Die Adnexitis, auch entzündliche Beckenerkrankung (pelvic inflammatory disease, PID) genannt, ist eine gynäkologische Infektion der inneren weiblichen Geschlechtsorgane. Sie kann die Gebärmutter, die Eileiter, den Gebärmutterhals und die Eierstöcke betreffen und tritt vor allem bei jungen, sexuell aktiven Frauen auf. Bleibt sie unbehandelt, kann sie zu Unfruchtbarkeit führen.
Da es sich um eine Entzündung im Beckenbereich handelt, die die weiblichen Fortpflanzungsorgane betrifft, wird die Adnexitis umgangssprachlich häufig als „Erkältung der Eierstöcke“ bezeichnet. Dieser Begriff ist jedoch falsch. Eine PID ist keine banale Erkältung. Sie hat weder die Ursachen noch die Symptome einer Erkältung, und ihre Folgen für die weibliche Fruchtbarkeit können schwerwiegend sein.
Die Symptome und ihre Lokalisation im Becken erklären, warum viele Zystitis und Adnexitis verwechseln. Es gibt jedoch zahlreiche Unterschiede zwischen beiden – von den Ursachen und der Behandlung bis hin zu den langfristigen Folgen.
Die Zystitis ist eigentlich das, was als „Erkältung der Eierstöcke“ bezeichnet wird: eine bakterielle Infektion der Harnwege (Harnblase, Harnröhre, Harnleiter und Nieren), die eine Entzündung der Blase verursacht. Die Zystitis, über die wir HIER ausführlicher gesprochen haben, kann durch Bakterien entstehen, die in die Harnwege gelangen, manchmal aber auch als Nebenwirkung bestimmter Medikamente oder infolge unzureichender Hygiene.

Die Adnexitis hingegen entsteht, wenn Bakterien in die Vagina gelangen – nicht in die Harnwege – und die Fortpflanzungsorgane befallen, also wiederum nicht die Harnorgane. Wir können sie nicht „Erkältung der Eierstöcke“ nennen, denn die Eierstöcke sind nur dann infiziert, wenn die Adnexitis unbehandelt bleibt und ein fortgeschrittenes Stadium erreicht. Ansonsten treten die Probleme am Gebärmutterhals oder in der Gebärmutter auf und die Eileiter entzünden sich.
Je nachdem, wie weit die Infektion fortgeschritten ist, unterscheidet man bei der entzündlichen Beckenerkrankung zwei Formen: die akute und die chronische. Die Symptome unterscheiden sich nicht wesentlich, doch die chronische Adnexitis ist diejenige, die zu Unfruchtbarkeit führen kann.
Die akute Adnexitis ist das erste Stadium der Infektion und kann auch eine Zervizitis und eine Endometritis verursachen. Zu den typischen Symptomen gehören:
Da es sich um eine entzündliche Erkrankung handelt, kann man außerdem eine Vergrößerung der Eileiter oder eine Füllung des Lumens mit eitrigem Sekret beobachten, wodurch sich die Infektion bis zum Bauchfell und zu den Eierstöcken ausbreiten kann.
Bleibt die akute Adnexitis unbehandelt, geht die Erkrankung in das chronische Stadium über. Dieses ist dadurch gekennzeichnet, dass die Eileiter anschwellen oder sich verformen können, sowie durch weitere Symptome:
Dass die chronische Adnexitis sowohl die Gebärmutter als auch die Eierstöcke und das Bauchfell entzündet, ist letztlich der Grund, warum sie Unfruchtbarkeit verursachen kann.
Leider ist es schwierig zu erkennen, ob man eine Adnexitis hat, denn die Symptome sind vielfältig, mild und manchmal gar nicht vorhanden – und werden daher leicht übersehen.

