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Die natürliche Geburt – Alles, was Sie wissen müssen & wie Sie sich optimal auf eine natürliche Geburt vorbereiten

Die natürliche Geburt ist eine der ältesten und ursprünglichsten Erfahrungen, die eine Frau machen kann. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie ohne Emotionen und ohne zahlreiche Fragen abläuft. Sobald du merkst, dass du schwanger bist, wird es zu einem Grundbedürfnis, gut informiert und vorbereitet zu sein.

Wie beginnen die Wehen? Welche Phasen gibt es? Wie stark sind die Schmerzen und wie lassen sie sich bewältigen? In diesem Artikel findest du Antworten auf all diese Fragen, erfährst Schritt für Schritt, was während einer natürlichen Geburt passiert, und entdeckst, wie du dich körperlich und emotional vorbereiten kannst, um diese Momente möglichst selbstsicher und gelassen zu erleben.

Was bedeutet eine natürliche Geburt und wie läuft sie ab? 

Bei der natürlichen Geburt kommt das Kind durch den Geburtskanal auf die Welt, ohne größere chirurgische Eingriffe. Sie verläuft in mehreren Phasen – von den Wehen über die Austreibung bis zur Ausstoßung der Plazenta. Dazu erfährst du in wenigen Momenten alles Wichtige.

Natürlich ist „natürlich“ nur ein gängiger Begriff, um diese Form der Geburt zu beschreiben. Es ist die Art, wie der weibliche Körper zum Gebären angelegt ist, und für viele Frauen kann es eine tiefgreifend transformierende Erfahrung sein.

Du solltest allerdings wissen: Es ist nichts Unnatürliches an einer Geburt, bei der Medikamente verabreicht werden, kleinere Eingriffe stattfinden oder die per Kaiserschnitt erfolgt. Letztlich ist jede Geburt eine echte, intensive und überwältigende Erfahrung – und das Wichtigste ist, dass sowohl die Mutter als auch das Baby, das sie zur Welt bringt, gesund sind.

Der Unterschied zwischen natürlicher Geburt und Kaiserschnitt  

Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Geburtsformen liegt darin, dass die vaginale Geburt ein physiologischer Prozess ist, während der Kaiserschnitt ein chirurgischer Eingriff ist, bei dem der Arzt das Baby über einen Bauchschnitt direkt aus der Gebärmutter holt.

In der Regel verläuft die Erholung nach einer natürlichen Geburt schneller und das Komplikationsrisiko ist geringer, allerdings kann sie unvorhersehbarer und körperlich anstrengender sein.

Ein Kaiserschnitt lässt sich hingegen planen. Er bedeutet jedoch eine längere Erholungsphase und die typischen Risiken einer Operation.

Die Entscheidung zwischen beiden Varianten trefft du gemeinsam mit deinem Arzt – abhängig von deinem Gesundheitszustand und den medizinischen Empfehlungen.

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Wie schmerzhaft ist eine natürliche Geburt?

Die Schmerzen während einer natürlichen Geburt sind intensiv, doch ihre Stärke erlebt jede Frau anders. Wie schmerzhaft die gesamte Erfahrung ist, hängt von mehreren Faktoren ab – unter anderem von der individuellen Schmerztoleranz, dem Angstniveau, dem Fortschritt der Wehen und der Lage des Babys.

Vorbereitung auf die natürliche Geburt

Die Vorbereitung auf die Geburt beginnt nicht erst in den letzten Schwangerschaftswochen, wenn du die Kliniktasche packst. Sie beginnt bereits in den ersten Monaten – mit neuen körperlichen Gewohnheiten und mit einer intensiven mentalen Vorbereitung.

Nach der Bestätigung der Schwangerschaft ist es wichtig, mit deinem Frauenarzt zu sprechen, um korrekte, klare Informationen und individuelle Empfehlungen zu erhalten. Du hast etwa neun Monate Zeit, bis dein Baby kommt – Zeit, um dich bestmöglich zu informieren und genau zu verstehen, was in dieser Phase auf dich zukommt.

Es ist eine Zeit, in der es empfehlenswert ist, besonders gut auf deine Gesundheit und dein emotionales Gleichgewicht zu achten, damit du zum Zeitpunkt der Geburt so entspannt und selbstsicher wie möglich bist.

