Bevor Einwegbinden erfunden wurden, gab es im Laufe der Geschichte zahlreiche Hinweise auf ihre „Vorfahren“. Die erste Erwähnung stammt aus Griechenland im 10. Jahrhundert: Tücher aus Baumwolle oder Wolle, Hasenfell, Grasbündel – das waren nur einige der Möglichkeiten, auf die menstruierende Menschen bei Bedarf zurückgriffen.
Im 19. Jahrhundert wurden sowohl in Europa als auch in den USA die meisten „Menstruationstücher“ zu Hause aus verschiedenen Stoffen genäht – daher auch der amerikanische Euphemismus „on the rag“ (rag bedeutet Lumpen), der im 19. Jahrhundert entstand, um eine menstruierende Person zu beschreiben.

Hygieneshorts in den 1850er Jahren
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts rückte die Intimhygiene von Frauen in den Fokus, da die unzureichende Reinigung der Menstruationstücher ihre Gesundheit beeinträchtigte.
In dieser Zeit wurden verschiedene Produkte patentiert: die ersten Menstruationstassen (aus Aluminium oder Hartgummi!), gummibeschichtete Wäsche und vieles mehr.
Die ersten Einwegbinden wurden jedoch von Krankenschwestern an der Front des Ersten Weltkriegs entwickelt, um starke Blutungen zu stillen.
Die Pflegerinnen stellten fest, dass Zellulose eine höhere Saugkraft als Stoffverbände besitzt, und begannen, das Material auch für die Menstruation zu nutzen. 1921 kamen die ersten Kotex-Hygienebinden aus „Cellucotton“ auf den Markt – diesem hochabsorbierenden pflanzlichen Material.
Das Aufkommen der Binden in den 1920er Jahren ermöglichte Frauen mehr Kontrolle über ihren eigenen Körper und mehr Unabhängigkeit: Sie konnten arbeiten und in größerem Maße als zuvor an Aktivitäten außerhalb des Hauses teilnehmen – ein wichtiger Schritt zur Emanzipation.
Für Menschen mit einem aktiven Leben – Tänzerinnen, Sportlerinnen – erweiterte sich der Markt für Menstruationsprodukte um eine Neuheit, die dem Bedürfnis nach mehr Flexibilität gerecht wurde: So entstanden in den 1930er Jahren die Tampons. Kurios ist dabei, dass die ersten Tampons den heutigen zwar sehr ähnlich waren, aber deutlich nachhaltiger: Applikator aus Karton, Tampon aus Baumwolle und ein Rückholband aus Baumwolle.
Trotzdem blieben Tampons bis in die 1980er Jahre unpopulär. In der Zwischenzeit erlebten Binden zwei Verbesserungen: die erste, entscheidende im Jahr 1969, als die Marke StayFree Binden mit Klebestreifen einführte, und die zweite in den 1980er Jahren, als die Flügel dazukamen.

1969 brachte Stayfree die ersten Binden ohne Gürtel, dafür mit Klebestreifen, auf den Markt!
Tampons wurden immer beliebter, doch es traten Gesundheitsprobleme auf: Zwischen 1979 und 1996 wurden über 5.000 Fälle des toxischen Schocksyndroms (TSS) gemeldet, viele davon im Zusammenhang mit einer bestimmten Tamponmarke und den darin verwendeten toxischen Materialien.
Die 2000er Jahre brachten neue nachhaltige Produkte auf den Markt – neben Bio-Tampons und Bio-Binden auch waschbare Binden, Periodenunterwäsche und die Menstruationstasse – sowie eine Reihe neuer, strengerer Vorschriften.
Die Nachfrage nach Menstruationsprodukten ist gestiegen – und damit auch das Bewusstsein für Nachhaltigkeit. Heute menstruieren rund 2 Milliarden Mädchen und Frauen, und es überrascht nicht, dass die Menge an Menstruationsabfällen deutlich zugenommen hat. Allein Großbritannien produziert jedes Jahr 200.000 Tonnen Menstruationsmüll! Ein großer Teil davon landet in den Ozeanen. Wie umweltbelastend ist deine Periode? Hier weiterlesen
Konventionelle Menstruationsprodukte haben in den letzten Jahren kaum Innovation erfahren und bestehen weiterhin aus bis zu 90 % Plastik, Synthetikfasern und toxischen Substanzen. Zudem sind die „klassischen“ Marken für Menstruationsprodukte nicht transparent – auf deiner Packung findest du daher mit großer Wahrscheinlichkeit keine Liste der Inhaltsstoffe.
Und weil deine Vulva und deine Vagina extrem aufnahmefähig sind und in direktem Kontakt mit diesen Produkten stehen, nimmt dein Körper alle schadhaften Inhaltsstoffe auf. Das kann zu unangenehmen Nebenwirkungen führen, wie:
Bio-Menstruationsprodukte – biologisch abbaubar / nachhaltig / wiederverwendbar – sind die verantwortungsvolle Wahl, sowohl für deinen Körper als auch für die Natur.

Das gilt besonders für Bio-Produkte: Da sie ausschließlich aus 100 % Bio-Baumwolle bestehen, ohne Chemikalien oder Plastik, haben sie keinerlei Nebenwirkungen für deinen Körper. Bei Tampons solltest du natürlich die Regel beachten, sie alle 4 Stunden zu wechseln – genau wie bei den „herkömmlichen“. Und da sie biologisch abbaubar oder kompostierbar sind, zersetzen sie sich innerhalb von 12 Monaten. Das bedeutet: null Umweltbelastung.
Allein in den letzten Jahren hat das gewachsene Bewusstsein für die Umweltprobleme rund um Menstruationsprodukte zu positiven Veränderungen geführt. Und zum Glück gibt es nachhaltige Alternativen: nur einen Klick entfernt.