Grundsätzlich beginnt eine PID mit einem unangenehmen Gefühl im Unterbauch, das manchmal auf einer Seite stärker ausgeprägt ist und bis in die Innenseite des Oberschenkels ausstrahlt. Das ist nur die erste Phase; danach zählen zu den häufigsten körperlichen Symptomen der Adnexitis:
In fortgeschrittenen Stadien kann sich die Adnexitis zusätzlich äußern durch:
Um all die unangenehmen Symptome möglichst gut in den Griff zu bekommen, solltest du so schnell wie möglich zum Arzt gehen und eine passende Behandlung beginnen.
Ebenso wichtig ist jedoch, dass du sehr auf deine Intimhygiene achtest. Je natürlicher und gesünder deine Pflege ist, desto besser verhinderst du, dass sich Entzündungen und Schmerzen verschlimmern. Wir stehen dir mit allem zur Seite, was du für die Pflege während der Menstruation und an jedem anderen Tag des Monats brauchst – mit biologischen und natürlichen Produkten, die keine Reizungen und Allergien verursachen.

Bedenke außerdem, dass sich die entzündliche Beckenerkrankung nicht nur körperlich, sondern auch auf Verhalten und Psyche auswirkt. Weitere Veränderungen, die du bei einer PID bemerken kannst, sind:
Wie bereits erwähnt, entsteht eine Adnexitis, wenn Bakterien aus der Vagina oder dem Gebärmutterhals die Eileiter und die Gebärmutter infizieren. Es gibt viele verschiedene Bakterien, die dazu führen können, doch am bekanntesten sind sexuell übertragbare Infektionen, die zur Vermehrung von Bakterien wie Streptokokken und Staphylokokken führen, die über die weiblichen Geschlechtsorgane bis zu den Eileitern aufsteigen.
Es gibt jedoch noch weitere Ursachen. Zum Beispiel kann sich die Erkrankung – wenn auch selten – über infizierte Bauchorgane ausbreiten, etwa bei einer Blinddarmentzündung. Schauen wir uns also möglichst viele Ursachen der Adnexitis genauer an:
Auch wenn es keine offiziellen statistischen Daten zur Veranlagung von Frauen für eine Adnexitis gibt, erleben schätzungsweise eine Million Frauen pro Jahr eine Episode. Beobachtet wurde, dass die entzündliche Beckenerkrankung am häufigsten bei jungen, sexuell aktiven Frauen auftritt und nur sehr selten in den Wechseljahren oder danach diagnostiziert wird.

Besonders gefährdet sind Patientinnen um die 25 Jahre, die mehrere Sexualpartner haben und keine Barriereverhütungsmittel wie Kondome verwenden. Vor diesem Hintergrund könnte dein Risiko für eine PID höher sein, wenn:
Du solltest sofort einen Arzt aufsuchen, wenn du Symptome bemerkst, die den Verdacht auf eine Adnexitis wecken – sei es Beckenschmerz, ungewöhnlicher Ausfluss oder leicht erhöhte Temperatur.

Praktisch jeder unangenehm riechende Ausfluss, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Blutungen zwischen den Perioden oder Beschwerden beim Wasserlassen können auf eine sexuell übertragbare Erkrankung hinweisen. Eine korrekte und frühzeitige Behandlung kann die Entwicklung einer entzündlichen Beckenerkrankung verhindern.
Wichtig ist also zum einen, dem Arzt jede Veränderung des Menstruationszyklus, des Ausflusses oder jedes andere Symptom im Zusammenhang mit der Intimgesundheit mitzuteilen; und zum anderen, dass die endgültige Diagnose vom Frauenarzt gestellt wird.
Wenn du außerdem starke Schmerzen im Unterbauch, Übelkeit und Erbrechen, Schwindel und Ohnmachtsgefühle, Fieber über 38,3 ℃ mit Schüttelfrost, Zittern, starkes Schwitzen oder auffälligen Ausfluss hast, wird die Adnexitis zu einem medizinischen Notfall und du musst so schnell wie möglich zur Untersuchung.