Körperliche Vorbereitung in der Schwangerschaft  

Dein Körper durchläuft in den neun Schwangerschaftsmonaten erstaunliche Veränderungen. Wie du auf dich achtest, wie du dich ernährst und wie aktiv du bis zur Geburt bist, beeinflusst unmittelbar, wie die Geburt verläuft. Deshalb ist es deine erste Verantwortung als künftige Mama, die Empfehlungen deines Arztes zur körperlichen Vorbereitung zu befolgen:

Medizinische Untersuchungen während der Schwangerschaft 

Die Überwachung der Schwangerschaft in jeder Phase ist für deine Sicherheit und die deines Babys entscheidend. Dein Frauenarzt wird dir für jedes Trimester eine Reihe von Untersuchungen und Analysen empfehlen, darunter:

  • Regelmäßige gynäkologische Kontrollen, um die Entwicklung des Kindes und deinen Gesundheitszustand zu überwachen.
  • Blutuntersuchungen wie Blutbild, Blutgruppe, Blutzucker, Leber- und Nierenfunktionstests.
  • Infektionstests auf HIV, Hepatitis B und C, Syphilis, Toxoplasmose sowie ein Pap-Test am Anfang der Schwangerschaft, falls dieser nicht kürzlich durchgeführt wurde.
  • Ultraschalluntersuchungen pro Trimester, um Wachstum und Lage des Babys zu beurteilen.

Supplemente und Ernährung in der Schwangerschaft 

Nach den medizinischen Kontrollen ist der nächste Aspekt mit großem Einfluss auf den Verlauf von Schwangerschaft und Geburt die Art, wie du deinen Körper versorgst, um das Wachstum deines Babys und all die Veränderungen zu unterstützen, die du durchlebst.

Eine ausgewogene Ernährung und die richtigen Präparate für die Schwangerschaft spielen eine entscheidende Rolle für die gesunde Entwicklung des Kindes und für einen starken, gesunden Körper, der es zur Welt bringt.

In der Regel werden empfohlen:

  • Die Einnahme von Folsäure, idealerweise mindestens drei Monate vor der Konzeption.
  • Die Einnahme von Schwangerschaftsvitaminen mit Eisen, Kalzium, Vitamin D und weiteren wichtigen Mineralstoffen.
  • Eine ausgewogene Ernährung, reich an Proteinen, Ballaststoffen, Obst, Gemüse und gesunden Fetten.
  • Wenig Zucker und hochverarbeitete Lebensmittel, um ein optimales Energieniveau und ein gesundes Gewicht zu halten.

Gesunder Lebensstil während der Schwangerschaft 

Kleine tägliche Gewohnheiten können einen enormen Unterschied machen. Es gibt Gewohnheiten, die dir und deinem Kind schaden können – und solche, die euch beide schützen. Das kannst du für eine möglichst leichte Schwangerschaft und Geburt tun:

  • Verzichte vollständig auf Rauchen und Alkohol.
  • Begrenze Koffein auf maximal 200 mg pro Tag (etwa eine Tasse Kaffee).
  • Trinke ausreichend und bleibe möglichst körperlich aktiv.
  • Priorisiere Schlaf und Entspannung und versuche, mindestens 7–9 Stunden pro Nacht zu schlafen, damit sich dein Körper erholen und Stress abbauen kann.

Nützliche Übungen in der Schwangerschaft  

Sehr intensive körperliche Belastung kann für künftige Mütter und das Baby tatsächlich riskant sein. Das heißt aber nicht, dass du während der gesamten Schwangerschaft jede Form von Bewegung meiden musst.

Für gesunde Schwangere kann moderate, an die Schwangerschaft angepasste Bewegung Rückenschmerzen lindern, die Körperhaltung verbessern und den Körper auf die Geburt vorbereiten. Deshalb werden Schwangere sogar ausdrücklich zu Bewegungsformen wie diesen ermutigt:

  • Kegel-Übungen zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur
  • Täglich mindestens 20–30 Minuten spazieren gehen
  • Schwimmen oder sanfte Wassergymnastik, gelenkschonend
  • Pränatale Stretching- und Yogaübungen für Beweglichkeit und Entspannung

Lamaze-Kurse und andere Atemtechniken 

Geburtsvorbereitungskurse wie Lamaze oder andere Methoden zur Vermittlung von Atemtechniken können dir bei der Vorbereitung auf die natürliche Geburt enorm helfen. Du lernst, wie du deine Atmung einsetzt, wie du dich entspannst und konzentrierst, um Stress und Schmerzen während der Geburt besser zu bewältigen.

