Eierstockzysten – Was ist das? Symptome, Ursachen & Behandlung
Erkrankungen, die die Gebärmutter oder einen anderen Teil des Reproduktionssystems betreffen, werden als Gebärmuttererkrankungen bezeichnet. Zu den häufigsten Gebärmutterproblemen gehören Eierstockzysten, Myome, Endometriose, Gebärmuttersenkung und Genitaltuberkulose.
Eine Eierstockzyste ist ein mit flüssigem oder halbfestem Material gefüllter Sack, der sich auf oder in einem oder beiden Eierstöcken bildet. Die Eierstöcke sind kleine Organe im Becken, die die Eizellen enthalten und Hormone wie Östrogen und Progesteron produzieren.
Es gibt verschiedene Arten von Eierstockzysten, von denen die meisten schmerzlos und harmlos (gutartig) sind. In der Regel machen sich Eierstockzysten nicht durch spezifische Symptome bemerkbar. Wahrscheinlich werden Sie gar nicht wissen, dass Sie eine haben – es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt entdeckt sie bei einer routinemäßigen gynäkologischen Untersuchung oder einer bildgebenden Untersuchung.
Selten können Eierstockzysten Komplikationen verursachen. Regelmäßige gynäkologische Untersuchungen und das offene Gespräch mit Ihrer Fachärztin oder Ihrem Facharzt über alle Symptome, die auftreten können, helfen dabei, eine Verschlechterung des Gesundheitszustands zu verhindern. Schmerzen in den Eierstöcken ohne erkennbaren Grund können ein Hinweis auf eine Eierstockzyste sein, die Komplikationen verursachen kann. (mehr dazu im ENROUSH-Blog)

Eine Eierstockzyste verursacht in der Regel nur dann Symptome, wenn sie platzt, sehr groß ist oder die Blutversorgung der Eierstöcke behindert.
In diesen Fällen können folgende Symptome auftreten:
Es gibt drei Haupttypen von Eierstockzysten, die jeweils in verschiedene Untertypen unterteilt werden können.
Funktionelle Eierstockzysten entstehen im Rahmen des Menstruationszyklus. Sie sind in der Regel harmlos und kurzlebig und treten häufig bei Frauen jeden Alters auf.
In der Mitte des Menstruationszyklus tritt eine Eizelle aus ihrem Follikel aus und wandert anschließend durch den Eileiter. Eine Follikelzyste entsteht, wenn der Follikel nicht aufplatzt. Er gibt die Eizelle nicht frei und wächst weiter. Die meisten Follikelzysten sind schmerzlos und harmlos. Sie sind nicht krebsartig. Erfreulicherweise verschwinden diese Zysten oft innerhalb weniger Menstruationszyklen von selbst. Meist werden Sie nicht einmal bemerken, dass Sie eine Follikelzyste haben.
Nachdem ein Follikel seine Eizelle freigegeben hat, schrumpft er und beginnt, Östrogen und Progesteron zu produzieren. Diese Hormone sind für eine Befruchtung notwendig. Der Follikel heißt nun Corpus luteum oder Gelbkörper. Manchmal verschließt sich die Öffnung, aus der die Eizelle ausgetreten ist. Im Inneren des Gelbkörpers sammelt sich Flüssigkeit an und es entsteht eine Zyste. In den meisten Fällen verschwinden diese Zysten innerhalb weniger Monate von selbst, manchmal können sie jedoch platzen und Komplikationen verursachen.
Hämorrhagische Eierstockzysten entstehen bei Frauen, die ovulieren, wenn ein Follikel blutet und sich um ihn herum ein flüssigkeitsgefüllter Sack bildet (eine Follikel- oder Gelbkörperzyste). Sie sind nicht ungewöhnlich, treten aber nur bei Frauen im gebärfähigen Alter auf. Sie können unterschiedlich groß werden – von sehr klein bis recht groß. Obwohl die meisten überhaupt keine Symptome verursachen, können manche hämorrhagische Eierstockzysten Beschwerden wie Bauch- oder Unterleibsschmerzen, Druckgefühl und ein anhaltendes Völlegefühl auslösen.
Es gibt außerdem eine Reihe weiterer Arten von Eierstockzysten, die nicht mit dem Menstruationszyklus zusammenhängen. Diese werden als pathologische Eierstockzysten bezeichnet.
Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine Erkrankung, bei der die Eierstöcke eine abnorm hohe Menge an Androgenen produzieren – männliche Sexualhormone, die bei Frauen normalerweise nur in geringen Mengen vorkommen. Die Bezeichnung polyzystisches Ovarialsyndrom beschreibt die zahlreichen kleinen Zysten, die sich in den Eierstöcken bilden. Diese Erkrankung kann zu verschiedenen Störungen des Menstruationszyklus führen und die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen. Die Behandlung von PCOS erfolgt häufig mit speziellen Medikamenten. Sie kann PCOS nicht vollständig heilen, hilft aber, die Symptome zu lindern und schwerwiegenderen Gesundheitsproblemen vorzubeugen.
Diese auch als Teratom bezeichnete Zyste entsteht aus den Keimzellen, die im Eierstock die Eizellen bilden. Die Zyste kann außerdem Gewebe wie Haare, Haut oder Zähne enthalten. Dieser Zystentyp ist nur selten bösartig. Er muss operativ entfernt werden und tritt am häufigsten bei Frauen unter 30 Jahren auf.
Endometriose ist eine Erkrankung, bei der Zellen, die der Gebärmutterschleimhaut ähneln, außerhalb der Gebärmutter wachsen. Dieses Gewebe kann sich am Eierstock ansiedeln und dort eine Zyste bilden. Diese wird Endometriom genannt. Obwohl sie häufig symptomlos bleiben, können Endometriosezysten Schmerzen während der Menstruation oder beim Geschlechtsverkehr verursachen.
Ein Zystadenom entsteht aus den Zellen der Eierstockoberfläche. Meist füllt sich die Zyste entweder mit wässrigem oder mit schleimigem Material. Ein Zystadenom kann sehr groß werden und Komplikationen verursachen. Auch wenn es nur selten bösartig ist, muss diese Zyste operativ entfernt werden. Am häufigsten tritt sie bei Frauen über 40 Jahren auf.
Eierstockzysten können auch zu Zyklusstörungen führen, etwa zu starken oder unregelmäßigen Blutungen und Schmierblutungen (abnorme vaginale Blutungen zwischen den Perioden). Zyklusprobleme entstehen, wenn die Zyste Sexualhormone produziert, die die Gebärmutterschleimhaut stärker wachsen lassen, als es normal wäre. In solchen Fällen ist es sinnvoll, auf Menstruationsprodukte mit höherer Saugkraft umzusteigen und zwischen den Perioden Slipeinlagen zu verwenden.
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Es gibt eine Reihe von Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Eierstockzysten erhöhen:
In den meisten Fällen verlaufen Eierstockzysten ohne Komplikationen und bilden sich von selbst zurück. Manchmal werden Sie gar nicht wissen, dass Sie welche haben, wenn sie nicht im Rahmen einer routinemäßigen Untersuchung diagnostiziert wurden. Zysten, die jedoch körperliche Symptome verursachen und unkontrolliert weiterwachsen, erfordern eine engere Überwachung.

Erstellen Sie eine Liste aller Symptome, die bei Ihnen auftreten, damit Sie Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt davon berichten können. Halten Sie sich an die Empfehlungen, wie oft Sie Kontrolltermine vereinbaren sollten, um mögliche Zysten zu überwachen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können verhindern, dass sich Zysten verschlimmern oder andere schwerwiegende Gesundheitsprobleme entstehen.
Wenden Sie sich an Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt, wenn eines der folgenden Symptome auftritt:
Eine Zyste am Eierstock kann bei einer gynäkologischen Untersuchung oder bei einer bildgebenden Untersuchung, etwa einem vaginalen Ultraschall, entdeckt werden. Abhängig von ihrer Größe und davon, ob sie mit Flüssigkeit gefüllt oder von fester Konsistenz ist, wird die Ärztin oder der Arzt verschiedene Untersuchungen empfehlen, um den Typ zu bestimmen und zu klären, ob eine Behandlung notwendig ist.

Mögliche Untersuchungen sind:
Tumormarker-Tests. Die Blutwerte eines Proteins namens Krebsantigen sind bei Eierstockkrebs häufig erhöht. Wenn die Zyste fest erscheint und bei Ihnen ein erhöhtes Risiko für Eierstockkrebs besteht, kann die Ärztin oder der Arzt einen Test auf Krebsantigen 125 (CA 125) oder weitere Blutuntersuchungen anordnen.
Je nach Zyste, ihrer Größe und ihrem Typ kann die Frauenärztin oder der Frauenarzt verschiedene invasive oder nicht invasive Behandlungen vorschlagen.
Hormonelle Kontrazeptiva wie die Antibabypille verhindern den Eisprung. So kann die Entstehung weiterer Eierstockzysten verhindert werden. Die Pille lässt eine bereits vorhandene Zyste nicht schrumpfen, kann jedoch als begleitende Behandlung eingesetzt werden.