Die Diagnose einer entzündlichen Beckenerkrankung wird nicht anhand eines einzelnen Tests gestellt, sondern beruht auf einer Reihe von Hinweisen. Sehen wir uns an, wie eine PID-Diagnose korrekt gestellt wird:
Nach der ersten Untersuchung kann die Diagnose weiterhin unklar sein. In diesem Fall kann der Arzt weitere Tests und Analysen empfehlen:
Nach der Diagnose gibt es spezifische Behandlungen für die Adnexitis. Sie richten sich jedoch nach der Krankengeschichte und dem Schweregrad der Infektion. Je nach Krankheitsstadium und den Bedürfnissen der Patientin wählt der Arzt das passende Behandlungsschema für die entzündliche Beckenerkrankung.
Während der gesamten Behandlung kannst du weitere Empfehlungen erhalten, die eine erneute Infektion verhindern und sicherstellen sollen, dass die Therapie optimal wirkt:
Nach Abschluss der Behandlung wird außerdem empfohlen, alle Untersuchungen zu wiederholen. Heilt die Adnexitis nicht vollständig ab, können weitere Komplikationen auftreten. Eine erneute Testung ist daher notwendig, damit der Arzt sicherstellen kann, dass alle Bakterien vollständig verschwunden sind.
Eine Antibiotikatherapie wird verordnet, um die bakterielle Infektion zu bekämpfen und die Erkrankung zu heilen, wenn sie sich in einem frühen Stadium befindet oder die Symptome mild sind. Der Arzt kann eine Kombination von Antibiotika empfehlen, wenn mehrere Bakterien die Infektion verursachen. Antibiotika können als Tabletten, Injektionen oder Vaginalzäpfchen verabreicht werden.
Die Behandlung muss über den gesamten verordneten Zeitraum durchgeführt werden, auch wenn die Symptome früher nachlassen. Je nach Situation kann eine intravenöse Verabreichung erforderlich sein – in diesem Fall erfolgt die Behandlung im Krankenhaus. Bei schwangeren Frauen mit einem schweren Verlauf werden die Antibiotika beispielsweise intravenös gegeben.
Wir haben bereits festgestellt, dass der Arzt bei Adnexitis auch antibiotikahaltige Vaginalzäpfchen empfehlen kann. Darüber hinaus können Zäpfchen mit Propolis oder anderen pflanzlichen Wirkstoffen empfohlen werden, um die Schmerzen durch ihre betäubende Wirkung zu lindern.
Zusammen mit Antibiotika können auch entzündungshemmende Medikamente und Schmerzmittel empfohlen werden, um die lokalen Beschwerden zu verringern – also die Schmerzen im Bereich der Eierstöcke (das Gefühl eines entzündeten Eierstocks bzw. entzündeter Eierstöcke) und im Unterbauch.
In sehr seltenen Fällen kann auch eine Operation notwendig sein. Zu den Situationen, in denen der Arzt einen chirurgischen Eingriff empfiehlt, gehören:
Das Immunsystem spielt eine sehr wichtige Rolle für die Fähigkeit des Körpers, Bakterien und damit auch die entzündliche Beckenerkrankung zu bekämpfen. Bei einem geschwächten Immunsystem, das zusätzlich durch Antibiotika belastet wird, besteht die Möglichkeit eines Rückfalls mit erneutem Auftreten der Symptome. Um dies zu verhindern, kann die Einnahme natürlicher Nahrungsergänzungsmittel zur Stärkung des Immunsystems hilfreich sein.
Neben den vom Gynäkologen verordneten Medikamenten kann eine naturheilkundliche Behandlung also die Heilung beschleunigen und Rückfälle verhindern. Zu den am häufigsten genutzten Naturheilverfahren bei PID gehören solche mit:
Aber Achtung! Es ist sehr wichtig, vor der Anwendung von Naturheilmitteln oder pflanzlichen Tees bei entzündlicher Beckenerkrankung den Rat eines Facharztes einzuholen, um sicherzugehen, dass sie sich nicht negativ auf die bereits laufende Behandlung auswirken.