Unter Anleitung von Fachleuten verstehst du die einzelnen Wehenphasen besser und kannst dich darauf einstellen – so reduzierst du Angst und die Furcht vor dem Unbekannten. Solche Kurse sind auch für den Partner wertvoll, der lernt, wie er dich während der Geburt aktiv unterstützen kann.

Emotionale Vorbereitung auf die Schwangerschaft 

Wie bereits erwähnt, ist die Geburt nicht nur ein körperlicher Prozess. Sie ist auch eine Verwandlung voller Emotionen, die viele Gedanken, Gefühlszustände und neue Erfahrungen mit sich bringt.

Deine mentale Verfassung kann beeinflussen, wie du die Wehen und die Erholung danach erlebst – deshalb ist die psychische Vorbereitung genauso wichtig.

Stressbewältigung 

Das Stressniveau während der Schwangerschaft kann die an der Geburt beteiligten Hormone beeinflussen und Wehen schwerer erträglich machen. Einfache Techniken wie Meditation, tiefe Atmung, Tagebuchschreiben oder Spaziergänge in der Natur helfen dir, Ängste zu reduzieren, deinen Geist zu beruhigen und Klarheit zu bewahren.

Genauso wichtig ist es, die Stressquellen zu erkennen und mit deinem Partner oder deinem Arzt zu besprechen, um frühzeitig Lösungen zu finden.

Emotionale und partnerschaftliche Stabilität 

Offene Kommunikation mit dem Partner und emotionale Unterstützung sind entscheidend, damit du sich sicher fühlst. Seine Unterstützung sowie die der Familie kann einen großen Einfluss auf dein Wohlbefinden haben.

Zögere nicht, offen über deine Ängste, Erwartungen oder Bedürfnisse jeder Art zu sprechen. All diese Gespräche können Spannungen abbauen und Beziehungen stärken.

Zudem kann die Einbeziehung des Partners in Arztbesuche und Geburtsvorbereitungskurse ein Gefühl von Teamgeist schaffen, sodass du dich in dieser Zeit sicher und getragen fühlst.

Wissen und Information 

Je mehr du über den Geburtsprozess weißt, desto souveräner wirst du dich fühlen. Lies vertrauenswürdige Artikel, nimm an Geburtsvorbereitungskursen teil und stelle vor allem deinem Arzt alle Fragen, die dich beschäftigen – denn er kann dir Antworten geben, die genau auf deine Situation zugeschnitten sind.

Vorbereitung auf Veränderungen

Nach der Geburt wird sich dein Leben (oder mindestens ein Teil davon) unweigerlich verändern. Es ist völlig normal, eine Anpassungsphase zu erleben. Der Schlafrhythmus, die Paarbeziehung, die täglichen Prioritäten werden anders sein als vor der Mutterschaft.

Es ist wichtig, sich das frühzeitig bewusst zu machen und zu akzeptieren, um den Übergang leichter zu gestalten. Stelle dich mental auf mögliche Herausforderungen ein, damit sie dich nicht überwältigen.

Ein Unterstützungsnetzwerk aufbauen – Familie, Freunde, Müttergruppen 

Schwangerschaft, Geburt und die neue Rolle als Mutter sind bedeutende Veränderungen in deinem Leben. Deshalb ist es für deine emotionale Gesundheit essenziell, verlässliche Menschen an deiner Seite zu haben, auf die du zählen kannst. Genauso wichtig ist die Erkenntnis, dass es völlig richtig ist, um Unterstützung zu bitten und Hilfe anzunehmen.

Der Beistand von Familie, Freunden und besonders vom Partner kann einen großen Unterschied machen – vor allem in den letzten Schwangerschaftswochen und in der Zeit nach der Geburt, wenn die Umstellung besonders fordernd sein kann.

 Was bedeutet eine natürliche Geburt ➜ Wie läuft eine natürliche Geburt ab ➜ Natürliche Geburt Schritt für Schritt

Natürliche Geburt – Vorteile für Mutter und Baby 

Die natürliche Geburt wird häufig empfohlen, wenn keine medizinischen Gegenanzeigen bestehen, da sie eine Reihe von Vorteilen für Mutter und Kind bietet. Für viele Frauen ist sie eine tiefgehende und einzigartige emotionale Erfahrung.

Der physiologische Ablauf der Geburt unterstützt die natürliche Anpassung des Körpers an dieses Erlebnis und kann langfristig positive Effekte haben.

Natürliche Geburt – Vorteile für die Mutter  

Eine natürliche Geburt kann viele Vorteile für die körperliche und emotionale Gesundheit der Mutter mit sich bringen. Die natürliche Hormonausschüttung während der Wehen kann zudem von den ersten Momenten an zu einer stärkeren emotionalen Bindung zum Baby beitragen.

Im Vergleich zum Kaiserschnitt bedeutet eine vaginale Geburt meist:

  • Schnellere Erholung: Ohne Bauchschnitt gibt es weniger Schmerzen nach der Geburt und man ist rascher wieder mobil.
  • Geringeres Risiko chirurgischer Komplikationen: Ohne Operation besteht auch kein Risiko für postoperative Infektionen oder Komplikationen durch eine Vollnarkose.
  • Kürzerer Krankenhausaufenthalt: Mütter, die vaginal gebären, können oft schon nach 24–48 Stunden nach Hause, sofern keine Komplikationen auftreten.
  • Die Möglichkeit, das Neugeborene unmittelbar nach der Geburt zu stillen: Das unterstützt den frühen Milchfluss und schafft eine starke Bindung zwischen Mutter und Kind.

Natürliche Geburt – Vorteile für das Baby 

Die vaginale Geburt bringt auch für die Gesundheit des Babys wichtige Vorteile. Die Passage durch den Geburtskanal hilft ihm, Flüssigkeit aus der Lunge zu befördern und das Atemsystem schneller zu aktivieren, während der unmittelbare Kontakt zur Mutter die emotionale Anpassung unterstützt und die Körpertemperatur reguliert.

  • Haut-zu-Haut-Kontakt direkt nach der Geburt: Eine alte Praxis, deren Vorteile die Stabilisierung von Herzschlag und Körpertemperatur des Kleinen umfassen. Zugleich gibt der Kontakt zur Mutter dem Baby ein Gefühl von Sicherheit.
  • Kontakt mit den nützlichen Bakterien der Mutter: Die Vaginalflora unterstützt den Aufbau eines gesunden Darmmikrobioms des Babys und stärkt sein Immunsystem.
  • Leichtere Anpassung an die Außenwelt: Die Wehen bereiten das Baby auf die Atmung und die ersten Lebensstunden vor.
  • Kann bereits am ersten Tag gestillt werden: Kolostrum, die erste Muttermilch, ist außerordentlich reich an Antikörpern und essenziellen Nährstoffen.

Natürliche Geburt – die Phasen der Wehen 

Der Moment, der den Beginn der Geburt markiert, ist der Wehenbeginn. Dabei bereitet sich der Körper auf die Geburt vor und hilft dem Baby, auf die Welt zu kommen.

Der Geburtsvorgang selbst gliedert sich in mehrere Phasen mit jeweils eigenen Merkmalen. Es kann dir sehr helfen, diese Phasen zu verstehen – so fühlst du sich sicherer und kannst besser mit dem medizinischen Team zusammenarbeiten.

Die Erweiterung des Gebärmutterhalses 

Die erste und längste Phase der Geburt besteht in der Eröffnung des Gebärmutterhalses. Er muss sich verkürzen und allmählich bis auf 10 cm öffnen, damit das Baby den Geburtskanal passieren kann.

In dieser Zeit werden die Wehen immer regelmäßiger und kräftiger. Auf unserem Blog findest du einen separaten Artikel, in dem wir erklären, wie du sie von Senkwehen (Braxton-Hicks) unterscheidest.

Dein Körper durchläuft in dieser Phase zwei Abschnitte:

  • Latenzphase: Der Gebärmutterhals öffnet sich bis auf etwa 4–5 cm, die Wehen sind mild, treten im Abstand von 10–15 Minuten auf und werden allmählich regelmäßiger.
  • Aktive Phase: Sie ist intensiver, die Eröffnung geht schnell von 5 auf 10 cm voran, und die Wehen sind häufiger und schmerzhafter – alle 3–5 Minuten. In dieser Zeit leistet der Körper die größte Arbeit, und Atemtechniken sowie die Unterstützung des Partners sind besonders hilfreich.

Die Austreibung des Kindes  

Nach der aktiven Phase folgt der Abschnitt, in dem das Baby aktiv durch den Geburtskanal geschoben wird. Diese Phase nennt man Austreibungsphase; sie beginnt, wenn der Gebärmutterhals vollständig eröffnet ist, und endet mit der Geburt des Kindes.