Operation einer Eierstockzyste
Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt kann die operative Entfernung einer Zyste vorschlagen, die groß ist, weiter wächst oder Schmerzen verursacht. Diese Behandlungsform kommt auch bei Zysten mit auffälliger Form zum Einsatz. Manche Zysten können entfernt werden, ohne den Eierstock zu beeinträchtigen (Zystektomie). In einigen Fällen wird der Eierstock vollständig entfernt (Ovarektomie), um die durch die Eierstockzyste verursachten Probleme zu behandeln.
Der Eingriff kann häufig minimalinvasiv (Laparoskopie) durchgeführt werden, wobei ein Laparoskop und Instrumente durch kleine Schnitte in der Bauchdecke eingeführt werden. Ist die Zyste groß oder besteht Krebsverdacht, kann ein offener Eingriff mit einem größeren Schnitt erforderlich sein.
Eine Eierstockzyste, die nach der Menopause entsteht, kann in manchen Fällen bösartig sein. In diesem Fall ist die Konsultation eines Spezialisten für gynäkologische Onkologie notwendig. Möglicherweise ist eine Operation erforderlich, bei der Gebärmutter, Gebärmutterhals, Eileiter und Eierstöcke entfernt werden. Bei bösartigen Zysten können zusätzlich Strahlen- und Chemotherapie notwendig sein.
Naturheilmittel können eine Zyste, die überwacht und operiert werden muss, nicht behandeln. Befolgen Sie bei gynäkologischen Erkrankungen immer den Rat Ihrer Fachärztin oder Ihres Facharztes zu wirksamen Behandlungsmethoden.
Bei kleinen Zysten, die keinen Anlass zur Sorge geben, können Kamillen- und Ingwertee jedoch bestimmte Beschwerden wie Schmerzen oder Blähungen lindern. Massagen und leichte körperliche Bewegung können außerdem die Intensität von Menstruationskrämpfen verringern, die durch Zysten verstärkt werden.
Darüber hinaus wirkt sich eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten positiv auf die allgemeine Gesundheit aus und kann helfen, der Entstehung von Eierstockzysten vorzubeugen.
Die Libido ist etwas höchst Persönliches, das von zahlreichen Faktoren beeinflusst werden kann. Es ist daher naheliegend, dass ein chirurgischer Eingriff an den Fortpflanzungsorganen erhebliche Auswirkungen haben kann. Eine Ovarektomie ist ein großer chirurgischer Eingriff – es ist also völlig normal, sich für eine bestimmte Zeit nicht bereit für Sex zu fühlen. Wichtig ist, sich die Zeit zu nehmen, die man braucht, um sich körperlich und seelisch zu erholen.
Wurde bei Ihnen eine Ovarektomie zusammen mit einer Hysterektomie durchgeführt, kann es sein, dass Sie penetrativen Sex weniger genießen als früher. Diese neue Vorliebe kann daran liegen, dass der Eingriff Position und Länge der Vagina verändert hat, auch wenn das nicht immer der Fall ist.
Am wichtigsten ist, dass Sie alle Empfehlungen Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes zu Sex und anderen körperlichen Aktivitäten nach der Operation befolgen. Die meisten Frauen, bei denen eine Ovarektomie notwendig war, führen nach der Erholungsphase ein erfülltes Sexualleben. Dennsoll man bedenken: Die Entfernung eines oder beider Eierstöcke wirkt sich auch auf die Libido aus, da sie zu einem Absinken jener Hormonspiegel führt, die das sexuelle Verlangen direkt beeinflussen.
Sehr viele Eierstockzysten bilden sich von selbst zurück. Einige davon erfordern jedoch eine fachärztliche Behandlung. Bleiben sie unbehandelt, können sie zu bestimmten Komplikationen führen, wie zum Beispiel:
Zystenruptur: Eine platzende Zyste kann starke Schmerzen und Blutungen im Beckenraum verursachen. Bei großen Zysten ist das Risiko einer Ruptur erhöht. Auch intensive körperliche Aktivität, die den Beckenbereich belastet – etwa vaginaler Sex –, erhöht das Risiko einer Ruptur.
Den meisten Eierstockzysten lässt sich nicht vorbeugen. Regelmäßige gynäkologische Untersuchungen helfen jedoch dabei, Veränderungen an den Eierstöcken so früh wie möglich zu erkennen. Achten Sie auf Veränderungen Ihres Menstruationszyklus. Notieren Sie ungewöhnliche Menstruationsbeschwerden, insbesondere solche, die über mehrere Zyklen hinweg anhalten. Sprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt über alle ungewöhnlichen Veränderungen, die Fragen bei Ihnen aufwerfen.
Außerdem können bestimmte Änderungen des Lebensstils das Risiko für Eierstockzysten senken: