oder operativen Abgang des Schwangerschaftsgewebes wieder aufnehmen. Traten Komplikationen auf, kann die vollständige Erholung 1–2 Monate dauern. Deine Ärztin bzw. dein Arzt wird dir empfehlen, 2 Wochen lang auf Geschlechtsverkehr und das Einführen jeglicher Gegenstände in die Vagina (einschließlich Tampons) zu verzichten.
Wichtig zu wissen: All diese Angaben sind Richtwerte, und jede Frau erholt sich in ihrem eigenen Tempo. Die emotionale Belastung ist bei einem Schwangerschaftsverlust sehr groß, daher kann die seelische Heilung viel länger dauern als die körperliche und die Unterstützung einer Fachperson erfordern.
Nein. Theoretisch kannst du bereits 2 Wochen nach einer Fehlgeburt wieder schwanger werden, und 87 % der Frauen, die eine solche Situation durchlebt haben, konnten anschließend eine Schwangerschaft bis zum Termin austragen und normal gebären. Den meisten Fehlgeburten liegt eine Chromosomenanomalie zugrunde, nicht die Unfruchtbarkeit der Mutter. Die Chancen, wieder schwanger zu werden, sind also groß – selbst wenn du einen Schwangerschaftsverlust erlebt hast.