Während der Austreibung wirst du einen starken Druck im Beckenbereich und einen natürlichen Pressdrang verspüren. Das medizinische Team leitet dich an, richtig zu pressen, um Risse zu vermeiden und die Geburt so leicht wie möglich zu gestalten.

Die Ausstoßung der Plazenta 

Nachdem das Baby auf der Welt ist, wird es häufig auf die Brust der Mutter gelegt – für den Haut-zu-Haut-Kontakt und die ersten Stillversuche.

Gleichzeitig folgt noch eine kurze Phase, in der die Plazenta und die Eihäute ausgestoßen werden. Das dauert üblicherweise 5 bis 30 Minuten und kann von leichteren Wehen begleitet sein. Der Arzt prüft, ob die Plazenta vollständig ausgestoßen wurde, um Komplikationen zu vermeiden.

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Geburt mit Periduralanästhesie – was bedeutet das? 

Bei der Geburt mit Periduralanästhesie wird ein Lokalanästhetikum über einen sehr dünnen Katheter in den Periduralraum im Lendenbereich des Rückens verabreicht.

Die Wirkung setzt meist 10–20 Minuten nach der Gabe ein: Der Schmerz im Bauch- und Beinbereich wird betäubt. Du spürst weiterhin den Druck der Wehen, aber nicht die Schmerzen – so kannst du aktiv an der Geburt mitwirken und im Rhythmus der Wehen pressen.

Es ist die bekannteste und wirksamste Methode zur Schmerzlinderung unter der Geburt, und Studien zeigen, dass ihre Anwendung schon in der ersten Wehenphase den Verlauf beschleunigen kann. Ohne Schmerzen fällt es der Mutter leichter, sich zu entspannen und den Anweisungen des Arztes zu folgen.

Risiken und Herausforderungen der natürlichen Geburt 

Auch wenn die natürliche Geburt ein physiologischer Vorgang ist, kann sie mit Herausforderungen verbunden sein. Die meisten lassen sich vom Frauenarzt sicher bewältigen, doch gute Information hilft dir, die Angst vor dem Unbekannten zu verringern.

Es ist wichtig, sie zu kennen, um emotional vorbereitet zu sein und zu verstehen, warum das medizinische Team unter der Geburt bestimmte Entscheidungen treffen kann:

  • Verlängerte Wehen: Die Geburt kann mehrere Stunden dauern, manchmal auch über 12–24 Stunden. In solchen Fällen kann der Arzt eine Oxytocin-Infusion oder andere Maßnahmen empfehlen, um die Wehen zu stimulieren und die Eröffnung des Gebärmutterhalses zu fördern.
  • Dammrisse: Während das Baby den Geburtskanal passiert, kann das Dammgewebe kleine Risse erleiden. Diese sind häufig und heilen meist gut, in manchen Fällen sind sie jedoch ausgedehnter und müssen genäht werden.
  • Fetaler Stress: Er kann durch zu intensive Wehen, die Lage der Nabelschnur oder andere Faktoren entstehen. Das medizinische Team kann eingreifen, indem es die Position der Mutter verändert, Sauerstoff gibt oder – falls nötig – einen Notkaiserschnitt durchführt.

Wann ist eine natürliche Geburt nicht angezeigt? 

Für die meisten Frauen ist die natürliche Geburt eine sichere Option. Es gibt jedoch medizinische Situationen, in denen der Arzt zur Sicherheit von Mutter und Kind einen Kaiserschnitt empfiehlt.

Diese möglichen Szenarien sollten frühzeitig mit dem Arzt besprochen werden – unter Berücksichtigung der Vorgeschichte der Mutter, des Schwangerschaftsverlaufs und des Zustands des Kindes zum Zeitpunkt der Geburt.

