Also: einatmen, ausatmen und sich einen Moment vollkommener Ruhe vorstellen – etwa jenen Augenblick, in dem du ein heißes Bad nimmst, um Menstruationskrämpfe zu lindern, oder jenen, in dem du die Pille genommen hast. Gemeint ist die Notfallpille, die man einnimmt, wenn das Kondom gerissen ist, wenn die verwendete Verhütungsmethode versagt hat oder wenn man sich mitreißen ließ und ungeschützten Sex hatte.
Zum Glück ist nicht alles verloren! Die Notfallkontrazeption rettet den Tag. Und das, obwohl viele Menschen beim Thema „Pille danach“ eher flüstern, als in normaler Tonlage darüber zu sprechen.
Schon die bloße Erwähnung der Notfallverhütung schwingt mit dem Vorwurf mit, jemand habe unverantwortlich gehandelt – und macht das Thema oft zum Tabu. Und wie Emily Witt in ihrem Buch schreibt: Die Verhütungsmethoden, die wir heute nutzen, wurden in einer Zeit entwickelt, in der Sexualverhalten anders aussah. Doch warum ist die Pille danach immer noch ein Thema, über das nicht gesprochen wird? Das birgt zweifellos das Risiko, dass korrekte Informationen nicht zugänglich sind und sich Unklarheiten, Gerüchte und Mythen weiter verbreiten.
Die Notfallkontrazeption in Form einer Tablette kann bis zu 120 Stunden danach eingenommen werden. Das bedeutet: Du kannst die Pille danach bis zu 5 Tage nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr einnehmen. Es gibt zwei Arten der Notfallverhütung, die folgende Wirkstoffe enthalten:

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Die Pille danach wird eingenommen, um eine Schwangerschaft zu verhindern, wenn:
Das sind nur einige der Gründe, aus denen du die Notfallverhütung nutzen kannst.
Derzeit gibt es keine wissenschaftlichen Daten oder Studien, die das Auftreten von Erkrankungen mit der korrekten Anwendung der Notfallkontrazeption in Verbindung bringen. Zudem enthält sie dieselben Wirkstoffe wie herkömmliche Antibabypillen und beeinträchtigt die Fähigkeit nicht, später schwanger zu werden, wann immer du es möchtest. Allerdings hat sie eine Reihe von Nebenwirkungen, über die du weiter unten lesen kannst.
Wenn du jedoch eine langfristige Verhütungsmethode suchst, gibt es wirksamere, preislich zugänglichere Optionen mit weniger Nebenwirkungen: die Pille, das Kondom, das Verhütungsimplantat, die Spirale, den Vaginalring, das Pflaster oder die Dreimonatsspritze.
Welche Option ist die beste für dich?
Das hängt davon ab, wie viel Zeit seit dem ungeschützten Geschlechtsverkehr vergangen ist. Die Pille mit Levonorgestrel wirkt am besten innerhalb der ersten 72 Stunden, die mit Ulipristalacetat bis zu 5 Tage danach.
Die Pille danach verhindert oder verzögert den Eisprung (die Freisetzung einer Eizelle) und verringert so die Wahrscheinlichkeit, dass die Eizelle befruchtet wird.
Wichtig ist jedoch: Die Pille kann eine bereits bestehende Schwangerschaft nicht beenden. Wenn sich eine befruchtete Eizelle schon in der Gebärmutter eingenistet hat, hat die Notfallverhütung keinerlei Wirkung auf die bestehende Schwangerschaft – sie wirkt also anders als die Abbruchpille (die nur von einem Arzt verschrieben wird) - auch bekannt als medikamentöser Schwangerschaftsabbruch.
Gibt es Nebenwirkungen?
Kurzfristig ja: Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Brustspannen oder Kopfschmerzen. Die Notfallkontrazeption kann außerdem die Menstruation verzögern. Bleibt die Periode allerdings etwa eine Woche nach dem erwarteten Termin aus, solltest du einen Schwangerschaftstest machen. Außerdem gilt: Auch wenn sie sehr wirksam darin ist, eine unerwünschte Schwangerschaft zu verhindern, solltest du die Pille danach nicht als regelmäßige Verhütungsmethode anwenden und nur im Notfall – sie ist weniger zuverlässig als reguläre Verhütung, und wiederholte Einnahme in kurzem Abstand verringert ihre eigene Wirksamkeit zusätzlich.