Da es sich um eine Entzündung der weiblichen Fortpflanzungsorgane handelt, führt eine PID dazu, dass diese Organe ihre Hauptfunktion – die Fortpflanzung – nicht mehr richtig erfüllen. Das bedeutet, dass die Patientin nicht schwanger werden kann; die häufigste Komplikation der Adnexitis ist deshalb Unfruchtbarkeit.
Wird die Erkrankung frühzeitig und richtig behandelt, nehmen die Fortpflanzungsorgane ihre Funktion wieder auf, die Unfruchtbarkeit verschwindet und die Patientin kann erneut schwanger werden. In seltenen Fällen gibt es Ausnahmen, in denen die Unfruchtbarkeit aufgrund anderer Komplikationen dauerhaft bleiben kann.
Ohne angemessene Behandlung können außerdem weitere Komplikationen der chronischen Adnexitis auftreten:
Es ist nicht schwer, einer Adnexitis vorzubeugen, wenn man gut informiert ist. Die Maßnahmen zur Vorbeugung der entzündlichen Beckenerkrankung sind einfach und leicht umzusetzen. Wichtig ist, dass du auf die Gesundheit deines Intimbereichs achtest – sowohl in Bezug auf die Hygiene als auch auf die sexuelle Gesundheit:
Wir möchten dir mit möglichst klaren Informationen aus verlässlichen Quellen zur Seite stehen. Deshalb beantworten wir im Folgenden einige der häufigsten Fragen zur PID – zum Beispiel, ob eine Adnexitis auf Männer übertragbar ist oder welche Gefahr sie für eine Schwangerschaft darstellt.
Wir empfehlen dir aber ausdrücklich, jede Sorge rund um die Adnexitis oder deine Intimgesundheit mit deinem Frauenarzt zu besprechen. Da er deine Krankengeschichte kennt und Facharzt ist, kann er dir die passendsten Antworten und Empfehlungen geben.
Die Adnexitis betrifft die weiblichen Fortpflanzungsorgane. Eine entzündliche Beckenerkrankung kann sich daher nicht bei Männern entwickeln, sondern nur bei Frauen, denn sie ist per Definition eine Infektion, die entsteht, wenn Bakterien aus der Vagina beim Geschlechtsverkehr in Richtung Gebärmutter und Eileiter aufsteigen.
Auch wenn Männer diese Erkrankung nicht bekommen können, können sie dennoch von anderen sexuell übertragbaren Infektionen betroffen sein. Sie können sich zum Beispiel mit Gonorrhoe oder Chlamydien infizieren und diese Bakterien (Neisseria gonorrhoeae bzw. Chlamydia trachomatis) an ihre Partnerin weitergeben, wo sie später eine PID auslösen können.
Eine Adnexitis entsteht vor allem, wenn eine sexuell übertragbare Erkrankung unbehandelt bleibt – eine Erkrankung, die durch ungeschützten Sex übertragen werden kann. Übertragen wird also nicht die Adnexitis selbst, sondern die Bakterien, die sie verursacht haben. Auch wenn ein Mann keine PID entwickeln kann, kann er die Infektion an eine Frau weitergeben, die daraufhin eine entzündliche Beckenerkrankung entwickeln kann.
Tritt sie vor der Schwangerschaft auf, ist die Adnexitis eine der Hauptursachen für Eileiterschwangerschaften. Sie kann sich aber auch während der Schwangerschaft entwickeln, wobei die Symptome häufig im zweiten Trimester auftreten.
Fachstudien (PMID: 35405372) zeigen, dass eine Adnexitis in der Schwangerschaft selten ist, jedoch schwerwiegende Folgen für die Gesundheit haben kann. Auch wenn sie noch nicht ausreichend untersucht wurde, um ein klares Bild zu liefern, muss eine entzündliche Beckenerkrankung in der Schwangerschaft möglichst schnell diagnostiziert und behandelt werden, um chirurgische Eingriffe wie eine Laparotomie oder die Entfernung von Eierstöcken und Eileitern (Salpingoophorektomie) zu vermeiden.