Zu den häufigsten Situationen, in denen eine natürliche Geburt nicht angezeigt ist, gehören:

  • Mehrlingsschwangerschaft, insbesondere bei Zwillingen oder Drillingen in ungünstiger Lage für eine vaginale Geburt
  • Nach einem früheren Kaiserschnitt
  • Wenn die Mutter älter als 35 Jahre ist
  • Wenn die Mutter während der Schwangerschaft Alkohol oder andere Substanzen konsumiert hat
  • Wenn die Mutter Gesundheitsprobleme wie Diabetes oder Gerinnungsstörungen hat
  • Wenn Komplikationen bei der Entwicklung der Plazenta vorliegen

Erholung nach der natürlichen Geburt 

Nach der Geburt beginnt der Körper der Mutter einen allmählichen Regenerationsprozess. Dieser umfasst sowohl die körperliche als auch die emotionale Erholung. Diese Zeit ist entscheidend für die Stabilisierung der Gesundheit und für den Aufbau einer starken Bindung zum Neugeborenen. Das kannst du erwarten:

Symptome, die direkt nach der Geburt auftreten können 

Dein Körper verändert sich nach der Geburt schnell, und es ist normal, dass du Folgendes erlebst:

  • Nachgeburtsblutungen: Leichte bis mittelstarke Blutungen sind in den ersten Wochen normal, während der Körper Gewebereste aus der Gebärmutter ausscheidet.
  • Schüttelfrost: Manche Frauen erleben unmittelbar nach der Geburt Schüttelfrost oder Zittern – eine Reaktion auf hormonelle Veränderungen und die starke körperliche Anstrengung.
  • Ausgeprägte Erschöpfung: Die Geburt fordert den Körper enorm, und die ersten Tage können sehr kräftezehrend sein.

Tipps und Empfehlungen für die ersten Wochen zu Hause  

Die ersten Wochen nach der Geburt sind für Mutter und Kind gleichermaßen eine Phase der Umstellung. Das kannst du sowohl für eine aufmerksame körperliche Pflege als auch für dein emotionales Gleichgewicht tun:

  • Versuche, so oft wie möglich zu stillen, und achte auf die Hungerzeichen deines Babys. Auf unserem Blog findest du einen eigenen Artikel mit nützlichen Informationen zum Stillen.
  • Windelwechseln, Nabelpflege und Temperaturkontrolle sind für die Gesundheit des Babys entscheidend. Zögere nicht, medizinisches Personal oder die Familie um Hilfe zu bitten, wann immer du sie brauchst.
  • Führe die vom Arzt empfohlenen leichten Übungen fort, vermeide Überanstrengung und trinke ausreichend, um gut hydriert zu bleiben.
  • Mit den neuen Aufgaben als Mutter kann durchgehender Nachtschlaf zur echten Herausforderung werden. Versuche zu schlafen, wenn das Baby schläft, und nimm die Hilfe deines Partners oder deiner Familie an, um Kraft zu tanken.
  • Sprich über deine Gefühle und Sorgen, akzeptiere, dass hormonelle Veränderungen Stimmungsschwankungen mit sich bringen können, und bitte um Unterstützung, wenn du längere Phasen von Angst oder Traurigkeit erlebst.
  • Ernähre dich weiterhin ausgewogen und nimm Obst, Gemüse und proteinreiche Lebensmittel zu dir, um Erholung und Milchbildung zu unterstützen.

Mythen über die natürliche Geburt 

Rund um die natürliche Geburt gibt es viele Mythen und Vorurteile, die Angst und Unsicherheit nur verstärken. Deshalb ist es wichtig, korrekt informiert zu sein, realistische Erwartungen zu haben und alle wichtigen Entscheidungen mit deinem Arzt zu treffen – und nicht aufgrund beiläufiger Gespräche mit anderen Müttern.

Lass uns gleich damit anfangen und einige der verbreitetsten Mythen sowie die Realität dahinter betrachten:

  • „Eine natürliche Geburt ist immer extrem schmerzhaft und nicht auszuhalten.“
    Es stimmt, dass die Wehen schmerzhaft sein können, doch die Intensität variiert von Frau zu Frau stark und hängt von der Lage des Babys, den Atemtechniken, der erhaltenen Unterstützung und der Vorbereitung während der Schwangerschaft ab. Natürliche Methoden wie Positionswechsel, kontrollierte Atmung, Massage oder Hydrotherapie können das Unbehagen deutlich verringern.
  • „Nur sehr starke Frauen können natürlich gebären.“
    Der Körper einer Frau ist zum Gebären angelegt, und die Geburt ist ein natürlicher Prozess, der durch pränatale Übungen und Entspannungstechniken unterstützt werden kann. Die meisten Frauen können – unabhängig von ihrer körperlichen Verfassung – mit entsprechender Anleitung und Unterstützung natürlich gebären.
  • „Wenn du dich für eine natürliche Geburt entschieden hast, darfst du überhaupt keine Schmerzmittel nutzen.“
    Die Entscheidung für eine natürliche Geburt schließt Schmerzmittel nicht aus, wenn du sie brauchst. Eine Periduralanästhesie oder andere Methoden der Schmerzlinderung können während der Geburt eingesetzt werden, ohne die vaginale Geburt zu beeinträchtigen.
  • „Eine natürliche Geburt ist immer sicherer als ein Kaiserschnitt.“
    Die natürliche Geburt kann viele Vorteile haben, doch die Sicherheit hängt immer von den medizinischen Umständen ab. Es gibt Situationen, in denen eine vaginale Geburt nicht angezeigt ist und der Kaiserschnitt die sicherste Option für Mutter und Kind darstellt.
  • „Nach einem Kaiserschnitt kannst du nicht mehr natürlich gebären.“
    Viele Frauen können auch nach einem vorangegangenen Kaiserschnitt vaginal gebären. Die Entscheidung wird gemeinsam mit dem Frauenarzt getroffen – abhängig von der Art des früheren Schnitts, der Vorgeschichte der Mutter und den damit verbundenen Risiken.

Häufige Fragen zur natürlichen Geburt 

Wir hoffen, dieser Artikel hat dir geholfen, ein Stück besser – zumindest mental – auf die Ereignisse und Veränderungen einer vaginalen Geburt vorbereitet zu sein. Wir wissen jedoch, dass diese Erfahrung bei künftigen Müttern viele Fragen aufwirft. Deshalb haben wir in diesem Abschnitt schnelle Antworten auf einige der häufigsten Unklarheiten zusammengestellt:

Wie lange dauern die Wehen normalerweise? 

Die Dauer variiert stark, im Durchschnitt liegt sie bei einer ersten Geburt zwischen 6 und 18 Stunden. Bei späteren Geburten kann sie kürzer sein, weil der Körper den Ablauf schon kennt.

Ist eine natürliche Geburt schmerzhaft? 

Das Schmerzniveau ist von Frau zu Frau unterschiedlich und hängt von der Intensität der Wehen, der Lage des Babys und der eigenen Schmerztoleranz ab. Atemtechniken, die Vorbereitung während der Schwangerschaft, die Unterstützung des Partners und medizinische Methoden können das Unbehagen deutlich verringern.

Ist eine natürliche Geburt nach einem Kaiserschnitt möglich?

Ja, in vielen Fällen ist eine natürliche Geburt möglich, auch wenn du zuvor per Kaiserschnitt entbunden hast. Der Arzt beurteilt die Sicherheit anhand deiner medizinischen Vorgeschichte und der bestehenden Risiken.

Welche Rolle spielt der Partner während der natürlichen Geburt? 

Der Partner kann dir während der Geburt emotionalen Beistand und Ermutigung geben, was dir hilft, dich zu entspannen. Außerdem kann er sich aktiv an den Atemtechniken und den Positionswechseln beteiligen.

Welche Entspannungsmethoden helfen unter der Geburt? 

Kontrollierte Atmung, sanfte Bewegung und Massage können dir helfen, während der Wehen zu entspannen. Auch Hydrotherapie oder warme Bäder können körperliche und emotionale Spannungen lösen.

Ist eine natürliche Geburt bei Mehrlingsschwangerschaften sicher? 

Eine natürliche Geburt ist bei mehr als einem Kind möglich, hängt aber von der Lage und der Anzahl der Babys ab. Der Frauenarzt empfiehlt je nach Situation die sicherste Option für Mutter und Kinder.

Kann man direkt nach der natürlichen Geburt stillen? 

Ja, in der Regel wird das Kind unmittelbar nach der Geburt an die Brust der Mutter gelegt. Der Haut-zu-Haut-Kontakt und das frühe Stillen festigen die emotionale Bindung, und Kolostrum, die erste Muttermilch, versorgt das Baby mit Antikörpern und essenziellen Nährstoffen.

Welche Rolle spielt Flüssigkeitszufuhr während der Geburt? 

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr hält das Energieniveau hoch und verhindert Dehydrierung, wodurch sich die Gebärmutter effizient zusammenziehen kann. Außerdem ist es wichtig, gut hydriert zu bleiben, damit Sauerstoff und Nährstoffe zuverlässig zum Baby transportiert werden.

 

Bildquelle: Pexels.com

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